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Nach angeblichem Wasserstoffbomben-Test: Trump: "Nordkorea versteht nur eine Sache!"
International 4 Min. 03.09.2017

Nach angeblichem Wasserstoffbomben-Test: Trump: "Nordkorea versteht nur eine Sache!"

Donald Trump hat auf den angeblichen Wasserstoffbombentest von Kim Jong-un in Norkorea reagiert.

Nach angeblichem Wasserstoffbomben-Test: Trump: "Nordkorea versteht nur eine Sache!"

Donald Trump hat auf den angeblichen Wasserstoffbombentest von Kim Jong-un in Norkorea reagiert.
Foto: AFP
International 4 Min. 03.09.2017

Nach angeblichem Wasserstoffbomben-Test: Trump: "Nordkorea versteht nur eine Sache!"

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Kim Jong Un dreht an der Eskalationsschraube. Erst gibt Nordkoreas Machthaber vor, dass er jetzt auch eine Wasserstoffbombe besitzt. Dann bebt die Erde. Jetzt hat sich US-Präsident Trump zu Wort gemeldet.

(dpa) -  Nordkorea hat nach eigenen Angaben erneut eine Wasserstoffbombe gezündet. Das hätten die Staatsmedien des Landes am Sonntag mitgeteilt, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. 

US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea nach dessen jüngstem „bedeutendem Atomwaffentest“ als einen Schurkenstaat bezeichnet, „dessen Worte und Taten weiterhin sehr feindselig und gefährlich für die Vereinigten Staaten sind“. Nordkorea sei auch eine große Bedrohung und Peinlichkeit für China, das mit seinen Hilfeversuchen nur wenig Erfolg habe, schrieb Trump am Sonntagmorgen auf Twitter weiter. „Südkorea merkt gerade, wie ich ihnen gesagt habe, dass ihre Sprache der Beschwichtigung mit Nordkorea nicht funktionieren wird, die verstehen nur eine Sache!“

Dem vorausgegangen war ein Erdbeben. Dies teilte das südkoreanischen Militärs mit. Ein Erdbeben am Sonntag, das eine Stärke von 6,3 erreichte, sei durch einen unterirdischen Atomversuch ausgelöst worden, teilte das Militär in Seoul mit. Später wurde nach chinesischen Angaben ein weiteres Beben der Stärke 4,7 gemessen.

Allerdings haben Chinas Umweltbehörden keine auffällige radioaktive Strahlung messen können. Wie das Umweltministerium in Peking am Sonntag mitteilte, wurde erstmals ein neuer Krisenmechanismus zur Überwachung der Radioaktivität in den drei Nordkorea am nächsten gelegenen Provinzen Nordostchinas (Liaoning, Jilin und Heilongjiang) sowie der gegenüber Südkorea liegenden Provinz Shandong aktiviert. Die Messergebnisse seien „normal“.

Nordkorea hat einen erfolgreichen Wasserstoffbombenversuch gemeldet. Hier verfolgen Menschen die Lage auf einem Bildschirm in einem Bahnhof in Seoul.
Nordkorea hat einen erfolgreichen Wasserstoffbombenversuch gemeldet. Hier verfolgen Menschen die Lage auf einem Bildschirm in einem Bahnhof in Seoul.
AFP

Wasserstoffbombe auf Interkontinentalrakete montierbar?

Nur Stunden vor dem befürchteten Atomversuch hatte Nordkoreas Machthaber verkündet, sein Land habe jetzt auch eine Wasserstoffbombe entwickelt, mit der eine Interkontinentalrakete (ICBM) bestückt werden könne. Kim Jong Un habe bei einem Besuch im staatlichen Atomwaffeninstitut eine H-Bombe inspiziert, die auf eine ICBM montiert werden sollte, berichteten die Staatsmedien am Sonntag.

Das Institut habe damit den Vorgaben der herrschenden Arbeiterpartei entsprochen, einen Durchbruch bei der atomaren Bewaffnung zu erzielen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Es hieß, der Fortschritt basiere auf dem Erfolg, den das Land mit seinem ersten Wasserstoffbombentest im Januar des vergangenen Jahres erzielt habe. Ob es damals tatsächlich ein Test mit einer Wasserstoffbombe war, konnte bislang nicht unabhängig bestätigt werden.

Menschen in einem Bahnhof in Seoul, Südkorea, schauen den jüngsten Nachrichten im Fernsehen um den möglichen Nukleartest von Nordkorea.
Menschen in einem Bahnhof in Seoul, Südkorea, schauen den jüngsten Nachrichten im Fernsehen um den möglichen Nukleartest von Nordkorea.
AFP

Trump: "Feuer und Wut"

Sollten sich die Angaben bestätigen, wäre es eine massive Provokation des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un in den stark gewachsenen Spannungen mit den USA und den Ländern in der Region. US-Präsident Donald Trump hat „militärische Optionen“ nicht ausgeschlossen, um Nordkorea daran zu hindern, sein Atom- und Raketenprogramm weiter zu entwickeln. Auch hatte der US-Präsident mit „Feuer und Wut“ gedroht, was Sorgen vor einem verheerenden bewaffneten Konflikt anfachte.

Menschen in einem Bahnhof in Seoul, Südkorea, schauen den jüngsten Nachrichten im Fernsehen um den möglichen Nukleartest von Nordkorea.
Menschen in einem Bahnhof in Seoul, Südkorea, schauen den jüngsten Nachrichten im Fernsehen um den möglichen Nukleartest von Nordkorea.
AFP

Japan geht auch von Atomtest aus

Auch die japanische Regierung geht von einem Atomtest aus, wie der japanische Außenminister Taro Kono berichtete. Die Regierung in Tokio berief den nationalen Sicherheitsrat ein. Ministerpräsident Shinzo Abe hatte zuvor erklärt, sollte es sich bei dem kurz zuvor gemessenen Erdbeben in Nordkorea tatsächlich um einen Atomtest gehandelt haben, sei dies absolut inakzeptabel. Man werde aufs Schärfste protestieren.

Die Vereinten Nationen untersuchten die unüblichen seismischen Aktivitäten. Wie die Organisation des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (CTBT) in Wien mitteilte, hätten die Messstationen Erschütterungen ermittelt, die mit einem sechsten unterirdischen Atomversuch Nordkoreas erklärt werden könnten.

Diskussion über Sanktionen

Der befürchtete Atomversuch folgte auf den Test vergangene Woche mit einer Rakete, die über Japan geflogen war. Die USA beraten gerade mit Japan oder auch den Mitgliedern im Weltsicherheitsrat über neue Sanktionen und Gegenmaßnahmen. Peking spielt hier eine wichtige Rolle, weil rund 90 Prozent des Handels mit dem isolierten Land über China läuft.

Die Nordkorea-Krise überschattet auch den am Sonntag beginnenden jährlichen Gipfel der Brics-Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika in der südostchinesischen Stadt Xiamen. Dazu wird auch Russlands Präsident Wladimir Putin in China erwartet. Vor allem in den bilateralen Gesprächen von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping mit Putin und den anderen Staats- und Regierungschefs dürften Nordkoreas Atomtests eine Rolle spielen.

USA besorgt

Die USA verfolgen die Entwicklung der Atomsprengköpfe und der Interkontinantalraketen besonders mit Sorge, weil sie einen Schlag gegen amerikanisches Territorium befürchten. Die Bestückung einer Langstreckenrakete oder ein Test einer Wasserstoffbombe wären weitere große Fortschritte im Atom- und Raketenprogramm des Landes, das seit Jahren strengen internationalen Sanktionen unterworfen ist.

Bisher wurde angezweifelt, dass Nordkorea bereits über die Technologie verfügt, einen Sprengkopf so zu verkleinern, dass er auf eine Rakete passt. Auch ist schwierig, dass ein solcher Sprengkopf auch den Wiedereintritt der Rakete in die Erdatmosphäre übersteht. Die Explosionskraft einer Wasserstoffbombe oder H-Bombe ist um ein Vielfaches höher als bei einer herkömmlichen Atombombe.

Das diplomatisch isolierte Nordkorea hat den USA und Südkorea schon mehrfach mit einem präventiven Atomschlag gedroht. Mehrfach wurde US-Pazifik-Insel Guam ins Visier genommen, wo die USA einen großen Militärstützpunkt unterhalten.

Kim Jong Un: „stolz auf die unbezwingbare Stärkung“

Bilder der nordkoreanischen Medien zeigten am Sonntag ein Foto von Kim Jong Un und hochrangigen Parteifunktionären um einen runden silbernen Behälter, der angeblich den Sprengkopf für die Rakete zeigt. Er sei „stolz auf die unbezwingbare Stärkung“ der Atomstreitkräfte, wurde Kim zitiert. Nach offizieller Darstellung lässt sich die Sprengkraft der neuen Waffe von Dutzenden Kilotonnen „bis mehrere hundert Kilotonnen“ variieren.


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