Wählen Sie Ihre Nachrichten​

1389 Soldaten unehrenhaft entlassen
International 31.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach Putschversuch

1389 Soldaten unehrenhaft entlassen

Erdogan reorganisiert die Armee - und entlässt tausende Uniformierte.
Nach Putschversuch

1389 Soldaten unehrenhaft entlassen

Erdogan reorganisiert die Armee - und entlässt tausende Uniformierte.
Foto: AFP
International 31.07.2016 Aus unserem online-Archiv
Nach Putschversuch

1389 Soldaten unehrenhaft entlassen

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan räumt innerhalb der Armee auf. Nicht nur Offiziere werden von ihren Ämtern entbunden. Zudem reorganisiert er die Ausbildung von Offizieren.

(dpa) - Nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei hat Präsident Recep Tayyip Erdogan per Notstands-Dekret 1389 Soldaten unehrenhaft aus den türkischen Streitkräften entlassen. Darunter sei ein ehemaliger Berater Erdogans, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Sonntag unter Berufung auf das im Amtsblatt veröffentlichte Dekret. Bereits am Mittwoch hatte Erdogan 1684 Offiziere entlassen, 149 davon im Generalsrang.

Anadolu berichtete weiter, mit dem nun veröffentlichten Dekret würden außerdem die Militärakademien -und Gymnasien geschlossen. Zur Ausbildung von Offizieren werde eine Universität geschaffen, die dem Verteidigungsministerium unterstellt ist. Die Landstreitkräfte, die Luftwaffe und die Marine werde mit dem Beschluss ebenfalls dem Verteidigungsministerium unterstellt. 

Die türkische Führung wirft den betroffenen Soldaten vor, Verbindungen zu dem in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen zu haben, den Erdogan für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich macht.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Köln ist an diesem Sonntag Schauplatz einer Pro-Erdogan-Demonstration mit bis zu 30 000 Teilnehmern. 2700 Polizisten sind im Einsatz, denn es gibt auch noch vier Gegenkundgebungen - unter anderem von Rechtsextremisten.
(FILES) This file photo taken on April 10, 2016 shows Police cordonning protesters during a "Peace March for Turkey" organized by the new German Turkish Committee in Hamburg.
Tens of thousands of supporters of Turkish President Recep Tayyip Erdogan plan to rally in the German city of Cologne on July 31,2016 as tensions over Turkey's failed coup have put authorities on edge. / AFP PHOTO / dpa / Daniel Reinhardt
Präsident lässt Beleidigungsklagen fallen
Der türkische Präsident Erdogan ist schnell beleidigt. Dem Westen und speziell der EU wirft er mangelnde Solidarität nach dem Putsch vor. Immerhin: Seine zahlreichen Beleidigungsklagen zieht er zurück.
This picture taken on July 25, 2016, shows scarves with the effigy of Turkish President Recep Tayyip Erdogan a rally against the military coup in Ankara.
Turkish authorities on July 25 issued arrest warrants for over 40 journalists in a new phase of the controversial legal crackdown after the failed coup against President Recep Tayyip Erdogan, sparking fresh alarm over the scope of the detentions. / AFP PHOTO / ADEM ALTAN
Im Rundumschlag der türkischen Führung gegen unliebsame Kritiker und mögliche Gegner kommen jetzt die Medien dran. Daneben gibt es einen kräftigen Aderlass der Armee.
Erdogan setzt alle Mittel ein, um Herr der Lage zu bleiben.
Nach der Verhaftungs- und Entlassungswelle in der Türkei neigen manche Politiker dazu, die EU-Beitrittsgespräche mit dem Land am Bosporus abzubrechen. Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn erteilt diesen Forderungen eine Absage.
Jean Asselborn: ""Wir müssen an die Menschen in der Türkei denken."
In der EU wächst die Sorge wegen der Massenfestnahmen in der Türkei. Mehr als 10 000 Verdächtige sind bereits betroffen, und die Razzien dauern an. Zudem erschwert die Regierung eine Flucht ins Ausland.
Der türkische Präsident Erdogan ließ mehr als 44000 Beamte vom Dienst suspendieren.