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Nach Raketentest: Seoul und Tokio wollen Druck auf Nordkorea erhöhen
International 2 Min. 30.08.2017

Nach Raketentest: Seoul und Tokio wollen Druck auf Nordkorea erhöhen

Der UN-Sicherheitsrat beschäftigte sich am Dienstag in einer Sondersitzung mit dem rezenten Raketentest Nordkoreas.

Nach Raketentest: Seoul und Tokio wollen Druck auf Nordkorea erhöhen

Der UN-Sicherheitsrat beschäftigte sich am Dienstag in einer Sondersitzung mit dem rezenten Raketentest Nordkoreas.
Foto: AFP
International 2 Min. 30.08.2017

Nach Raketentest: Seoul und Tokio wollen Druck auf Nordkorea erhöhen

Michel THIEL
Michel THIEL
Nordkorea provozierte am Dienstag mit einem riskanten Raketentest, Experten warnen vor den unkalkulierbaren Risiken, die Kim Jong Uns Machtdemonstration mit sich bringt.

(dpa) - Nach dem neuerlichen Test einer Mittelstreckenrakete durch Nordkorea wollen Südkorea und Japan den Druck auf die Führung in Pjöngjang auf „ein extremes Maß“ steigern. Darauf hätten sich der südkoreanische Präsident Moon Jae In und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe am Mittwoch in einem Telefongespräch verständigt, teilte das Präsidialamt in Seoul mit. Beide sprachen sich für neue UN-Sanktionen gegen Pjöngjang aus. Die Tatsache, dass Nordkorea bei dem Test eine Rakete über Japan hinweg abgefeuert habe, sei eine Handlung von „unfassbarer Gewalt“, wurde Moon von einem Sprecher zitiert. 

Seoul und Tokio wollten sich den Angaben zufolge in Zusammenarbeit mit den USA für „konkretere und wirkungsvollere Maßnahmen des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea einsetzen“. Nordkorea solle an den Verhandlungstisch zurückgebracht werden. Das höchste UN-Gremium hatte zuvor den Raketentest Nordkoreas in einer Sondersitzung einstimmig als „empörend“ verurteilt. Zudem wurde Nordkorea aufgerufen, konkrete Schritte zu ergreifen, um die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu senken. 

Trotz geltender Sanktionen hatte Nordkorea am Dienstag eine Rakete über den Norden Japans hinweg in Richtung Pazifik gefeuert und dafür harsche internationale Kritik geerntet. Machthaber Kim Jong Un bestätigte den „erfolgreichen“ Test einer Mittelstreckenrakete vom Typ Hwasong-12, er sei „äußerst zufrieden“. Kim habe betont, der Raketentest sei eine Antwort auf die Manöver des südkoreanischen und US-Militärs, berichteten die Staatsmedien. 

"Unkalkulierbares Risiko"

Nordkorea verfügt nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri über nuklearfähiges Material für 10 bis 20 Atomsprengköpfe. Das Land nehme mit seinen Tests ein unkalkulierbares Risiko in Kauf, sagte die Sipri-Expertin für die Region, Shannon Kile, in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch).

„Eine Fehlfunktion oder ein Unfall hätten dazu führen können, dass die Rakete auf japanischem Territorium aufschlägt“, sagte Kile. Zudem habe Nordkorea internationale Normen verletzt, indem es den Test zuvor weder der internationalen kommerziellen Luftfahrt noch dem Schiffsverkehr angezeigt habe.

Kile warnte vor einer „gefährlichen und potenziell destabilisierenden Entwicklung in der Region“. Nach den Bemerkungen von US-Präsident Donald Trump, Nordkorea lenke infolge der härteren Gangart der USA wohl ein, „will Nordkorea offenbar ein Zeichen der Unnachgiebigkeit setzen“. Deshalb müsse endlich ein diplomatischer Ansatz gefunden werden, um die Spannungen Schritt für Schritt zu reduzieren und die ihnen zugrunde liegenden Ursachen anzugehen, forderte die Expertin.


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