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Mindestens zehn Tote: IS für Attentat in Istanbul verantwortlich
International 10 2 Min. 12.01.2016 Aus unserem online-Archiv

Mindestens zehn Tote: IS für Attentat in Istanbul verantwortlich

International 10 2 Min. 12.01.2016 Aus unserem online-Archiv

Mindestens zehn Tote: IS für Attentat in Istanbul verantwortlich

In Istanbul hat sich auf dem Sultanahmet-Platz eine Explosion ereignet. Laut Präsident Erdogan sprengte sich ein Syrer in die Luft. Die IS soll die Verantwortung dafür tragen.

(vb/dpa) - Der Anschlag in der türkischen Millionenmetropole Istanbul wurde nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan von einem syrischen Selbstmordattentäter verübt. Das sagte Erdogan am Dienstag in Ankara bei einer im Fernsehen übertragenen Ansprache.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für den Anschlag von Istanbul verantwortlich gemacht. Der Selbstmordattentäter habe der Terrormiliz IS angehört, sagte Davutoglu am Dienstag in Ankara.

Mindestens zehn Menschen starben, als der Mann sich in der Altstadt, die auch bei Touristen beliebt ist, in die Luft sprengte. Neun von ihnen sollen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen, wie ein deutscher Regierungsvertreter, der anonym bleiben wollte, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu habe aus diesem Grund Bundeskanzlerin Angela Merkel angerufen, meldete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Er habe Merkel sein Beileid und sein Bedauern ausgesprochen. Nach türkischen Angaben wurden 15 Menschen verletzt.

Die luxemburgische Botschaft in Ankara prüfe, ob Luxemburger unter den Opfern sind, hieß es auf Anfrage im Außenministerium.

Die Explosion war so schwer, dass sie in angrenzenden Stadtvierteln zu hören war, berichteten Medien. Zu der Detonation kam es in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee. Die beiden weltberühmten Gebäude gehören zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Türkei.

Zeugen berichten von zahlreichen Polizeiautos und Krankenwagen, die zum Sultanahmet-Platz fuhren. Der Platz ist eines der Haupt-Touristenziele der Millionenstadt.

Die Polizei sperrte den Ort der Explosion weiträumig ab. Eine dpa-Reporterin berichtete von zahlreichen Polizisten sowie Rettungskräften. Zunächst war unklar, ob Ausländer unter den Opfern sind. Deutsche sind die größte Urlaubergruppe in der Türkei.

Nachrichtensperre verhängt

Eine Reporterin von CNN Türk berichtete von schockierten Touristen, die nach der Explosion auf dem Pflaster gesessen hätten. Augenzeugen hätten gesagt, sie hätten einen Feuerball aufsteigen gesehen. 

Die Regierung verhängte eine Nachrichtensperre. Zur Begründung teilte die Medienaufsicht RTÜK am Dienstag mit, ein solcher Schritt sei laut Gesetz möglich, wenn er der „nationalen Sicherheit“ diene.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im abgelaufenen Jahr mehrere Anschläge in der Türkei verübt. Touristen waren allerdings bislang kein IS-Anschlagsziel.

Im Südosten des Landes läuft außerdem eine Offensive der türkischen Streitkräfte gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die damit gedroht hat, den Konflikt auch in den Westen der Türkei zu tragen. Die PKK greift aber in der Regel staatliche Einrichtungen an und ist bemüht, ihr Verhältnis zu westlichen Ländern zu verbessern.


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