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Nach Drohnenangriffen: Trump will keinen Krieg mit Iran
International 1 2 Min. 17.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Nach Drohnenangriffen: Trump will keinen Krieg mit Iran

„Wir müssen definitiv herausfinden, wer es getan hat“, sagte US-Präsident Donald Trump.

Nach Drohnenangriffen: Trump will keinen Krieg mit Iran

„Wir müssen definitiv herausfinden, wer es getan hat“, sagte US-Präsident Donald Trump.
Foto: AFP/Mandel Ngan
International 1 2 Min. 17.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Nach Drohnenangriffen: Trump will keinen Krieg mit Iran

Nach den Drohnenangriffen in Saudi-Arabien stehen viele Drohungen im Raum. Ob die Lage im Nahen Osten eskaliert, hängt auch davon ab, wer als Verantwortlicher ausgemacht wird. US-Präsident Trump will sich noch nicht festlegen – hat aber einen Verdacht.

(dpa) - US-Präsident Donald Trump hat nach den Angriffen auf Ölanlagen in Saudi-Arabien den Iran als möglichen Verantwortlichen ins Visier genommen. „Es sieht danach aus“, dass der Iran hinter den Angriffen stecke, sagte Trump am Montag im Weißen Haus in Washington.

Trump betonte zugleich, dass die USA keinen Krieg mit Teheran wollten.

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Die Angriffe am Samstag hatten die Sorge vor einer militärischen Eskalation im Nahen Osten befeuert und den Ölpreis in die Höhe getrieben. Deutschland, Russland und China riefen alle Beteiligten am Montag zu Besonnenheit auf. 


This satellite overview handout image obtained September 16, 2019 courtesy of Planet Labs Inc.  shows damage to oil/gas infrastructure from weekend drone attacks at Abqaig on September 14 2019 in Saudi Arabia. - Drone attacks on key Saudi oil facilities have halved crude output from OPEC's biggest exporter, catapulting oil prices by the largest amount since the first Gulf War. The crisis has focused minds on unrest in the crude-rich Middle East, with Tehran denying Washington's charge that it was responsible.Brent oil prices leapt 20 percent on Monday to chalk up the biggest intra-day daily gain since 1991. (Photo by HO / PLANET LABS INC. / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / Planet Labs Inc. / HO" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS == NO ARCHIVE
Kommentar: Die Lunte brennt
Im Persischen Golf glüht nach dem Angriff auf die größte saudische Ölfabrik die Lunte, die das Pulverfass einer größeren Konfrontation zwischen Sunniten und Schiiten jederzeit in die Luft fliegen lassen kann.

Die Lage ist ohnehin angespannt: Seit der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die US-Regierung vor gut einem Jahr hat sich der Konflikt zwischen Washington und Teheran immer weiter verschärft.

Ich will mit niemandem Krieg.

Einige Mitglieder der US-Regierung hatten den Iran für die Drohnenangriffe direkt verantwortlich gemacht – zum Beispiel Außenminister Mike Pompeo. So deutlich wurde Trump am Montag nicht. „Wir müssen definitiv herausfinden, wer es getan hat“, sagte er. Die Untersuchungen dauerten an. „Ich will mit niemandem Krieg.“ Die Vereinigten Staaten seien aber auf einen Konflikt vorbereitet. „Das war ein sehr großer Angriff. Er könnte von unserem Land sehr leicht mit einem viel, viel größeren Angriff erwidert werden.“


TOPSHOT - This AFPTV screen grab from a video made on September 14, 2019, shows smoke billowing from an Aramco oil facility in Abqaiq about 60km (37 miles) southwest of Dhahran in Saudi Arabia's eastern province. - Drone attacks sparked fires at two Saudi Aramco oil facilities early today, the interior ministry said, in the latest assault on the state-owned energy giant as it prepares for a much-anticipated stock listing. Yemen's Iran-aligned Huthi rebels claimed the drone attacks, according to the group's Al-Masirah television. (Photo by - / AFP)
Massiver Drohnenangriff auf Saudi-Arabien
Der Schock in Saudi-Arabien ist gewaltig: Die jemenitischen Huthis halbieren mit ihrer Attacke auf die größte Ölverarbeitungsanlage der Welt die saudische Ölproduktion.

Wie ernst die Lage war, zeigte am Montag auch ein Treffen im Weißen Haus: Dort wurde Trump von führenden Mitarbeitern aus dem Pentagon über die Situation unterrichtet, wie Verteidigungsminister Mark T. Esper auf Twitter erklärte. Esper warf dem Iran vor, die internationale auf Regeln basierende Ordnung zu „untergraben“.

Iran hält sich bedeckt

Der iranische Präsident Hassan Ruhani verteidigte die Angriffe aus dem Jemen gegen Ziele in Saudi-Arabien. Zu Vorwürfen der USA, dass der Iran an den Drohnenangriffen auf die größte Ölraffinerie in Saudi-Arabien beteiligt gewesen sei, äußerte sich Ruhani nicht. Schon zuvor hatte das Außenministerium in Teheran die Vorwürfe als absurd zurückgewiesen.


US President Donald Trump delivers remarks during the 2019 House Republican Conference Member Retreat Dinner in Baltimore, Maryland on September 12, 2019. (Photo by Nicholas Kamm / AFP)
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Die Krise nach dem Angriff auf Saudi-Arabien ebbt nicht ab. Der Iran lehnt ein Treffen mit den USA ab, Donald Trump droht unterdessen mit einem Vergeltungsschlag.

Am Wochenende hatten sich die Huthi-Rebellen im Jemen zu den Angriffen bekannt. Saudi-Arabien führt ein Militärbündnis an, das die Huthis im Jemen unter anderem mit Luftangriffen bekämpft. Das sunnitische Königreich sieht in den Rebellen einen engen Verbündeten seines schiitischen Erzrivalen Iran. Die Huthis greifen Saudi-Arabien regelmäßig mit Drohnen und Raketen an. Vertreter der US-Regierung erklärten Medienberichten zufolge, die Angriffe vom Wochenende seien so komplex gewesen, dass die Huthis sie nicht alleine hätten ausführen können.

Ölmarkt im Ausnahmezustand

Saudi-Arabien kündigte an, die Vereinten Nationen und internationale Experten einladen zu wollen, sich an den Ermittlungen zu beteiligen. Das Außenministerium in Riad erklärte – wie auch zuvor ein saudischer Militärsprecher – bei den Bombardierungen am Samstag seien iranische Waffen benutzt worden. Ziel der Angriffe sei in erster Linie die internationale Energieversorgung gewesen. Der saudische Ölkonzern Aramco habe rund die Hälfte der Produktion stoppen müssen.

Seit den Angriffen am Samstag ist der Ölmarkt im Ausnahmezustand. Die Ölpreise stiegen am Montag so stark wie seit Jahrzehnten nicht. Sie schnellten zunächst um fast 20 Prozent nach oben. Später schwächte sich der Anstieg etwas ab.


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