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Niederländischer Reporter Peter de Vries ist tot
International 15.07.2021
Nach Anschlag in Amsterdam

Niederländischer Reporter Peter de Vries ist tot

De Vries auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2017.
Nach Anschlag in Amsterdam

Niederländischer Reporter Peter de Vries ist tot

De Vries auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2017.
Foto: AFP
International 15.07.2021
Nach Anschlag in Amsterdam

Niederländischer Reporter Peter de Vries ist tot

Peter de Vries wurde am 6. Juli in Amsterdam auf offener Straße niedergeschossen. Er hat seine Verletzungen nicht überlebt.

(dpa) -  Der prominente niederländische Kriminal-Reporter Peter R. de Vries (64) ist knapp zehn Tage nach dem Mordanschlag auf ihn in Amsterdam seinen schweren Verletzungen erlegen. Das teilte die Familie am Donnerstag in Amsterdam mit. De Vries war am 6. Juli niedergeschossen worden. „Peter hat gekämpft bis zum Ende, aber er konnte den Kampf nicht gewinnen“, heißt es in der Erklärung der Familie. Kollegen und Politiker reagierten bestürzt auf den Tod des bekannten Reporters.


Bystanders including security personnel look at a display of flowers, candles and messages of support for Peter R. de Vries in the Lange Leidsedwarsstraat, central Amsterdam on July 7, 2021, after the crime reporter was seriously injured after an attempt on his life late July 6. - Prominent Dutch crime reporter Peter R. de Vries was fighting for his life in a Dutch hospital on July 7, 2021, after being shot multiple times, including in the head, in what the EU chief described as  "an attack on our values." Amsterdam police chief Frank Paauw said three people had been arrested, among them the suspected shooter, but gave no details on the possible reasons for the attack. (Photo by Koen van Weel / ANP / AFP) / Netherlands OUT
Die Spur führt in das Drogenmilieu
Der Mordanschlag auf einen bekannten Reporter hat die Niederlande geschockt. Zwei Verdächtige sitzen in U-Haft.

Ein Mann hatte auf den Reporter auf offener Straße mehrere Schüsse abgegeben, als er ein TV-Studio verlassen hatte. Der Mordanschlag hat die Niederlande zutiefst geschockt und war auch international mit Entsetzen aufgenommen worden.

Zwei Männer, ein 35-jähriger Pole mit Wohnsitz im Ort Maurik im Südosten des Landes, sowie ein 21 Jahre alter Rotterdamer waren kurz nach der Tat festgenommen worden. Einer von ihnen soll der Schütze sein. Die Polizei hatte sich bisher nicht zu Hintergründen der Tat geäußert. Vieles deutet jedoch daraufhin, dass der Mord in Verbindung steht mit der Arbeit des Reporters.

Menschen legen für Peter de Vries Blumen ab.
Menschen legen für Peter de Vries Blumen ab.
Foto: AFP

De Vries war aktuell Vertrauensperson des Kronzeugen eines großen Strafprozesses gegen eine Drogenbande. Der Bruder des Kronzeugen sowie auch sein Verteidiger waren bereits 2019 ermordet worden. Auch der Reporter war bedroht worden. Doch er hatte Personenschutz abgelehnt.


10.07.2021, Niederlande, Amsterdam: Polizei steht vor dem Studio von RTL Boulevard (oben r) am Leidseplein, das evakuiert wurde. Wenige Tage nach dem Mordanschlag auf den niederländischen Kriminalreporter de Vries ist am Samstag eine Fernsehsendung wegen Drohungen abgesagt worden. Ein Sprecher der Amsterdamer Stadtverwaltung erklärte, es sei eine ernstzunehmende Drohung gegen die Sendung eingegangen. Foto: Evert Elzinga/ANP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Studio in Amsterdam nach Drohungen gegen TV-Sender geräumt
Erst ein Mordanschlag, dann Drohungen gegen ein Fernsehstudio. Es wirft die Frage auf, ob niederländische Medien gar von der Armee beschützt werden sollten.

Politiker aus dem In- und Ausland hatten die Tat als Anschlag auf den Rechtsstaat und den Journalismus scharf verurteilt. Medienverbände verlangten die rückhaltlose Aufklärung.

De Vries war fast 30 Jahre lang der führende Kriminalreporter der Niederlande und war oft auch als Sprecher von Opfern oder Zeugen bei Prozessen aufgetreten. Regelmäßig war er Gast bei TV-Talkshows. International bekannt wurde der Reporter 1987 mit seinem Bestseller über die Entführung des Bierbrauers Freddy Heineken. 2008 gewann er einen Emmy Award für seine Reportagen über den Fall von Natalee Holloway. Die Amerikanerin war 2005 auf Aruba verschwunden und vermutlich von einem Niederländer getötet worden.

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