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Nach Luxleaks: Austausch über Steuer-Vorbescheide kommt
International 2 Min. 06.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Nach Luxleaks: Austausch über Steuer-Vorbescheide kommt

Der luxemburgische Finanzminister Pierre Gramegna erklärte, die Einigung sei ein "starkes Signal".

Nach Luxleaks: Austausch über Steuer-Vorbescheide kommt

Der luxemburgische Finanzminister Pierre Gramegna erklärte, die Einigung sei ein "starkes Signal".
Foto: Chris Karaba
International 2 Min. 06.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Nach Luxleaks: Austausch über Steuer-Vorbescheide kommt

Die EU-Finanzminister haben sich am Dienstag in Luxemburg auf ein neues Gesetz geeinigt, das erstmals einen Austausch von sogenannten Steuer-Vorbescheiden für Unternehmen ermöglicht.

(dpa) - Großkonzerne haben es künftig in Europa schwerer, Gewinne über Grenzen hinweg zu verschieben und damit Steuern zu sparen. Die EU-Finanzminister verständigten sich am Dienstag in Luxemburg einstimmig auf ein neues Gesetz, das erstmals einen Austausch von sogenannten Steuer-Vorbescheiden für Unternehmen ermöglicht.

Nach den „Luxleaks“-Medienenthüllungen über Praktiken in Luxemburg waren die Vorbescheide zwischen nationalen Steuerbehörden und Unternehmen im vergangenen Jahr in die Kritik geraten. Inzwischen prüft die EU-Kommission Vorbescheide in vielen Mitgliedstaaten.

Gesetz ab 2017 gültig

Das Gesetz soll vom 1. Januar 2017 an gelten. Es werden dabei grundsätzlich gültige Steuer-Vorbescheide rückwirkend bis zum 1. Januar 2012 erfasst, sagte der amtierende EU-Ratsvorsitzende, Luxemburgs Ressortchef Pierre Gramegna. Um diesen Punkt hatte es lange Streit gegeben. Jedes Jahr gehen den öffentlichen Kassen laut EU-Kommission Milliardenbeträge durch Steuervermeidung verloren.

Der Grünen-Finanzexperte Sven Giegold kritisierte, die Kommission sei bei dem vereinbarten Austausch von entscheidenden Informationen abgeschnitten. „Um Steuerdumping zu entdecken und zu ahnden, muss die EU-Kommission den Inhalt des Steuervorbescheids und den Namen des Unternehmens kennen“ - das sei aber nicht gewährleistet.

Die EU-Kommission hatte im Juni einen Aktionsplan zur Steuerpolitik vorlegt. Demnach sollen Konzerne ihre Gewinne dort versteuern, wo sie anfallen. Der US-Versandhändler Amazon reagiert bereits und versteuert in Europa Gewinne in einzelnen Ländern, auch in Deutschland.

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