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Moskau und Kiew streiten weiter über Erdgaslieferungen
International 02.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Moskau und Kiew streiten weiter über Erdgaslieferungen

Am Freitag in der Hauptstadt Kiew.

Moskau und Kiew streiten weiter über Erdgaslieferungen

Am Freitag in der Hauptstadt Kiew.
Foto: AFP
International 02.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Moskau und Kiew streiten weiter über Erdgaslieferungen

Die ukrainische Regierung musste im frostigen Winterwetter wegen ausfallenden Erdgaslieferungen Kindergärten, Schulen und Hochschulen schließen.

(dpa) - Der Streit zwischen Russland und der Ukraine über Erdgaslieferungen geht auch nach einem Schiedsspruch aus Stockholm weiter. Die Ukraine wollte für März erstmals seit zwei Jahren wieder Gas aus Russland zum Eigenverbrauch kaufen, doch der russische Staatskonzern Gazprom verweigerte die Lieferung und überwies eine ukrainische Vorauszahlung zurück. Es fehlten die nötigen Zusatzverträge, argumentierte Gazprom.

Die Führung in Kiew schloss deshalb am Freitag im frostigen Winterwetter Kindergärten, Schulen und Hochschulen bis kommenden Mittwoch. „Die Situation mit den Gaslieferungen ist schwierig, aber unter Kontrolle“, sagte Energieminister Igor Nassalik.

Die EU-Kommission bot am Freitag an zu vermitteln, wenn beide Seiten dies wollten. Vizepräsident Maros Sefcovic werde mit beiden Seiten Kontakt aufnehmen, sagte eine Sprecherin. Man nehme die Sorgen der Ukraine zur Kenntnis. Der Gasfluss in die EU werde beobachtet, sei aber normal und stabil.

Ende Februar hatte ein internationales Schiedsgericht in Stockholm Gazprom zur Zahlung von umgerechnet mehr als zwei Milliarden Euro an den ukrainischen Konzern Naftogaz verpflichtet. Russland habe weniger Gas durch das Nachbarland geleitet als vereinbart. Der Ukraine gab das Gericht auf, 2018 mindestens fünf Milliarden Kubikmeter russisches Erdgas zu kaufen.

Unklar blieb, ob der geplante ukrainische Kauf mit dem Urteil oder mit fehlenden Vorräten in der Kältewelle zusammenhängt. Die Naftogaz-Tochter Ukrtransgaz berichtete von einem Druckabfall bei dem von Russland gelieferten Transitgas. Das ukrainische Außenministerium benachrichtigte deshalb die EU, dass es im Energiebereich Probleme geben könnte.


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