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Nach Übergriffen auf Frauen: Kölner Bürgermeisterin erntet Spott für Verhaltenstipp
Henriette Reker will auf der Internetseite der Stadt Köln präventive Tipps für Frauen geben.

Nach Übergriffen auf Frauen: Kölner Bürgermeisterin erntet Spott für Verhaltenstipp

REUTERS
Henriette Reker will auf der Internetseite der Stadt Köln präventive Tipps für Frauen geben.
International 1 06.01.2016

Nach Übergriffen auf Frauen: Kölner Bürgermeisterin erntet Spott für Verhaltenstipp

Frauen sollten zu Fremden in einer Bedrohungslage eine Armlänge Abstand halten, rät die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker nach den Übergriffen in der Silvesternacht. Im Netz hagelt es dafür Kritik. Doch ist diese wirklich berechtigt?

(ks) - Mit einem Tipp an Frauen hat die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker für Unmut gesorgt. Sie hatte nach den sexuellen Angriffen auf Frauen in der Silvesternacht am Hauptbahnhof von Köln in einer Pressekonferenz präventive Maßnahmen angekündigt.

Wie diese denn konkret aussehen könnten, hakte eine Journalistin nach. "Es ist immer eine Möglichkeit, eine gewisse Distanz zu halten, die weiter als eine Armlänge betrifft. Also von sich aus schon gar nicht eine große Nähe zu suchen zu Menschen, die einem fremd sind, zu denen man kein gutes Vertrauensverhältnis hat", antwortete Reker. Zudem sollten Frauen in der Gruppe ihrer Freunde bleiben und als Zeugen die Polizei alarmieren.

Sehen Sie den Ausschnitt im Video ab ca. 16:00:

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In den sozialen Netzwerken wird Reker für die Aussage, Frauen sollten Distanz halten, heftig kritisiert. Sie verkehre Opfer und Täter, lautet einer der Vorwürfe. Auf Twitter hat sich der Hashtag #einearmlaenge herausgebildet.







Doch wirkt Rekers Aussage in vielen Posts aus dem Zusammenhang gerissen. Ihre Verhaltensratschläge stellte die Oberbürgermeisterin, die kürzlich erst selbst Opfer eines Messerangriffs geworden war, im Rahmen präventiver Maßnahmen vor. Dass die Vorfälle am Hauptbahnhof in Köln in der Silvesternacht damit hätten verhindert werden können, unterstellte sie nicht. Zudem kündigte sie weitere polizeiliche Maßnahmen, beispielsweise ein stärkere Präsenz und mehr Überwachung, an. Und sich zu entfernen - wenn man sich einer Bedrohungslage bewusst wird - klingt auch nicht wirklich unvernünftig.


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