Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Mutmaßlicher Amokfahrer von Trier will schweigen
International 2 Min. 19.08.2021
Prozessauftakt

Mutmaßlicher Amokfahrer von Trier will schweigen

Am 1. Dezember 2020 war der Angeklagte mit einem Geländewagen durch die Trierer Fußgängerzone gerast.
Prozessauftakt

Mutmaßlicher Amokfahrer von Trier will schweigen

Am 1. Dezember 2020 war der Angeklagte mit einem Geländewagen durch die Trierer Fußgängerzone gerast.
Foto: AFP
International 2 Min. 19.08.2021
Prozessauftakt

Mutmaßlicher Amokfahrer von Trier will schweigen

Neben der Frage nach dem Warum der Tat wird die Frage der Schuldfähigkeit des Angeklagten im Prozess zentral sein.

(dpa) - Der mutmaßliche Amokfahrer von Trier will sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen äußern. „Ich will selbst keine Aussage machen“, sagte er zum Beginn des Prozesses vor dem Landgericht Trier am Donnerstag. Seine Verteidigerin Martha Schwiering fügte hinzu: „Weder zur Person noch zur Sache.“ 


Durch das rasche Eingreifen der Einsatzkräfte konnte noch schlimmeres Leid verhindert werden.
Amokfahrt in Trier
Fünf Menschen kamen ums Leben, als am 1. Dezember 2020 ein 51-Jähriger mit einem Geländewagen durch die Trierer Innenstadt raste. Mindestens 24 Menschen wurden verletzt.

Zuvor hatte Oberstaatsanwalt Eric Samel die Anklage verlesen: Dem 51-jährigen Angeklagten wird nach einer Amokfahrt durch die Trierer Fußgängerzone fünffacher Mord und versuchter Mord in 18 weiteren Fällen vorgeworfen. Bei der Tat wurden fünf Menschen getötet und 14 schwer verletzt.

Laut Anklage soll der Deutsche am 1. Dezember 2020 mit seinem Geländewagen durch die City gerast sein, um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen. Es sei die Absicht des Deutschen gewesen, möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen, als er sie gezielt mit hohem Tempo ansteuerte, sagte Samel. Er habe die „Arg- und Wehrlosigkeit“ der Fußgänger ausgenutzt, die sich keiner Gefahr bewusst waren. Daher sei die Tat mit der Waffe Auto heimtückisch gewesen, sagte Samel.

Fünf Menschen wurden getötet: ein neun Wochen altes Baby, dessen Vater (45) und drei Frauen im Alter von 73, 52 und 25 Jahren. Zudem gab es zahlreiche Verletzte und rund 300 traumatisierte Augenzeugen.  

Der Prozess begann unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Der Angeklagte nahm hinter Panzerglas Platz. Regungslos hörte der gelernte Elektroinstallateur der Anklage zu. Insgesamt 14 Nebenkläger waren über Anwälte vertreten. Nur wenige Angehörige und Hinterbliebene waren gekommen.  

26 Termine geplant


Trier: "Die Opfer bleiben womöglich auf den Kosten sitzen"
Was passiert im deutschen Strafrecht mit psychisch kranken Tätern? Wie mindert Alkohol die Schuld? Und wer zahlt den immensen Schaden der Trierer Amokfahrt? Eine Nachfrage bei Jura-Professor Till Zimmermann.

Insgesamt 26 Termine sind in dem Prozess bis Ende Januar 2022 terminiert. „Ich gehe derzeit davon aus, dass wir mindestens 26 Termine brauchen werden“, sagte Samel. Die Staatsanwaltschaft hat mögliche 291 Zeugen benannt, um die schrecklichen Ereignisse aufzuklären. Trier stand nach der Amokfahrt tagelang unter Schock und fiel dann in wochenlange Trauer.

Neben der Frage nach dem Warum der Tat wird die Frage der Schuldfähigkeit des Angeklagten im Prozess zentral sein. Nach vorläufiger Einschätzung eines psychiatrischen Sachverständigen leidet der Angeklagte an einer Psychose. Dazu wird auch ein Gutachter gehört - das Gericht muss dann darüber entscheiden. Der Prozess geht am 3. September weiter.    

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die Auftaktsitzung im "School-Leaks"-Prozess erschöpfte sich in prozeduralem Geplänkel. Von den geladenen Zeugen waren nur wenige gekommen, die Anwälte der Verteidigung erwirkten ein Zwischenurteil, das am Donnerstag gesprochen werden soll.
Drei Lehrerinnen und der Ehemann einer der Lehrerinnen stehen vor Gericht.