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Nächtliche Krawalle in Frankfurt
International 3 2 Min. 19.07.2020 Aus unserem online-Archiv

Nächtliche Krawalle in Frankfurt

Mitarbeiter der Stadtreinigung beseitigen am Morgen vor der Alten Oper Scherben der zertrümmerten Scheiben einer Bushaltestelle. In der Nacht zum Sonntag war es auf dem Opernplatz zu gewalttätigen Krawallen gekommen.

Nächtliche Krawalle in Frankfurt

Mitarbeiter der Stadtreinigung beseitigen am Morgen vor der Alten Oper Scherben der zertrümmerten Scheiben einer Bushaltestelle. In der Nacht zum Sonntag war es auf dem Opernplatz zu gewalttätigen Krawallen gekommen.
Foto: dpa
International 3 2 Min. 19.07.2020 Aus unserem online-Archiv

Nächtliche Krawalle in Frankfurt

Bei einem Ausbruch von Gewalt mitten in Frankfurt werden mindestens fünf Polizisten verletzt. Fast 40 Menschen werden festgenommen. Die Randale hinterlässt Scherben und eine neue Debatte.

(dpa) - Angriffe auf Polizisten und Spuren der Zerstörung: Nach nächtlichen Krawallen in der Frankfurter Innenstadt sind fast 40 Menschen festgenommen worden. Mindestens fünf Beamte wurden laut Polizei in der Nacht zum Sonntag verletzt. Nach den Worten des Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill wurden Einsatzkräfte aus einer Menschenmenge mit Flaschen angegriffen, obwohl sie „deeskalierend“ gehandelt hätten. 

Wie die Polizei mitteilte, hatten rund 3.000 Menschen auf dem Opernplatz gefeiert, als die Randale ausbrach. 39 Menschen seien festgenommen worden, acht davon seien am Sonntagmorgen noch in Gewahrsam gewesen. Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Ausschreitungen in Stuttgart Ende Juni. Randalierer hatten Schaufenster zerstört und Geschäfte geplündert.

Umgekippte Mülltonnen, zertrümmerte Scheiben, zerschlagene Glasflaschen: Die Spuren der Krawalle in der Nacht waren am Morgen auf dem Frankfurter Opernplatz noch deutlich zu sehen. Polizeipräsident Bereswill sieht die Krawalle als „absoluten, negativen Höhepunkt“ der vergangenen Wochen. „Das ist sehr schlimm, was sich da entwickelt und heute Nacht entladen hat“, sagte Bereswill.

Gegen 3 Uhr morgens war es laut Polizei zu einer Schlägerei am Brunnen auf dem Opernplatz gekommen, an der 25 bis 30 Menschen beteiligt gewesen waren. Zu diesem Zeitpunkt seien noch rund 500 bis 800 Menschen auf dem Opernplatz versammelt gewesen. „Die Stimmung begann zu kippen“, sagte Bereswill. 

Bei der Schlägerei sei eine Person verletzt am Boden liegen geblieben. Daraufhin hätten etwa zehn Beamte beschlossen einzuschreiten, „um den Verletzten zu versorgen und den Streit zu schlichten“. Die Beteiligten der Schlägerei hätten sich dann gegen die Beamten gewandt und sie „massiv“ mit Flaschen beworfen. Umstehende hätten sich ihnen angeschlossen.

„Hagel aus Flaschenwürfen“

Die Anwesenden hätten gejubelt, wenn eine Flasche die Beamten getroffen habe. „Von der Qualität aber auch von der Anzahl ist das etwas, was ich in Frankfurt noch nicht erlebt habe“, so Bereswill. Die Polizei habe zwei Ketten gebildet und die Menschen so vom Platz in eine Straße gedrängt. Dort seien mutmaßliche Flaschenwerfer gezielt festgenommen worden. Dabei seien die Beamten attackiert worden, Bereswill sprach von einem „Hagel aus Flaschenwürfen“.

Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft prüfe man derzeit, ob gegen die acht Menschen in Polizeigewahrsam ein Haftbefehl wegen schweren Landfriedensbruchs beantragt werde. Die Festgenommenen seien überwiegend Männer im Alter von 17 bis 21 Jahren, teilte die Polizei mit. Neun stammten aus Frankfurt, die restlichen 30 aus der Umgebung. Die Mehrzahl der 39 Festgenommenen habe einen Migrationshintergrund, so die Polizei.


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