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Missbrauchsskandal: Ackermann für bistumsübergreifende Zusammenarbeit

Missbrauchsskandal: Ackermann für bistumsübergreifende Zusammenarbeit

Foto: Guy Jallay
International 12.03.2019

Missbrauchsskandal: Ackermann für bistumsübergreifende Zusammenarbeit

Der Umgang mit dem Missbrauchsskandal ist derzeit eines der Hauptthemen der deutschen Bischöfe bei ihrer Frühjahrskonferenz in Lingen (Niedersachsen).

(dpa/lrs) - Bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche will der Trierer Bischof Stephan Ackermann eine engere Zusammenarbeit zwischen den deutschen Bistümern voranbringen. „Manche Themen lassen sich sinnvoller im Verbund mit anderen Bistümern angehen sowie mit externen Partnern“, teilte Ackermann als Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen sexuellen Missbrauchs am Dienstag mit. Dazu gehöre die Festlegung von Kriterien und Standards für „eine unabhängige Aufarbeitung, die vielleicht sogar Versöhnungsprozesse möglich macht“.


POL- PK-Erzbistum/Kindesmissbrauch, Jeau-Claude Hollerich, Martine Jungers, Patrick Hubert und Leo Wagener, Foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
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Hier setzt Ackermann auch auf die Zusammenarbeit mit dem Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung. Auch die Überarbeitung der Aktenführung, die Forscher der im September 2018 veröffentlichten Studie zum Missbrauchsskandal den Bischöfen empfohlen haben, sei eine Aufgabe, die im Verbund angegangen werden müsse. Zudem sei bei der Prävention von Missbrauch ein „wiederum bistumsübergreifendes Monitoring“ unabdingbar, sagte Ackermann. Nur so könne gewährleistet werden, „dass die Bistümer in ihren Bemühungen nicht nachlassen und alle stets auf dem neuesten Stand sind“.

Der Umgang mit dem Missbrauchsskandal ist derzeit eines der Hauptthemen der deutschen Bischöfe bei ihrer Frühjahrskonferenz in Lingen (Niedersachsen).

Ackermann kündigte an, im Bistum Trier „die Perspektive der Betroffenen noch stärker in die reguläre Arbeit von Aufklärung und Prävention zu verankern“. Derzeit überprüfe ein Beraterstab, wie Fälle aus der Vergangenheit bisher aufgeklärt wurden. Fälle in Einrichtungen wolle er von externen, unabhängigen Experten untersuchen lassen, sagte der Bischof.