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Nach Germanwings-Absturz Gratisflüge erschlichen
International 22.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Betrugsprozess in Köln

Nach Germanwings-Absturz Gratisflüge erschlichen

Bei dem absichtlich herbeigeführten Absturz einer Germanwings-Maschine im März 2015 kamen 150 Menschen ums Leben.
Betrugsprozess in Köln

Nach Germanwings-Absturz Gratisflüge erschlichen

Bei dem absichtlich herbeigeführten Absturz einer Germanwings-Maschine im März 2015 kamen 150 Menschen ums Leben.
Foto: Reuters
International 22.10.2016 Aus unserem online-Archiv
Betrugsprozess in Köln

Nach Germanwings-Absturz Gratisflüge erschlichen

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
150 Menschen starben beim Absturz einer Germanwings-Maschine. Die Lufthansa flog Angehörige unbürokratisch zur Unglücksstelle. Das soll eine Frau ausgenutzt haben, indem sie sich als Cousine eines Opfers ausgab.

(dpa) - Nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine im März 2015 soll sich eine Frau als Angehörige eines Opfers ausgegeben haben. So kam sie an kostenlose Flüge nach Südfrankreich. Am Mittwoch steht die 35-Jährige wegen zweifachen Betrugs vor dem Kölner Amtsgericht.

Die Lufthansa hatte nach dem Unglück mit 150 Toten die Angehörigen zur Absturzstelle geflogen und auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernommen. Die Frau aus dem Kreis Höxter soll dies ausgenutzt und behauptet haben, sie sei die Cousine einer Lehrerin des Halterner Gymnasiums, das bei der Katastrophe 16 Schüler und zwei Lehrerinnen verlor. In Wirklichkeit stand sie den Ermittlungen zufolge in keiner Beziehung zu einem der Opfer.

Zwei Flüge plus Hotel, einmal mit Familie

Laut Anklage flog sie zweimal - einmal sogar in Begleitung ihrer Kinder und eines Bekannten - auf Kosten der Lufthansa für mehrere Tage nach Marseille, wo sie in einem gehobenen Hotel untergebracht wurde. Insgesamt entstand dem Unternehmen ein Schaden von rund 16 000 Euro.

Für den Prozess vor dem Schöffengericht ist nur ein Verhandlungstag angesetzt, es sind mehrere Zeugen geladen. Die Straferwartung liegt nach Angaben eines Gerichtssprechers bei einer Freiheitsstrafe zwischen zwei und vier Jahren.

Die Germanwings-Maschine war am 24. März 2015 auf dem Flug von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen abgestürzt. Der psychisch kranke Copilot hatte das Flugzeug absichtlich gegen einen Felsen gesteuert.


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A woman cries during a commemorative ceremony for victims of Germanwings Flight 9525 a day ahead of the first anniversary of the air crash, at Barcelona's airport, Spain, March 23, 2016. REUTERS/Albert Gea      TPX IMAGES OF THE DAY
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