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Milliardär vs. Papst der Armen
International 2 Min. 24.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Donald Trump in Rom

Milliardär vs. Papst der Armen

Donald Trump traf am Dienstagabend in Rom ein.
Donald Trump in Rom

Milliardär vs. Papst der Armen

Donald Trump traf am Dienstagabend in Rom ein.
Foto: AFP
International 2 Min. 24.05.2017 Aus unserem online-Archiv
Donald Trump in Rom

Milliardär vs. Papst der Armen

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Nach Stationen in Saudi-Arabien und Israel besucht Trump nun das dritte wichtige Zentrum der Weltreligionen: den Vatikan. Der Besuch wird mit Spannung erwartet - auch weil Trump und der Papst als Persönlichkeiten gelten, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

 (dpa) - Bei seiner ersten Station in Europa steht für US-Präsident Donald Trump ein mit Spannung erwartetes Treffen mit Papst Franziskus an. Das Katholiken-Oberhaupt empfängt den Republikaner am Mittwochmorgen gegen 8.30 Uhr zu einer Audienz in dem Kirchenstaat. Anschließend trifft Trump sich zu Gesprächen mit Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella und Regierungschef Paolo Gentiloni.

Er und der Papst gelten als sehr unterschiedliche Persönlichkeiten. Auch ihre politischen Positionen liegen weit auseinander: Vor allem bei den Themen Migration und Umweltschutz. Im Vorfeld der US-Wahl hatte der Pontifex Trump für dessen Pläne, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen, kritisiert und das unchristlich genannt. Trump nannte diese Äußerungen des Papstes schändlich.

Kurz vor dem Besuch von Trump hatte sich Franziskus offen gezeigt und gesagt, dass er auf einen aufrichtigen Austausch mit dem US-Präsidenten hoffe. „In unserem Gespräch werden sich die Dinge ergeben und ich werde das sagen, was ich denke, er wird das sagen, was er denkt“, sagte das katholische Kirchenoberhaupt. „Es gibt immer Türen, die nicht geschlossen sind.“

Trump hatte gesagt, er wolle mit dem Papst darüber sprechen, wie die christliche Lehre dazu beitragen könne, die Welt auf den Weg der Gerechtigkeit, der Freiheit und des Friedens zu bringen. Die Treffen zwischen dem Papst und seinem Vorgänger Barack Obama verliefen stets harmonisch. 2015 zeigten sie sich in Washington vereint gegen Klimawandel und Armut.

Symbolische Reise zu den Weltreligionen

Die erste Auslandsreise von Trump ist mit den Stationen in Saudi-Arabien, Israel und im Vatikan auch eine symbolische Reise zu den wichtigen Zentren der drei großen Weltreligionen. Mit dabei im Vatikan sind auch First Lady Melania Trump und Tochter Ivanka. Nach dem Gespräch zwischen Trump und Franziskus steht eine Besichtigung der Sixtinischen Kapelle und des Petersdoms an.

Während Trump anschließend Mattarella und Gentiloni trifft, besucht First Lady Melania ein Kinderkrankenhaus in Rom und seine Tochter Ivanka die Hilfsorganisation Sant'Egidio. Ivanka wird dort unter anderem mit Frauen sprechen, die Opfer von Menschenhandel geworden sind.

Auch in Rom protestierten Menschen gegen die Politik Donald Trumps.
Auch in Rom protestierten Menschen gegen die Politik Donald Trumps.
Foto: REUTERS

Begleitet wird der Besuch der großen Delegation von verschärften Sicherheitsmaßnahmen. Teile der römischen Innenstadt werden zeitweise abgeriegelt. Die Sicherheitsmaßnahmen um den Petersdom herum seien ohnehin maximal, da am Mittwoch kurz nach dem Besuch Trumps die allwöchentliche Generalaudienz stattfinde, teilte die Polizei in Rom mit. Es würden daher keine zusätzlichen Vorkehrungen getroffen.

Von Rom nach Brüssel

Im Rahmen seiner ersten Auslandsreise fliegt Trump am Nachmittag weiter nach Brüssel zum Nato-Gipfel. Am Freitag kehrt er zum G7-Gipfel auf Sizilien nach Italien zurück. Vor Italien hatte er außer Saudi-Arabien und Israel auch die Palästinensergebiete besucht.

Bei einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Bethlehem betonte Trump nach Angaben des Weißen Hauses, dass Frieden zwischen Israelis und Palästinensern möglich sei. Der US-Präsident und Abbas hätten ihre Zielsetzung bekräftigt, einen „wirklichen und dauerhaften“ Frieden zu erreichen und über Wege gesprochen, Verhandlungen voranzubringen, hieß es in einer in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichten Mitteilung weiter. Abbas, der eine Zwei-Staaten-Lösung will, habe seine Bereitschaft zur sofortigen Aufnahme von Gesprächen betont.

Bereits zuvor hatte sich Trump in der saudischen Hauptstadt Riad überzeugt davon gezeigt, dass eine Lösung des Nahostkonfliktes die gesamte Region befrieden könnte. Zudem griff er immer wieder den Iran scharf an. Konkrete Vorschläge blieb Trump aber schuldig.

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