Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Nach Gesprächen mit Nordkorea: Trump weist seinen Außenminister zurecht
International 3 Min. 01.10.2017

Nach Gesprächen mit Nordkorea: Trump weist seinen Außenminister zurecht

Donald Trump hat seinen Außenminister öffentlich brüskiert.

Nach Gesprächen mit Nordkorea: Trump weist seinen Außenminister zurecht

Donald Trump hat seinen Außenminister öffentlich brüskiert.
Foto: AFP
International 3 Min. 01.10.2017

Nach Gesprächen mit Nordkorea: Trump weist seinen Außenminister zurecht

Die öffentliche Kriegsrhetorik zwischen den USA und Nordkorea schaukelte sich in letzter Zeit immer stärker hoch. Doch die beiden Länder haben Kontakt - das enthüllte Außenminister Tillerson. Von seinem Chef wurde er dafür öffentlich brüskiert.

(dpa) - Die USA suchen im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm das Gespräch mit Pjöngjang - über direkte Kanäle. Das hat das US-Außenministerium am Samstag erstmals enthüllt. Allerdings ist die US-Regierung bisher damit abgeblitzt. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die nordkoreanische Führung an Gesprächen über eine Denuklearisierung interessiert sei, teilte Ministeriumssprecherin Heather Nauert mit. Die Führung in Pjöngjang reagierte bislang nicht auf diese Angaben.

Zuvor hatte Außenminister Rex Tillerson erstmals publik gemacht, dass die USA jenseits der gegenseitigen öffentlichen Kriegsrhetorik über drei Kommunikationskanäle sondierten, ob Pjöngjang Gespräche wolle. „Wir befinden uns nicht in einem Blackout“, sagte er der „New York Times“ zufolge, während eines Besuches in Peking. „Wir können mit ihnen reden. Wir reden mit ihnen.“ Danach gefragt, ob die Kommunikationsdrähte über China liefen, schüttelte er den Kopf. „Direkt“, sagte er. „Wir haben unsere eigenen Kanäle.“

Spar dir deine Energie, wir werden tun, was getan werden muss.

US-Präsident Donald Trump hat seinen Außenminister wegen dessen Gesprächsbereitschaft gegenüber Nordkorea nun öffentlich brüskiert. „Ich habe Rex Tillerson, unserem wunderbaren Außenminister, gesagt, dass er seine Zeit vergeudet, indem er versucht, mit Little Rocket Man zu verhandeln“, twitterte Trump am Sonntag. „Spar dir deine Energie, wir werden tun, was getan werden muss.“ Trump bezog sich auf Tillersons Enthüllung vom Samstag, dass über einen direkten Draht Versuche laufen, die Führung in Pjöngjang zu Gesprächen über das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm zu bewegen. „Little Rocket Man“ (Kleiner Raketenmann) ist Trumps Bezeichnung für Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un.

Der Konflikt um Pjöngjangs Atom- und Raketenprogramm stand am Samstag auch im Mittelpunkt der Gespräche von Tillerson mit der chinesischen Führung in Peking. Der US-Außenminister, der sogar von Staatschef Xi Jinping persönlich empfangen wurde, bereitete mit seiner Visite zugleich den geplanten Besuch von US-Präsident Donald Trump im November in China vor.

Die Visite wird eine große Gelegenheit für die Entwicklung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen.

Xi lobte die „sehr guten Arbeitsbeziehungen und persönliche Freundschaft“, die seit seinem ersten Treffen mit dem US-Präsidenten im April in Trumps Golfclub Mar-a-Lago in Florida bestünden. Er gehe davon aus, dass Trumps erster Besuch in China „besonders, wunderbar und erfolgreich“ werde, sagte Xi nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua bei der Begegnung mit Tillerson weiter. „Die Visite wird eine große Gelegenheit für die Entwicklung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen.“

Auch der US-Außenminister sprach bei einem Treffen mit Chinas Staatsrat Yang Jiechi von einer „sehr regelmäßigen und engen Arbeitsbeziehung“, die Trump und Xi entwickelt hätten. Yang Jiechi, der oberste für Außenpolitik zuständige chinesische Politiker, rief dazu auf, sich auf die Kooperation zu konzentrieren und „angemessen mit unseren Differenzen umzugehen“.

Die USA hatten versucht, China zu mehr Druck auf Nordkorea zu drängen, das rund 90 Prozent seines Handels über den großen Nachbarn abwickelt. Peking ist aber gespalten: Zwar will das Land in seiner Nachbarschaft keine Atomwaffen. Jedoch fürchtet China einen Kollaps Nordkoreas, der Flüchtlingsströme nach China und das Heranrücken von US-Truppen bis an die chinesische Grenze zur Folge haben könnte. 

Peking will deswegen nicht zu weit gehen, setzt aber die mitbeschlossenen UN-Sanktionen gegen Nordkorea um. So ordnete Peking erst am Donnerstag im Rahmen der UN-Beschlüsse eine Schließung aller nordkoreanischen Unternehmen in China bis Ende Januar an, lehnt aber ein von den USA gefordertes komplettes Öl-Embargo gegen Nordkorea ab.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Atomstreit: USA stehen in direktem Kontakt mit Nordkorea
Der Konflikt mit Nordkorea weckt Ängste vor einem Krieg. In Peking spricht US-Außenminister Tillerson mit Chinas Führung über die Spannungen. Überraschend berichtet er später über einen direkten Kontakt zwischen den USA und Nordkorea.
US Secretary of State Rex Tillerson (L) shakes hands with Chinese President Xi Jinping (R) before their meeting at the Great Hall of the People in Beijing on September 30, 2017. / AFP PHOTO / POOL / Lintao Zhang
In Sachen Nordkorea: Trump droht mit Alleingang
"Wenn China das Problem nicht löst, werden wir es tun", so der US-Präsident über den Streit um das nordkoreanische Atomprogramm. Trump trifft sich am 6. April mit Chinas Staatschef Xi Jinping.
Vor dem Treffen mit dem chicnesischen Staatschef gibt Donald Trump sich kämpferisch.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.