Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Mossul-Offensive im Irak: 15 Orte vom IS befreit
International 20.10.2016 Aus unserem online-Archiv

Mossul-Offensive im Irak: 15 Orte vom IS befreit

Die irakischen Einheiten kommen schneller voran als geplant.

Mossul-Offensive im Irak: 15 Orte vom IS befreit

Die irakischen Einheiten kommen schneller voran als geplant.
Foto: Reuters
International 20.10.2016 Aus unserem online-Archiv

Mossul-Offensive im Irak: 15 Orte vom IS befreit

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Der Vormarsch auf Mossul geht nach irakischen Angaben schneller voran als geplant. Doch befreit ist die IS-Bastion noch lange nicht. Über 5000 Menschen sind auf der Flucht.

(dpa) - Irakische Sicherheitskräfte rücken immer näher an die IS-Hochburg Mossul im Norden des Landes heran. Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer meldeten am vierten Tag ihrer Offensive auf die Millionenmetropole die Einnahme von mindestens 15 Orten im Umland der Stadt. Die meisten von ihnen waren früher von Christen, Jesiden und anderen christlichen Minderheiten bewohnt. Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi sagte in einer Rede, die Sicherheitskräfte kämen schneller voran als geplant.

Die irakische Armee, kurdische Peschmerga-Kämpfer und lokale sunnitische Milizen hatten am Montag eine lang erwartete Offensive auf Mossul begonnen. Die Stadt ist die letzte IS-Bastion im Irak. Sollten die Extremisten aus Mossul vertrieben werden, wäre die Terrormiliz im Irak militärisch weitestgehend besiegt.

Bewegungsfreiheit des IS einschränken

Die irakische Armee und kurdische Peschmerga-Kämpfer teilten mit, sie rückten in einer groß angelegten Operation aus drei Richtungen auf Mossul vor. Das Oberkommando der Peschmerga in Erbil erklärte, Ziel sei es, strategisch wichtiges Gebiet unter Kontrolle zu bringen und die Bewegungsfreiheit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einzuschränken. Die Extremisten setzten Selbstmordattentäter ein, um die Angreifer aufzuhalten. Viele Straßen und Gebäude sind vermint.

Anti-Terror-Einheiten nahmen rund 20 Kilometer östlich von Mossul auch den früher vor allem von Christen bewohnten Ort Bartella ein, wie die Armee meldete. Die Region war vor mehr als zwei Jahren vom IS erobert worden, Zehntausende Christen flohen. Bartella liegt an einer wichtigen Verbindungsstraße. Von dem Ort aus können die Angreifer voraussichtlich schnell bis an die Tore von Mossul vordringen.

Über 5000 Vertriebene

Flüchtlinge aus Mossul im Lager Deepaka.
Flüchtlinge aus Mossul im Lager Deepaka.
Foto: REUTERS

Im Zuge der Offensive auf Mossul sind nach UN-Angaben mehr als 5600 Menschen vertrieben worden. 3700 von ihnen hätten allein am Mittwoch die Flucht ergriffen, sagte der Sprecher des UN-Generalsekretärs, Stéphane Dujarric, in New York am Donnerstag. Die Betroffenen würden von humanitären Helfern unterstützt.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema