Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Mindestens 40 Tote bei neuem Flüchtlingsunglück
International 16.08.2015 Aus unserem online-Archiv
Drama vor Lampedusa

Mindestens 40 Tote bei neuem Flüchtlingsunglück

Seit Jahresbeginn kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration rund 2300 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben.
Drama vor Lampedusa

Mindestens 40 Tote bei neuem Flüchtlingsunglück

Seit Jahresbeginn kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration rund 2300 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben.
Foto: AFP
International 16.08.2015 Aus unserem online-Archiv
Drama vor Lampedusa

Mindestens 40 Tote bei neuem Flüchtlingsunglück

Sie waren vermutlich im Schiffsbauch eingeschlossen: Für Dutzende Flüchtlinge endet die Fahrt über das Mittelmeer tödlich. Die Zahl der seit Jahresbeginn im Mittelmeer umgekommenen Flüchtlinge steigt damit weiter.

(dpa) - Mindestens 40 Flüchtlinge sind im Mittelmeer vermutlich im Laderaum eines Fischerbootes erstickt. Mehr als 300 Menschen seien gerettet worden, darunter 45 Frauen und 3 Kinder, schrieb die italienische Marine am Samstag im Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Das überladene Schiff geriet vor der libyschen Küste südlich der italienischen Insel Lampedusa in Schwierigkeiten. Die Migranten waren vermutlich im Laderaum eingeschlossen, wo sie wahrscheinlich an Treibstoffabgasen erstickten.

„Ein schreckliches Bild, das die Besatzung schwer getroffen hat: Dutzende Leichen im Laderaum angehäuft“, zitierte die Nachrichtenagentur Ansa den Kapitän des Rettungsschiffes der Marine. Die Überlebenden und die Leichen sollten nach Italien gebracht werden.

Bei der Überfahrt von Nordafrika Richtung Italien geraten immer wieder schrottreife, mit Flüchtlingen völlig überladene Schiffe in Seenot. Erst Anfang August waren wahrscheinlich Hunderte Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken. Etwa 200 Migranten wurden damals vermisst, nachdem ein überladenes Boot vor der libyschen Küste gekentert war. Wenig später meldete die italienische Marine ein Unglück mit rund 60 Vermissten.

Italiens Innenminister Angelino Alfano warnte, dass das aktuelle Unglück nicht das letzte sein werde, wenn die Probleme im Krisenland Libyen nicht gelöst würden. Von dort starten viele Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten die gefährliche Fahrt über das Meer.

Seit Jahresbeginn kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration rund 2300 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die EU-Kommission sieht große Herausforderungen in Sachen Migration auf sich zukommen. Viele Flüchtlinge gelangen über das Mittelmeer nach Italien und Griechenland. Immer mehr Menschen suchen inzwischen aber auch den Weg über Ungarn.
Migrants rest after crossing the Hungarian-Serbian border near Asotthalom, Hungary August 13, 2015. Hungary's government has started to construct a 175 kilometres (108.74 miles) long fence on the border in order to halt a massive flow of migrants who enter the EU via Hungary and head to western Europe. REUTERS/Laszlo Balogh
Flüchtlingskatastrophen im Mittelmeer
Die EU-Staaten haben ein Zehn-Punkte-Programm vorgestellt, um die Flüchtlingsdramen im Mittelmeer zu verhindern. Eine Stärkung der Seenotrettung - wie unter anderem von Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn gefordert - kommt.
Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn (r.) kann auf die Unterstützung seines deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier hoffen. Auch er plädiert für einen Ausbau der Seenotrettung.
Im Mittelmeer ereignete sich einer Hilfsorganisation zufolge erneut eine Flüchtlingskatastrophe. Überlebende berichten von Hunderten Toten nach einem Bootsunglück.
Die italienische Küstenwache rettet immer wieder Flüchtlinge im Mittelmeer.