Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Nach Trumps TPP-Rückzug: Experten sehen Riesenchance für Peking
China war aus der Freihandelszone ausgeklammert worden - dies könnte sich nun ändern.

Nach Trumps TPP-Rückzug: Experten sehen Riesenchance für Peking

AFP
China war aus der Freihandelszone ausgeklammert worden - dies könnte sich nun ändern.
International 24.01.2017

Nach Trumps TPP-Rückzug: Experten sehen Riesenchance für Peking

Teddy JAANS
Teddy JAANS
In dem Ausstieg der USA aus der transpazifischen Freihandelszone (TPP) sehen chinesische Wirtschaftsexperten eine gute Nachricht für Peking. Jetzt würden die Karten neu gemischt.

(dpa) - In dem Ausstieg der USA aus der transpazifischen Freihandelszone (TPP) sehen chinesische Wirtschaftsexperten eine gute Nachricht für Peking. Der Rückzieher der USA sei eine „Chance“ für China, nun ein eigenes Freihandelsabkommen in der Region voranzutreiben, sagte der Pekinger Wirtschaftsprofessor Huang Weiping am Dienstag.

Neben den USA und Japan sollten der Freihandelszone auch Australien, Brunei, Kanada, Chile, Mexiko, Neuseeland, Peru, Malaysia,Singapur und Vietnam angehören. Ausgeschlossen war jedoch China, auch, um ein Gegengewicht zur größten Handelsnation Asiens zu bilden. Trumps Entscheidung sei „eine große Erleichterung für Peking“, sagte Ni Dongxiong, Professor für Internationalen Handel in Shanghai. Das geplante Abkommen hätte China benachteiligt. Jetzt würden die Karten neu gemischt. 

Japan will abwarten

Japan hält trotz der Absage des neuen US-Präsidenten Donald Trump weiter an der geplanten transpazifischen Freihandelszone (TPP) fest. Die Regierung in Tokio hoffe, die USA doch noch zum Umdenken bewegen zu können, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press am Dienstag.

Demnach sagte Finanzminister Taro Aso, man wolle um Verständnis für die „strategische und wirtschaftliche Bedeutung“, die TPP habe, werben. Außenminister Fumio Kishida wurde mit den Worten zitiert, auch die USA hätten nach dem Krieg sehr vom freien Handel profitiert. Es sei wichtig, dass Japan und die USA weiter miteinander kommunizierten.

Rückblick

Das transpazifische Handelsabkommen TPP, aus dem die USA nun aussteigen, galt vielen als Meilenstein. Nach sieben Jahren Verhandlung hatten die Vereinigten Staaten mit elf Handelspartnern rund um den Pazifik die Schaffung der größten Freihandelszone der Welt vereinbart. Der Vertrag über die Transpazifische Partnerschaft (TPP) war im Februar 2016 in Auckland unterzeichnet worden, aber noch nicht in Kraft getreten.

Vertragspartner waren die USA, Kanada, Japan, Australien, Neuseeland, Mexiko, Chile, Peru, Vietnam, Malaysia, Brunei und Singapur. Die Länder repräsentieren 800 Millionen Menschen und 40 Prozent der Weltwirtschaft. China war nicht dabei. In der Vertragszone sollten fast alle Zoll- und Importschranken fallen, die Urheber- und Markenrechte geschützt und Mindeststandards für Umweltschutz und Arbeitnehmerrechte festgeschrieben werden. Das Abkommen regelte auch Dienstleistungen und Finanzgeschäfte.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Nach Amtsübergabe: Trump erteilt TPP eine Abfuhr
Viel diskutiert und verteufelt, scheint die Transpazifische Partnerschaft TPP mit der Amtsübergabe von Barack Obama an Donald Trump in den Schubladen der Geschichte zu verschwinden - zumindest für Amerika.
TOPSHOT - President-elect Donald Trump waves to the media from the steps at the clubhouse of Trump National Golf Club November 20, 2016 in Bedminster, New Jersey. / AFP PHOTO / DON EMMERT