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Nachwahl zum Senat: Demokrat Jones gewinnt Alabama-Wahl gegen Moore
International 2 Min. 13.12.2017

Nachwahl zum Senat: Demokrat Jones gewinnt Alabama-Wahl gegen Moore

Doug Jones beschert den Demokraten einen hauchdünnen Überraschungssieg - und einen wichtigen Sitz im Senat.

Nachwahl zum Senat: Demokrat Jones gewinnt Alabama-Wahl gegen Moore

Doug Jones beschert den Demokraten einen hauchdünnen Überraschungssieg - und einen wichtigen Sitz im Senat.
Foto: AFP
International 2 Min. 13.12.2017

Nachwahl zum Senat: Demokrat Jones gewinnt Alabama-Wahl gegen Moore

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Riesenblamage für US-Präsident Donald Trump: Ein Jahr nach seiner Wahl verlieren seine Republikaner in ihrer Hochburg Alabama einen wichtigen Senatssitz. Während Trump zähneknirschend gratuliert, zitiert der Verlierer trotzig Bibelverse.

 (dpa) - Der Demokrat Doug Jones hat überraschend die Nachwahl für einen Senatssitz im seit Jahrzehnten von Republikanern beherrschten US-Bundesstaat Alabama gewonnen. Der Menschenrechtsanwalt Jones lag am späten Dienstagabend (Ortszeit) nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Urnen um mehrere Tausend Stimmen vor seinem republikanischen Kontrahenten Roy Moore. Der Vorsprung des Demokraten war damit uneinholbar, berichteten in der Nacht zum Mittwoch mehrere US-Medien, darunter die „Washington Post“ und das auf den Kongress spezialisierte Medium „The Hill“.

Die Niederlage von Roy Moore ist gut ein Jahr nach der Präsidentschaftswahl eine schallende Ohrfeige für US-Präsident Donald Trump. Moore zählt zu Trumps Anti-Establishment-Bewegung. Sein Wahlkampflager hatte noch am Wahltag klar gemacht, dass Moore auch gegen das Parteiestablishment der Republikaner zu Felde zieht. Im konservativ geprägten Südstaat Alabama liegt der letzte Sieg eines Demokraten Jahrzehnte zurück.

Trumps Mehrheit schmilzt

Der frühere Richter Moore war im Wahlkampf in die Schlagzeilen geraten, weil mehrere Frauen ihm öffentlich vorgeworfen hatten, er habe sich sexuell an ihnen vergangen, als sie Teenager waren. Zahlreiche republikanische Mitglieder des Senats hatten sich von Moore distanziert. Zuvor hatte er bereits mit fragwürdigen Äußerungen, etwa gegen Homosexuelle, für Aufsehen gesorgt.

Roy Moore war zum Wahllokal geritten - doch auch das nützte ihm nichts.
Roy Moore war zum Wahllokal geritten - doch auch das nützte ihm nichts.
Foto: AFP


Die Niederlage in Alabama kommt in einer schwierigen Zeit für Präsident Trump. Seine Umfragewerte sind auf einem neuen Tief angelangt. Die republikanische Mehrheit im US-Senat schmilzt damit auf nur noch eine Stimme zusammen. Dies macht große Gesetzesvorhaben, etwa die bevorstehende Steuerreform, für Trump deutlich schwieriger.

Der Präsident gratuliert, der Verlierer zitiert Psalmen

Trump hat Jones bereits per Twitter gratuliert. „Glückwunsch an Doug Jones zu diesem hart umkämpften Sieg“, schrieb Trump am Dienstag (Ortszeit). Dass Wähler eigene Kandidaten auf den Stimmzettel schreiben konnten, hätte eine große Rolle gespielt. „Aber ein Sieg ist ein Sieg“, so Trump. „Die Republikaner werden sehr bald wieder eine Chance auf diesen Sitz haben.“ 

Roy Moore dagegen sagte auf seiner "Victory Party", das Ergebnis sei zu knapp. Wenn zwischen dem Sieger und dem Verlierer einer Wahl weniger als 0,5 Prozentpunkte lägen, müsse nach der gültigen Rechtslage in Alabama neu gezählt werden. Dann zitierte er Psalm 40: " Voll Zuversicht hoffte ich auf den Herrn, und er wandte sich mir zu und hörte meinen Hilfeschrei."

Am ehesten ist Moores Trotzigkeit ein Versuch, den Start seines Kontrahenten Jones im US-Senat so lange wie möglich hinauszuzögern. Für die bevorstehende Abstimmung über die Steuerreform - Trumps größtes und in seinem ersten Amtsjahr einzig nennenswertes Gesetzesvorhaben - ist jede blockierte Gegenstimme Gold wert für den Präsidenten. Trump will das Paket unbedingt noch vor Weihnachten unterschreiben, Jones könnte unter Ausnutzung des Wahlgesetzes bis zum 3. Januar auf die Folter gespannt werden.

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