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Nachfolgerin von Mutter Teresa verstorben
International 2 Min. 23.06.2015 Aus unserem online-Archiv
„Missionarin der Nächstenliebe“

Nachfolgerin von Mutter Teresa verstorben

Schwester Nirmala.
„Missionarin der Nächstenliebe“

Nachfolgerin von Mutter Teresa verstorben

Schwester Nirmala.
AFP
International 2 Min. 23.06.2015 Aus unserem online-Archiv
„Missionarin der Nächstenliebe“

Nachfolgerin von Mutter Teresa verstorben

Schwester Nirmala trug immer einen weißen Sari mit blauer Kante, wie ihr Vorbild Mutter Teresa. Die Friedensnobelpreisträgerin suchte die Schwester kurz vor dem Tod selbst als Nachfolgerin aus. Nun ist Schwester Nirmala gestorben.

(kna/dpa) - Schwester Nirmala, die frühere Leiterin des Mutter-Teresa-Ordens im indischen Kolkata, ist tot. Sie starb in der Nacht zum Dienstag im Alter von 80 Jahren, wie eine Sprecherin der „Missionarinnen der Nächstenliebe“ sagte.  Die katholische Ordensfrau war 1997 an die Spitze der von Mutter Teresa gegründeten Gemeinschaft gewählt worden. 2009 wurde sie von der aus Deutschland stammenden Mary Prema Pierick abgelöst.

Der Orden gab laut indischen Medienberichten an, Schwester Nirmala habe sich in den vergangenen Tagen unwohl gefühlt; ihr Zustand habe sich zusehends verschlechtert.

Indiens Premierminister Narendra Modi würdigte in einer ersten Reaktion den Einsatz Schwester Nirmalas für Arme und Benachteiligte. "Möge ihre Seele in Frieden ruhen", schrieb Modi auf Twitter.

Enge Vertraute

Nirmala Joshi wurde 1934 als Tochter nepalesischer Eltern im nordostindischen Ranchi im damaligen Britisch-Indien geboren. Ihr Vater diente als Offizier in der britischen Armee. Obwohl Angehörige der höchsten indischen Kaste, der Brahmanen, besuchte sie eine katholische Missionarsschule in Patna. Unter dem Eindruck der Teilung des indischen Subkontinents, der mit Hunderttausenden Toten unter Muslimen und Hindus einherging, näherte sie sich dem katholischen Glauben an.

Mit 24 Jahren getauft, siedelte sie nach Kalkutta über und trat den Missionarinnen der Nächstenliebe bei. Mutter Teresa beauftragte sie mit dem Studium von Jura und Politologie, um sie für höhere Ordensaufgaben vorzubereiten. Als sie, bereits als Ordensobere, gefragt wurde, wie sie zu Mutter Teresa stehe, sagte sie: "Ich bin ihr Kind. Ich werde nicht versuchen, sie zu ersetzen."

Die als sanfte und bescheiden geltende Nirmala gehörte zu den Vertrauten von Mutter Teresa. Sie baute Heime des Ordens in Panama, Kathmandu und New York auf und begleitete die Gründerin bei Auslandsreisen.

Hingabe und Opferbereitschaft

Mutter Teresa, eine Nonne aus Albanien, war als Novizin nach Indien gekommen. Die Armut in Kolkata (damals: Kalkutta) erschütterte sie so sehr, dass sie 1950 ihren Orden „Missionarinnen der Nächstenliebe“ gründete. Mit dem Friedensnobelpreis 1979 wurde sie weltbekannt; später wurde sie von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

Bis heute führt ihr Orden weltweit Kranken- und Waisenhäuser und das berühmte Sterbehaus in Kalkota. Ihre erste Mission führte Schwester Nirmala nach Panama. Später übernahm sie die Leitung von Ordenshäusern in Europa und in den USA. 1997, wenige Monate vor ihrem Tod, stellte Mutter Teresa ihre Nachfolgerin dem Papst vor. Schwester Nirmala habe die Arbeit von Mutter Teresa mit ruhiger Hingabe und Würde fortgesetzt, erklärte Oppositionspolitiker Rahul Gandhi.

Die Beerdigung von Schwester Nirmala soll am Mittwoch sein. Die Regierungschefin des Bundesstaates Westbengalen, Mamata Banerjee, twitterte: „Kolkata und die Welt werden sie vermissen.“


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