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Nach Jet-Absturz bei Trier: US-Militär hat mit Bergung begonnen
International 3 3 Min. 09.10.2019

Nach Jet-Absturz bei Trier: US-Militär hat mit Bergung begonnen

Ein F16-Kampfflugzeug der US Air Force startet während eines rumänisch-amerikanischen Manövers.

Nach Jet-Absturz bei Trier: US-Militär hat mit Bergung begonnen

Ein F16-Kampfflugzeug der US Air Force startet während eines rumänisch-amerikanischen Manövers.
Archivfoto: DPA
International 3 3 Min. 09.10.2019

Nach Jet-Absturz bei Trier: US-Militär hat mit Bergung begonnen

Am Dienstagnachmittag ist ein Militärjet vom Typ F-16 nördlich von Trier abgestürzt. Der Pilot konnte sich retten, Zivilisten wurden nicht verletzt.

(TJ/dpa) - Am Dienstagmittag gegen 15 Uhr ist in der Gegend von Zemmer-Rodt, wenige Kilometer nördlich von Trier ein Militärjet abgestürzt. Bei dem Flugzeug handelte es sich um eine F-16 der US-Air Force. Die Maschine war auf der Air Base von Spangdahlem stationiert gewesen. Demnach ist die Maschine nur wenige Kilometer von ihrer Basis abgestürzt.

Die Polizei aus Trier bestätigte per Twitter, dass es wegen des Absturzes einen Polizei- und Rettungseinsatz gebe. Der Pilot hat sich mit dem Schleudersitz aus der Maschine retten können.

Er sei vom Team eines Rettungshubschraubers geborgen und in ein Krankenhaus gebracht worden. Er sei nur leicht verletzt worden, teilte die Airbase auf ihrer Internetseite mit. Bei dem Einsatz habe es sich um eine Routineübung gehandelt.

„Wir sind froh, dass es dem Piloten gut geht“, sagte Chief Master Sergeant Christopher Ostrom am Abend in Rodt (Kreis Trier-Saarburg) unweit der Aufschlagsstelle des Jets vom Typ F-16.

Der Pilot sei noch am Dienstag aus der medizinischen Behandlung entlassen worden. „Er ist wieder zurück bei seiner Familie auf der Air Base“, sagte ein Sprecher vom US-Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem. Die Absturzursache sei noch völlig unklar. Es werde eine umfassende Untersuchung geben, die zwei bis drei Monate dauern könnte, sagte der Sprecher vom US-Flugplatz.  

Nach dem Absturz eines US-Kampfjets in der Süd-Eifel hat das amerikanische Militär nun mit der Bergung von Wrackteilen begonnen. „Die Arbeiten können mehrere Tage bis mehrere Wochen dauern“, sagte ein Sprecher vom US-Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem am Mittwoch. Es gebe keinen Zeitplan, man sollte allerdings von einer Dauer von mindestens einer Woche ausgehen. Das gelte auch für die Sperrung der angrenzenden Kreisstraße 34.

„Es wird eine umfassende Untersuchung geben“, kündigte Chief Master Sergeant Christopher Ostrom an. Klar sei aber bereits: „Das Gebiet ist sicher.“ Es gehe keine Gefahr von dem zerschellten Flugzeug aus. Sollten Anwohner außerhalb des Sperrbereichs jedoch Wrackteile finden, sollten sie sich an die Polizei wenden und die Trümmerteile nicht anfassen.

Rund um die Absturzstelle hat das Militär das Kommando übernommen. Zahlreiche Straßen wurden abgesperrt, die Militärpolizei der Feldjäger unterstützte die Amerikaner dabei, eine militärische Sicherheitszone abzusperren.

Laut einer Pressemitteilung am Mittwochnachmittag werde eine mögliche Gefährdung des Trinkwassers durch Kerosin oder Hydrazin aktuell noch durch Spezialisten untersucht. Erste Luftmessungen durch den Gefahrstoffzug Trier-Saarburg am Dienstagabend seien jedoch negativ ausgefallen. 

Der Ortsbürgermeister von Zemmer, Edgar Schmitt, zeigte sich erleichtert, dass der Crash außerhalb seiner Ortschaft passierte: „Ich bin sehr froh, dass das Flugzeug nicht in den Ort gekommen ist“, sagte er am Abend. Die Stelle in dem Wald, wo der Jet liege, sei schwer zugänglich.   

Zemmer liegt nördlich von Trier, auf halber Strecke nach Bitburg. In Spangdahlem ist das 52. Jagdgeschwader stationiert: Es umfasst eine F16-Kampfjet-Staffel mit mindestens 24 Flugzeugen. Zur US-Base gehören rund 4000 US-Soldaten.   

Nach dem Absturz des US-Kampfjets werden von dem US-amerikanischen Flugplatz Spangdahlem in der Eifel vorerst keine Maschinen vom Typ F-16 mehr abheben.  

„Wir wissen nicht, wann wir die Flüge wieder aufnehmen“, sagte ein Sprecher des US-Luftwaffenstützpunktes im Land Rheinland-Pfalz am Donnerstag.   

Es ist der zweite Unfall mit Militärmaschinen in Deutschland binnen weniger Monate. Bei einer Luftkampfübung waren im Juni an der Müritz im ostdeutschen Land Mecklenburg-Vorpommern zwei Eurofighter der Bundes-Luftwaffe in größerer Höhe kollidiert und abgestürzt. Ein Pilot rettete sich mit dem Schleudersitz und überlebte den Unfall verletzt, der andere - ein 27-Jähriger - starb.

Auch in den vergangenen Jahren gab es mehrere Abstürze von Militärmaschinen in Rheinland-Pfalz. Im September 2006 stürzte eine F-16 aus Spangdahlem bei Oberkail in der Eifel ab - auch hier rettete sich der Pilot mit dem Schleudersitz. Im April 2011 ging ein weiteres US-Militärflugzeug aus Spangdahlem bei Laufeld in der Eifel zu Boden, der Pilot überlebte verletzt. Ein Tornado-Kampfflugzeug der Bundeswehr stürzte im Januar 2014 beim Landeanflug auf Büchel (Kreis Cochen-Zell) ab: Beide Piloten überlebten.  


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