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Mordfall Kim Wall: Staatsanwalt fordert lebenslänglich für Peter Madsen
Die schwedische Journalistin Kim Wall verschwand vom U-Boot des Dänen Peter Madsen. Später wurde ihre zerstückelte Leiche gefunden.

Mordfall Kim Wall: Staatsanwalt fordert lebenslänglich für Peter Madsen

Fotos: AFP
Die schwedische Journalistin Kim Wall verschwand vom U-Boot des Dänen Peter Madsen. Später wurde ihre zerstückelte Leiche gefunden.
International 7 23.04.2018

Mordfall Kim Wall: Staatsanwalt fordert lebenslänglich für Peter Madsen

Im Prozess gegen den dänischen Erfinder Peter Madsen haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung am Montag ihre Schlussplädoyers gehalten. Die Anklage fordert eine lebenslange Haftstrafe für den Mord an der schwedischen Journalistin Kim Wall. Madsens Verteidigierin sieht "keine echten Beweise" dafür.

(dpa) - Der dänische Erfinder Peter Madsen soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft wegen Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall lebenslang ins Gefängnis. Er sei sich bewusst, dass das für einen einzelnen Mord eine ungewöhnlich harte Strafe sei, sagte Staatsanwalt Jakob Buch-Jepsen am Montag in seinem Plädoyer.

In diesem Fall gebe es jedoch keine mildernden, sondern nur verschärfende Umstände. Madsen sei absolut nicht glaubwürdig und habe entsetzlich brutal gehandelt, sagte der Staatsanwalt. Sollte das Gericht in Kopenhagen keine lebenslange Freiheitsstrafe verhängen, fordere er Sicherungsverwahrung für unbestimmte Zeit.

Verteidigung: "Keine echten Beweise"

Nach Ansicht von Madsens Verteidigerin kann der dänische Erfinder allerdings nicht wegen Mordes aus sexuellem Motiv verurteilt werden. „Wir haben keine echten Beweise gehört“, sagte Betina Hald Engmark am Montag in ihrem Schlussplädoyer vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft stütze sich in ihrer Argumentation lediglich auf „Annahmen und schwache Indizien“. Das Gericht dürfe sich nicht auf ein Bauchgefühl stützen. 

Madsen ist angeklagt, die schwedische Journalistin an Bord seines U-Bootes gefoltert und ermordet zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ihn Gewalt und Schmerzen sexuell erregten. Mit großer Wahrscheinlichkeit habe er die junge Frau enthauptet - und dies lange zuvor geplant.

Madsen dagegen weist einen Mord zurück und beschreibt den Tod der Journalistin als tragischen Unfall im Inneren des U-Bootes. Am Montag sollte auch die Verteidigung ihr Plädoyer halten. Das Urteil wird für Mittwoch erwartet.


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