Missbrauchsvorwürfe in Chile: Papst-Gesandter soll mit Zeugen reden
Das Kirchenoberhaupt hatte Chile im Januar besucht.

Missbrauchsvorwürfe in Chile: Papst-Gesandter soll mit Zeugen reden

AFP
Das Kirchenoberhaupt hatte Chile im Januar besucht.
International09.02.2018

Missbrauchsvorwürfe in Chile: Papst-Gesandter soll mit Zeugen reden

Teddy Jaans
Teddy Jaans

Nach Berichten über die mutmaßliche Vertuschung von Missbrauchsfällen durch den chilenischen Bischof Juan Barros wird ein Gesandter von Papst Franziskus vor Ort mit Zeugen sprechen.

(dpa) - Nach Berichten über die mutmaßliche Vertuschung von Missbrauchsfällen durch den chilenischen Bischof Juan Barros wird ein Gesandter von Papst Franziskus vor Ort mit Zeugen sprechen. „Charles Scicluna wird vom 20. bis 23. Februar jenen zur Verfügung stehen, die um ein Treffen gebeten haben“, sagte der Sprecher der chilenischen Bischofskonferenz Jaime Coiro am Freitag der Zeitung „El Mercurio“. Der Erzbischof von Malta werde Zeugen vernehmen, „die Angaben zur Situation von Juan Barros machen können“.

Bischof Barros soll nach Aussagen von Opfern die Sexualdelikte des Pfarrers und Priesterausbilders Fernando Karadima gedeckt haben. Karadima wurde 2011 von einem Gericht des Vatikans schuldig gesprochen. Auf seiner jüngsten Chile-Reise hatte Papst Franziskus Barros in Schutz genommen. „Es besteht kein einziger Beweis gegen ihn, es ist alles Verleumdung“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt.

Später entschuldigte er sich für seine Wortwahl. Nach Angaben des Missbrauchsopfers Juan Carlos Cruz soll Franziskus seit spätestens 2015 von den Vorwürfen gegen Barros gewusst haben. Vor seinem Besuch in Chile wird Scicluna nach New York reisen, um mit Cruz zu sprechen, der in den USA lebt.

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