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Mindestens neun Tote bei IS-Anschlag auf Schiiten in Kabul
International 09.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Mindestens neun Tote bei IS-Anschlag auf Schiiten in Kabul

Der Attentäter hatte seine Bombe etwa 300 Meter von einer Versammlung entfernt gezündet, nachdem Polizisten ihn als Gefahr erkannt hatten.

Mindestens neun Tote bei IS-Anschlag auf Schiiten in Kabul

Der Attentäter hatte seine Bombe etwa 300 Meter von einer Versammlung entfernt gezündet, nachdem Polizisten ihn als Gefahr erkannt hatten.
Foto: AFP
International 09.03.2018 Aus unserem online-Archiv

Mindestens neun Tote bei IS-Anschlag auf Schiiten in Kabul

Michel THIEL
Michel THIEL
Wieder hat ein Attentäter des IS die schiitische Gemeinde in Kabul angegriffen - diesmal explodierte die Bombe nahe einer Moschee, neben der sich Hunderte Menschen zu einer Todestagsfeier versammelt hatten.

(dpa) - Bei einem Selbstmordattentat der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf eine Versammlung in der Nähe einer schiitischen Moschee sind in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens neun Menschen getötet worden. Mindestens 18 weitere Menschen seien verletzt worden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, Wahidullah Madschroh, am Freitag.

Der Attentäter habe es auf eine Versammlung zum 23. Todestag eines prominenten Führers der schiitischen Hasara-Gemeinschaft, Abdul Ali Masari, abgesehen gehabt, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Nasrat Rahimi. Hunderte Menschen hatten sich dafür auf dem Musalai-Schahid-Masari-Platz gleich neben der großen Al-Sara-Moschee im Schiitenviertel Dascht-e Bartschi versammelt. Der Mann habe seine Bombe aber etwa 300 Meter von der Versammlung entfernt zünden müssen, nachdem Polizisten ihn als Gefahr erkannt hätten, sagte Rahimi.

Der IS reklamierte die Tat über eine Botschaft im Internet für sich in der es hieß, der Attentäter habe mehr als 200 Menschen getötet. Das Bekenntnis konnte nicht unabhängig verifiziert werden.

Der IS hat schon 2017 zahlreiche Anschläge auf schiitische Moscheen und Versammlungen verübt. Die UN hatten in ihrem jüngsten Bericht zu den zivilen Opfern der Konflikte in Afghanistan für das Jahr mindestens acht Angriffe des IS auf schiitische Moscheen mit 418 Toten und Verletzten registriert, die meisten davon in Kabul. Im Oktober zum Beispiel waren bei einem Selbstmordattentat auf eine Moschee im Viertel Dascht-e Bartschi 71 Menschen getötet worden.

Die Terrormiliz war in Afghanistan erst Anfang 2015 aufgetaucht. Die USA und die afghanische Regierung haben die Extremisten von Anfang an intensiv bekämpft. Regelmäßig wird der IS für so gut wie geschlagen erklärt. Trotzdem gelang es ihm, Attentate - auf Schiiten, aber auch Regierungseinrichtungen - vor allem in der Hauptstadt enorm auszuweiten. Der IS-Experte des Rechercheinstituts International Crisis Group (ICG), Borhan Osman, hat für das Jahr 2017 allein in Kabul insgesamt 16 IS-Anschläge mit mehr als 270 Toten gezählt.


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