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Nach Protesten gegen Polizei: Charlotte im Ausnahmezustand
International 16 22.09.2016 Aus unserem online-Archiv

Nach Protesten gegen Polizei: Charlotte im Ausnahmezustand

Mit zunehmender Brutalität stehen sich in Charlotte, North Carolina, Demonstranten und Sicherheitskräfte gegenüber.

Nach Protesten gegen Polizei: Charlotte im Ausnahmezustand

Mit zunehmender Brutalität stehen sich in Charlotte, North Carolina, Demonstranten und Sicherheitskräfte gegenüber.
AFP
International 16 22.09.2016 Aus unserem online-Archiv

Nach Protesten gegen Polizei: Charlotte im Ausnahmezustand

Nach einer Nacht der Proteste eskalierte die Lage in der US-Stadt und es kam zu Zusammenstößen. Dabei wurde ein Demonstrant angeschossen. Der Gouverneur von North Carolina forderte die Nationalgarde an.

(dpa) - Nach Zusammenstößen bei Protesten gegen Polizeigewalt in der US-Stadt Charlotte ist dort der Ausnahmezustand ausgerufen worden. Er habe außerdem Maßnahmen eingeleitet, um die Nationalgarde und die Autobahnpolizei einzuberufen, twitterte der Gouverneur des Bundesstaats North Carolina, Pat McCrory, in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit).

Die Polizei habe um diese Unterstützung gebeten, sagte er dem Nachrichtensender CNN. Die Nationalgarde solle Gebäude und Güter schützen. Eine Ausgangssperre sei ebenfalls eine Option. Eine solche Entscheidung müsse aber die Bürgermeisterin von Charlotte, Jennifer Roberts, treffen.

Am Mittwoch waren eine zweite Nacht in Folge hunderte Menschen in Charlotte auf die Straße gegangen, um gegen den Tod eines Afroamerikaners durch Polizeischüsse am Dienstag zu protestieren. Nach kurzer Zeit eskalierte die Lage und es kam zu Zusammenstößen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Demonstration aufzulösen.

Dabei wurde ein Demonstrant angeschossen. Zunächst hieß es, er sei ums Leben gekommen. Die Stadtverwaltung korrigierte dann allerdings einen eigenen früheren Bericht. Der Mann sei in kritischem Gesundheitszustand und an lebenserhaltende Systeme angeschlossen, twitterte sie. Er war den Angaben zufolge von einem anderen Zivilisten angeschossen worden. Die Polizei habe nicht geschossen.

Bei Protesten in der Nacht davor waren 16 Polizisten verletzt worden. Polizeichef Kerr Putney berichtete am Mittwoch, Polizisten hätten am Dienstag einen Verdächtigen gesucht.

Dabei hätten sie auf einem Parkplatz einen Bewaffneten in einem Auto angetroffen und ihn mehrfach aufgefordert, auszusteigen. Das habe er schließlich getan, allerdings mit der Waffe. Er habe die Polizisten bedroht, daraufhin habe einer von ihnen geschossen. Der Schütze und der getötete Familienvater (43) sind Afroamerikaner.


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