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Nach Protesten: Labour-Chef ruft zu Widerstand gegen Johnson auf
International 3 2 Min. 01.09.2019

Nach Protesten: Labour-Chef ruft zu Widerstand gegen Johnson auf

Viele gingen am Samstag auf die Straßen Londons, um ihre Meinung gegen das Vorhaben von Boris Johnson zu äußern.

Nach Protesten: Labour-Chef ruft zu Widerstand gegen Johnson auf

Viele gingen am Samstag auf die Straßen Londons, um ihre Meinung gegen das Vorhaben von Boris Johnson zu äußern.
Foto: dpa
International 3 2 Min. 01.09.2019

Nach Protesten: Labour-Chef ruft zu Widerstand gegen Johnson auf

Zehntausende haben bereits am Samstag in Großbritannien gegen Boris Johnson und die geplante Zwangspause des Parlaments protestiert.

(dpa) - Ermutigt von den Massenprotesten gegen den britischen Premierminister Boris Johnson hat Oppositionsführer Jeremy Corbyn die Abgeordneten aller Parteien zum Widerstand im Parlament aufgerufen

Wenn das Unterhaus am Dienstag aus der Sommerpause kommt, müssten alle zusammenstehen, um einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU ohne Austrittsabkommen zu verhindern, sagte Corbyn am Samstag im schottischen Glasgow. 

"Alle müssen zusammenstehen, um einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU ohne Austrittsabkommen zu verhindern", sagte Corbyn am Samstag im schottischen Glasgow.
"Alle müssen zusammenstehen, um einen Ausstieg Großbritanniens aus der EU ohne Austrittsabkommen zu verhindern", sagte Corbyn am Samstag im schottischen Glasgow.
Foto: AFP

Dort protestierten, wie in vielen anderen Städten, zehntausende Demonstranten gegen Johnson und dessen umstrittene Entscheidung, das Parlament wochenlang zu suspendieren. 

Viele sprachen von einem Anschlag auf die Demokratie. Alena Ivanova von den Initiatoren der Anti-Brexit-Gruppe „Another Europe Is Possible“ kündigte weitere Proteste an. „Das war der Anfang einer riesigen Bewegung“, meinte sie.

Johnson will die mehr als 600 Abgeordneten in eine gut vierwöchige Zwangspause schicken, bevor er am 14. Oktober - zweieinhalb Wochen vor dem geplanten Brexit-Datum - sein Regierungsprogramm präsentiert. 


31.08.2019, Großbritannien, London: Demonstranten halten Plakate im Rahmen eines Protestes gegen den Brexit. In London und anderen Städten Großbritanniens hat es lautstarke Proteste gegen Premierminister Johnson gegeben. Tausende Demonstranten versuchten, sich vor dem Regierungssitz in der Downing Street mit Trommeln und Pfeifen Gehör zu verschaffen. Foto: Rick Findler/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Zehntausende bei Protesten gegen Boris Johnson
Zehntausende demonstrieren in Großbritannien gegen Premier Boris Johnson und die wochenlange Suspendierung des Parlaments. Für die einen ist es ein neuer Protest gegen den Brexit, für die anderen geht es um die Demokratie.

Seine Gegner argwöhnen, dass er damit einen Vorstoß der Opposition gegen seine Politik im Parlament verhindern will. Labour-Chef Corbyn hofft, einen ungeordneten Brexit mit Unterstützung von Rebellen in der Regierungspartei per Gesetz verhindern zu können.

Sollte es dennoch dazu kommen, befürchten viele Chaos und einen Konjunktureinbruch. Für einen Gesetzesvorstoß wird die Zeit aber nun sehr knapp. Johnson schließt einen EU-Austritt ohne Abkommen nicht aus. Er will unbedingt am Austrittsdatum 31. Oktober festhalten. 

Das vorliegende Austrittsabkommen akzeptiert er nicht. Er verlangt Nachbesserungen, zu der die EU aber bislang nicht bereit ist. Sie wartet nach eigenen Angaben auf konkrete Vorschläge aus London, wie genau eine Lösung aussehen könnte.

Landesweite Proteste

Bei den Protesten in London, Manchester, Birmingham, Liverpool, Leeds und vielen anderen Städten machten Demonstranten ihrem Ärger mit Rufen wie „Boris, raus“ und „Schäm' Dich, Boris“ Luft. In Oxford demonstrierten Studenten am Balliol College, wo Johnson einst studierte. Sie kritisierten sein Vorgehen als undemokratisch.  

 

  Wir können es Boris Johnson nicht erlauben, das Parlament und die Stimme des Volkes zu unterdrücken. 

„Wir können es Boris Johnson nicht erlauben, das Parlament und die Stimme des Volkes zu unterdrücken“, meinte die innenpolitische Sprecherin der Labour-Partei, Diane Abbott, in London, wo sie mit Demonstranten vor dem Regierungssitz in der Downing Street stand. Tausende Menschen machten dort mit Trommeln, Pfeifen und Sprechchören Krach. „Es geht um unsere Demokratie“, sagte Studentin Audrey (23).   

Zahlreiche Menschen versammelten sich zu einer Demonstration gegen die Entscheidung von Premier Johnson das britische Parlament in eine Zwangspause zu schicken.
Zahlreiche Menschen versammelten sich zu einer Demonstration gegen die Entscheidung von Premier Johnson das britische Parlament in eine Zwangspause zu schicken.
Foto: dpa

„Egal, ob man für oder gegen den Brexit gestimmt hat - er kann nicht einfach das Parlament schließen“, sagte sie an die Adresse Johnsons. „Das Volk hat ihn nicht gewählt“, sagte Mia (26). „Wir dürfen nicht zulassen, dass so ein Politiker uns in ein Desaster führt.“ Johnson hatte seine Vorgängerin Theresa May im Juli nach einer Abstimmung unter Mitgliedern der konservativen Partei abgelöst.


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