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Nach Rebellensieg in Ostukraine: Kritik an Moskau
International 19.02.2015 Aus unserem online-Archiv

Nach Rebellensieg in Ostukraine: Kritik an Moskau

Der ukrainische Präsident Petro Poroshenko (r.) informierte sich am Mittwoch bei den Truppen über die Lage.

Nach Rebellensieg in Ostukraine: Kritik an Moskau

Der ukrainische Präsident Petro Poroshenko (r.) informierte sich am Mittwoch bei den Truppen über die Lage.
REUTERS
International 19.02.2015 Aus unserem online-Archiv

Nach Rebellensieg in Ostukraine: Kritik an Moskau

Machen die Separatisten in der Ostukraine nach ihrer Eroberung der Stadt Debalzewo nun Halt? Westliche Politiker sehen Moskau in der Pflicht. Und die Ukraine will eine internationale Friedenstruppe.

(dpa) - Nach der Eroberung der strategisch wichtigen Stadt Debalzewo in der Ostukraine durch prorussische Separatisten steigt der Druck auf Moskau, die Rebellen an die kurze Leine zu nehmen. Wenn Russland und die Separatisten die Friedensvereinbarung von Minsk nicht umsetzten und weiter Kämpfer und Ausrüstung aus Russland in die Ukraine gelangten, werde der Preis erhöht, den Russland dafür zu zahlen habe, warnte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki.

Der prowestliche ukrainische Präsident Petro Poroschenko schlug eine internationale Mission im Krisengebiet vor. „Ich rege an, die Einladung einer UN-Friedensmission zu diskutieren, die gemäß einem Mandat des Weltsicherheitsrats handeln wird - das für uns beste Format ist eine Polizeimission der Europäischen Union“, sagte der prowestliche Staatschef bei einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats am Mittwochabend in Kiew.

Sechs Tote

Beim Abzug von rund 2500 Regierungssoldaten aus der strategisch wichtigen Stadt Debalzewo seien mindestens sechs Militärangehörige von Separatisten getötet und mehr als 100 verletzt worden, sagte Poroschenko. Er warf den prorussischen Aufständischen vor, die vereinbarte Waffenruhe von Beginn an bewusst verletzt zu haben.

Die Aufständischen setzen unterdessen ohne Wahl den Separatisten Alexander Afendikow als Bürgermeister von Debalzewo ein. Er kündigte die Verlegung schwerer Technik in die Stadt an, um Kampfschäden zu beseitigen. Von ursprünglich 25 000 Einwohnern seien etwa 20 000 Bürger vor den Gefechten aus der Stadt geflüchtet, sagte Afendikow.

Der Rückzug der ukrainischen Truppen aus der Stadt war zwar eine bittere Niederlage für Poroschenko. Zugleich hielt er damit aber den Weg für die Umsetzung des Friedensprozesses offen. Poroschenko kritisierte Russland scharf. „Die ganze Welt hat gesehen, dass Russland seine Verpflichtungen nicht einhält“, sagte er bei einem Treffen mit Regierungssoldaten im Unruhegebiet.


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