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Montenegro und Serbien weisen Botschafter aus
International 29.11.2020

Montenegro und Serbien weisen Botschafter aus

Milo Djukanovic sorgt vier Tage vor Ende seiner Amtszeit für diplomatischen Ärger.

Montenegro und Serbien weisen Botschafter aus

Milo Djukanovic sorgt vier Tage vor Ende seiner Amtszeit für diplomatischen Ärger.
Foto: AFP
International 29.11.2020

Montenegro und Serbien weisen Botschafter aus

Die Diplomaten müssen ihr jeweiliges Stationierungsland verlassen, wie die Außenministerien in Podgorica und Belgrad am Samstag mitteilten.

(dpa) - Den Anfang machte Montenegro: Das kleine Balkanland wies den serbischen Botschafter Vladimir Bozovic aus. Der Diplomat habe sich in die inneren Angelegenheiten des Gastlandes eingemischt und damit gegen geltendes Völkerrecht verstoßen, erklärte das montenegrinische Außenministerium. Zuletzt hatte Bozovic in öffentlichen Äußerungen die rechtlich fragwürdige Vereinigung Montenegros mit Serbien im Jahr 1918 als „Befreiung“ und „Akt des freien Willens“ bezeichnet.

Serbien reagierte wenige Stunden später. Im Zuge der Wechselseitigkeit erklärte Belgrad den montenegrinischen Botschafter Tarzan Milosevic zur unerwünschten Person und verwies ihn des Landes.

Bevorstehender Regierungswechsel


Montenegro's President Milo Djukanovic, leader of the Democratic Party of Socialists (DPS), addresses the media at his party headquarters after the general election in Podgorica, early on August 31, 2020. - Montenegro's ruling party was a hair ahead of the main pro-Serb opposition alliance in a hotly-fought election on August 30 that left both sides without a full majority, a preliminary exit poll showed, portending uncertain coalition talks for the Adriatic nation. With little over a third of the vote share, the Democratic Party of Socialists (DPS) led by President Milo Djukanovic -- in power for some three decades -- looked set for its worst electoral showing in history. (Photo by SAVO PRELEVIC / AFP)
Montenegros Präsident verliert Mehrheit im Parlament
Seit fast 30 Jahren lenkt Djukanovic machtbewusst und teilweise autokratisch die Geschicke seines kleinen Landes.

Der Schritt der Regierung in Podgorica erfolgte vier Tage vor ihrer voraussichtlichen Ablösung. Am kommenden Mittwoch soll das Parlament über eine neue Regierung abstimmen, hinter der ein breites Oppositionsbündnis steht.

In Montenegro regiert seit fast 30 Jahren in unterschiedlichen Funktionen Präsident Milo Djukanovic. Er hatte das kleine Balkanland 2006 in die Unabhängigkeit von Serbien und 2017 in die Nato geführt.


Kroatien (hier abgebildet) und Slowenien werden sich nicht einig über einen Teil ihrer Landesgrenzen.
Slowenien und Kroatien: Grenzstreit mit möglichen Folgen für die EU
Der Grenzstreit zwischen den EU- und Nato-Mitgliedern Slowenien und Kroatien fristete jahrzehntelang ein Leben unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Jetzt tritt der fast vergessene Konflikt ins Blickfeld der Öffentlichkeit.

Dominierende Kraft in der neuen Regierungskoalition ist die pro-serbische und pro-russische Demokratische Front (DF). Die kleineren Bündnispartner sind pro-westlich ausgerichtet, wollen aber wie das DF die angebliche Allmacht von Djukanovic brechen. In den Koalitionsverhandlungen wurde vereinbart, dass die Nato-Mitgliedschaft und der EU-Beitrittsprozess nicht in Frage gestellt werden sollen.    

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