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Zusammenstoß mit Sonde hat Richtung von Asteroid verändert
International 12.10.2022
Nasa

Zusammenstoß mit Sonde hat Richtung von Asteroid verändert

Die Sonde schickte dieses Bild von Dimorphos wenige Sekunden vor dem Einschlag zur Erde.
Nasa

Zusammenstoß mit Sonde hat Richtung von Asteroid verändert

Die Sonde schickte dieses Bild von Dimorphos wenige Sekunden vor dem Einschlag zur Erde.
AFP
International 12.10.2022
Nasa

Zusammenstoß mit Sonde hat Richtung von Asteroid verändert

Ein Getränkeautomat, der in ein Fußballstadion kracht: So kann man sich die Nasa-Mission „Dart“ vorstellen.

(dpa) – Die US-Weltraumbehörde Nasa hat durch die Kollision mit einer Sonde eigenen Angaben zufolge zum ersten Mal die Bewegungsrichtung eines Asteroiden erfolgreich verändert. Rund zwei Wochen nach dem Einschlag hätten Analysen ergeben, dass die Umlaufbahn des Himmelskörpers um einen weiteren Asteroiden eine andere sei, teilte die Nasa am Dienstag mit. Die Zeit für eine Umkreisung habe vor dem Auftreffen der „Dart“-Sonde bei 11:55 Stunden gelegen - nun hingegen wurde eine Zeit von 11:23 Stunden gemessen. Als Minimalziel war zuvor eine Veränderung von 73 Sekunden ausgegeben worden.

Mit einer Geschwindigkeit von rund 6,6 Kilometern pro Sekunde war die würfelförmige „Dart“-Sonde von der Größe eines Getränkeautomaten Ende September auf den Asteroiden Dimorphos geprallt, der etwa so groß ist wie ein Fußballstadion. Von der rund 330 Millionen Dollar teuren Asteroiden-Abwehr-Mission erhofft sich die Nasa Erkenntnisse darüber, wie die Erde vor herannahenden Himmelskörpern geschützt werden könnte. Dimorphos stellte allerdings keine Gefahr für die Menschheit dar.

Weitere Untersuchungen

„Diese Mission zeigt, dass die Nasa versucht, auf alles vorbereitet zu sein, was das Universum uns entgegenwirft. Die Nasa hat bewiesen, dass wir die Verteidigung des Planeten ernst nehmen“, sagte der Chef der Weltraumbehörde, Bill Nelson. 


ACHTUNG: SPERRFRIST 4. DEZEMBER 00:01 UHR. ACHTUNG: DIESER BEITRAG DARF NICHT VOR DER SPERRFRIST, 4. DEZEMBER 00.01 UHR, VERÖFFENTLICHT WERDEN! EIN BRUCH DES EMBARGOS KÖNNTE DIE BERICHTERSTATTUNG ÜBER STUDIEN EMPFINDLICH EINSCHRÄNKEN. - ARCHIV - 07.08.2018, ---: ISS: Das von der ESA am 06.08.2018 veröffentlichte Foto zeigt einen Teil Mitteleuropas mit Deutschland in der Mitte. In der rechten oberen Hälfte sind, teils von Wolken bedeckt, die Nord- und die Ostsee zu erkennen. Rechts unten sind noch die ersten Ausläufer der Alpen zu sehen, fotografiert von Astronaut Alexander Gerst aus der Internationalen Raumstation. Durch die hohe Trockenheit ist Europa hauptsächlich als braune Fläche zu sehen. (Zu dpa: «Umweltagentur: Europa muss Kurs bei Klima und Umwelt dringend ändern») Foto: ESA/NASA/Alexander Gerst/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Er nannte den Erfolg der Mission einen „Wendepunkt“ für den Schutz der Menschheit vor dem Einschlag eines Asteroiden. In den kommenden Wochen und Monaten werde die Wirkung der Kollision nun weiter untersucht. 2024 soll zur noch genaueren Erforschung die ähnliche Mission „Hera“ der Europäischen Raumfahrtagentur Esa starten.

Mit der Frage von der Abwehr eines Asteroiden beschäftigen sich die Nasa und Forscher auf der ganzen Welt schon seit vielen Jahren. Ein Asteroideneinschlag vor rund 66 Millionen Jahren gilt unter Wissenschaftlern beispielsweise als führende Theorie dazu, warum die Dinosaurier ausstarben. Derzeit wissen Wissenschaftler von keinem Asteroiden, der in absehbarer Zeit direkt auf die Erde zurasen könnte - aber Forscher haben rund 27.000 Asteroiden in der Nähe unseres Planeten identifiziert, davon rund 10.000 mit einem Durchmesser von mehr als 140 Metern.    

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