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Nach 42 Jahren: Suche nach vermisster Schülerin
International 6 2 Min. 09.04.2019

Nach 42 Jahren: Suche nach vermisster Schülerin

Einsatzkräfte der Polizei graben an einem möglichen Ablageort einer Mädchenleiche nahe Flossenbürg.

Nach 42 Jahren: Suche nach vermisster Schülerin

Einsatzkräfte der Polizei graben an einem möglichen Ablageort einer Mädchenleiche nahe Flossenbürg.
Foto: Armin Weigel/dpa
International 6 2 Min. 09.04.2019

Nach 42 Jahren: Suche nach vermisster Schülerin

Seit 42 Jahren ist Monika Frischholz aus Flossenbürg verschwunden. Die Polizei nahm den Fall vor einigen Monaten neu auf. Die Suche führte Ermittler nun an einen Waldrand in der Oberpfalz.

(dpa/SC) - Die Grabungen in der Oberpfalz im Fall der seit fast 43 Jahren vermissten Monika Frischholz sind vorerst abgeschlossen. Als Nächstes müssten die Ermittler die Ergebnisse sichten, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagabend.

Die Beamten hatten seit Montag in der Gemeinde Flossenbürg an der Grenze zu Tschechien mit Baggern nach der Leiche der verschollenen Schülerin gesucht. Die damals Zwölfjährige war am 25. Mai 1976 verschwunden, nachdem sie ihr Elternhaus in Flossenbürg verlassen hatte. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie ermordet wurde.

Bei der Suche in dieser Woche fanden die Ermittler nach eigenen Angaben unter anderem kleine Knochenteile, bei denen es sich nach ersten Untersuchungen aber vermutlich um Tierknochen handeln dürfte. Tiefergehende Analysen dazu könnten mehrere Tage oder auch Wochen dauern, hieß es. Zudem sei ein Autokennzeichen bei dem Fahrzeugwrack gefunden worden, sagte der Sprecher. Dieses stamme aus Nordbayern. Details nannte der Sprecher zunächst nicht..


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Am Fundort eines vergrabenen VW Käfers am Rande der oberpfälzischen Gemeinde wurde am Dienstag intensiv ermittelt. An einem Waldrand suchten die Beamten ein etwa 50 Quadratmeter großes Areal ab, das laut Polizeisprecher etwa zwei Meter tief ausgehoben wird.

Mehr als 20 Einsatzkräfte waren an der Suchaktion beteiligt und legten mit Schubkarren und Schaufeln bewaffnet den alten VW Käfer frei. Um das Fahrzeug aus dem Boden zu holen, mussten laut Polizei auch einige Bäume gefällt werden.

Fast 43 Jahre nach dem Verschwinden der damals Zwölfjährigen hofft die Polizei, den Fall doch noch aufklären zu können. Nach neuen Zeugenhinweisen vermuten die Ermittler, den Ablageort der Leiche gefunden zu haben. Am Montag wurde das Auto ausgegraben. Es müsse aber nicht unbedingt in Zusammenhang mit dem Verschwinden des Mädchens stehen, sagte ein Polizeisprecher.

Für Hinweise, die zur Aufklärung des ungelösten Falles führen könnten, hat das Bayrische Landeskriminalamt hat eine Belohnung von 10.000 Euro ausgeschrieben. Jede scheinbar noch so kleine Information könnte den Ermittlern bei der Aufklärung des Falles Monika von großer Bedeutung sein.

Monika Frischholz hatte den Erkenntnissen zufolge am Nachmittag des 25. Mai 1976 ihr Elternhaus verlassen. Wenig später verlor sich ihre Spur. Aufgrund von Zeugenaussagen konnten die Ermittler ihren Fußweg teilweise rekonstruieren. Ende vergangenen Jahres erhielten sie einen neuen Hinweis, der ein Tötungsdelikt nahelegte. Daraufhin rollten die Beamten den Fall wieder auf.

Dies weckt bei den Menschen in dem 1500-Einwohner-Ort die Hoffnung, dass das Rätsel gelöst werden kann, wie Bürgermeister Thomas Meiler (CSU) sagte. „Jetzt sehen die Menschen Licht am Horizont und hoffen, mit dem Thema abschließen zu können.“ Das Verschwinden des Mädchens habe die Leute immer beschäftigt. Es habe damals geheißen, Kinder sollten vorsichtig sein, wenn sie rausgehen - und in kein Auto einsteigen.

Die Suche an einem Waldrand in Flossenbürg wird fortgesetzt.
Die Suche an einem Waldrand in Flossenbürg wird fortgesetzt.
Foto: Armin Weigel/dpa

In den vergangenen Jahren haben deutsche Kriminalpolizeien verstärkt sogenannte Cold Cases wieder aufgenommen, um diese Fälle doch noch zu klären. Insbesondere Fortschritte bei der DNA-Ermittlung machen es möglich, auch nach langer Zeit solche Verbrechen zu klären. 

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