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Nach 100-Prozent-Zoll: Lage zwischen Serbien und Kosovo verschärft
International 22.11.2018 Aus unserem online-Archiv

Nach 100-Prozent-Zoll: Lage zwischen Serbien und Kosovo verschärft

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic wirft dem Kosovo vor, durch Provokationen einen Konflikt herbeiführen zu wollen.

Nach 100-Prozent-Zoll: Lage zwischen Serbien und Kosovo verschärft

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic wirft dem Kosovo vor, durch Provokationen einen Konflikt herbeiführen zu wollen.
AFP
International 22.11.2018 Aus unserem online-Archiv

Nach 100-Prozent-Zoll: Lage zwischen Serbien und Kosovo verschärft

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic wirft dem Kosovo vor, dass es einen Konflikt provozieren wolle. So seien kosovarische Sicherheitskräfte in den mehrheitlich von Serben bewohnten Norden des Landes eingerückt.

(dpa) - Nach der Einführung eines 100-Prozent-Zolls auf Waren aus Serbien durch die Regierung im Kosovo haben sich die Spannungen zwischen Belgrad und seiner mehrheitlich albanisch bevölkerten Ex-Provinz verschärft. „Wir müssen alles tun, um jegliche Konfrontation zu vermeiden“, sagte der serbische Präsident Aleksandar Vucic am Donnerstag in Belgrad.

„Sie (die Kosovo-Albaner) werden versuchen, uns mit verschiedenen Provokationen in Konflikte zu locken“, fügte er hinzu. Vucic wollte außerdem Informationen erhalten haben, dass die kosovo-albanischen Sicherheitskräfte in den von der serbischen Minderheit bewohnten Nord-Kosovo eingerückt seien.


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Die Regierung des Kosovos hatte am Vortag beschlossen, auf Waren aus Serbien und Bosnien-Herzegowina einen Zoll in Höhe von 100 Prozent zu erheben. Faktisch kommt das einem Handelsembargo gegen diese beiden Länder gleich. Die betroffenen Waren werden nämlich auf diese Weise für die Konsumenten im Kosovo unerschwinglich.

Der Ministerpräsident des Kosovos, Ramush Haradinaj, ließ durchblicken, dass der Schritt eine Revanche für die vor zwei Tagen von Serbien verhinderte Aufnahme des Kosovos in die internationale Polizeiorganisation Interpol darstellte. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini forderte Pristina auf, den neuen Zollsatz unverzüglich zurückzunehmen.

Das Kosovo hatte sich 2008 von Serbien abgespalten. Belgrad erkennt seine ehemalige Südprovinz nicht als eigenen Staat an.


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