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Mueller sagt aus: Ex-Sonderermittler vor US-Kongress
International 2 2 Min. 24.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Mueller sagt aus: Ex-Sonderermittler vor US-Kongress

EX-FBI-Chef Robert Mueller bei seiner ersten kurzen Pressekonferenz am 29. Mai, nach Veröffentlichung des Reports.

Mueller sagt aus: Ex-Sonderermittler vor US-Kongress

EX-FBI-Chef Robert Mueller bei seiner ersten kurzen Pressekonferenz am 29. Mai, nach Veröffentlichung des Reports.
Foto: AFP
International 2 2 Min. 24.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Mueller sagt aus: Ex-Sonderermittler vor US-Kongress

Zwei Jahre lang schwieg Robert Mueller - bis auf ein knappes Statement zum Abschluss seiner Russland-Untersuchungen. Nun steht der Ex-Sonderermittler dem Kongress mehrere Stunden öffentlich Rede und Antwort.

(dpa) - Mit Spannung wird in den USA die öffentliche Aussage des Ex-Sonderermittlers in der Russland-Affäre, Robert Mueller, vor dem US-Kongress erwartet.


Special Counsel Robert Mueller arrives to speak on the investigation into Russian interference in the 2016 Presidential election, at the US Justice Department in Washington, DC, on May 29, 2019. (Photo by MANDEL NGAN / AFP)
Letzter Auftritt: Mueller verweigert Freispruch für Trump
Zwei Jahre arbeitete Robert Mueller im Verborgenen. Still untersuchte der Sonderermittler mögliche Verwicklungen zwischen dem Trump-Lager und Russland. Nun spricht er zum ersten und vielleicht letzten Mal öffentlich.

Ab 14.30 Uhr unserer Zeit soll sich Mueller zunächst im Justizausschuss des Repräsentantenhauses und danach im Geheimdienstausschuss der Kammer den Fragen der Abgeordneten stellen. Mueller hatte rund zwei Jahre lang im Stillen ermittelt und erst nach Abschluss seiner Untersuchungen vor wenigen Monaten kurz öffentlich zu den Ergebnissen Stellung genommen.

Verfolgen Sie die Ausführungen im Livestream:

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Als Sonderermittler hatte Mueller untersucht, ob das Wahlkampflager von Donald Trump geheime Absprachen mit russischen Regierungsvertretern zur mutmaßlichen Einmischung Moskaus in den US-Wahlkampf 2016 traf und ob Trump als US-Präsident später die Justizermittlungen behinderte. Ende März legte Mueller einen Abschlussbericht vor, der in Teilen geschwärzt veröffentlicht wurde. Ende Mai erklärte Mueller seine Arbeit dann offiziell für beendet.

Robert Mueller präsentierte die Ergebnisse seines Berichts in einer kurzen Pressekonferenz Ende Mai.
Robert Mueller präsentierte die Ergebnisse seines Berichts in einer kurzen Pressekonferenz Ende Mai.
Foto: ALEX WONG / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / AFP

In Muellers Abschlussbericht steht, es habe zahlreiche Kontakte zwischen Trumps Lager und Vertretern Russlands gegeben. Ausreichende Belege zum Nachweis einer Straftat fanden die Ermittler aber nicht.

Außerdem listete Muellers Team diverse Versuche Trumps auf, Einfluss auf die Untersuchungen zu nehmen. Diese Bemühungen seien nur deshalb erfolglos geblieben, weil Personen aus dem Umfeld des Präsidenten sich weigerten, Anweisungen auszuführen oder seinen Aufforderungen zu folgen, hieß es. Mueller ließ zwar offen, ob Trump sich damit der Justizbehinderung schuldig machte. Er sprach den Präsidenten aber auch ausdrücklich nicht von diesem Vorwurf frei, sondern legte alles Weitere quasi in die Hand des US-Kongresses.

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Bei seinem kurzen - nur wenige Minuten dauernden - Auftritt Ende Mai hatte Mueller ursprünglich gesagt, er wolle nicht vor dem US-Kongress aussagen. "Der Bericht ist meine Aussage", erklärte Mueller damals. Die geschriebenen Worte in dem Report stünden für sich. Es gebe nichts, was er darüber hinaus sagen könne. Die Demokraten wollten den 74 Jahre alten Ex-FBI-Chef aber unbedingt zu einem öffentlichen Auftritt vor dem Kongress bewegen.


US President Donald Trump waves upon arrival at Palm Beach International airport, Florida on April 18, 2019. (Photo by Nicholas Kamm / AFP)
Trump: Einige Aussagen in Mueller-Bericht "totaler Bullshit"
Nachdem Trump am Donnerstag in Feierlaune war, nimmt er einen Tag später in seiner Kritik an dem Mueller-Bericht kein Blatt vor den Mund.

Selbst wenn die Anhörung keine neuen Erkenntnisse zu Tage fördern sollte, was durchaus zu erwarten ist, ist die Sache für Trump unangenehm. In den vergangenen Monaten waren die Ergebnisse des Mueller-Berichts - obwohl sie es in sich haben - in den USA wieder sehr in den Hintergrund gerückt. Nicht viele Amerikaner dürften alle 448 Seiten des Reports gelesen haben. Dass nun Mueller in aller Öffentlichkeit, übertragen vom US-Fernsehen, stundenlang über seine Ermittlungsbefunde spricht, dürfte Trump nicht gerade gelegen kommen.

Trump und sein Umfeld hatten sich intensiv bemüht, Muellers Ergebnisse als umfassende Entlastung für den Präsidenten umzudeuten. In den vergangenen Tagen versuchte Trump, die Bedeutung von Muellers Aussage vor dem Kongress herunterzuspielen.

Erneut behauptete er, Muellers Abschlussbericht habe klar ergeben, dass es keinerlei Geheimabsprachen mit Moskau gebeben habe und er selbst auch nicht die Ermittlungen behindert habe. Trump klagte, die Demokraten verschwendeten ihre Zeit mit der Anhörung. Er selbst werde sich Muellers Aussage nicht anschauen, sagte Trump am Montag. Er schob aber hinterher: "Vielleicht schaue ich mir ein bisschen davon an."

Den kompletten Mueller-Bericht können Sie sich hier herunterladen oder durchlesen.


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