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Milkshake-Attacke auf Nigel Farage

Milkshake-Attacke auf Nigel Farage

Foto: Screenshot Facebook
International 1 20.05.2019

Milkshake-Attacke auf Nigel Farage

Tom RUEDELL
Tom RUEDELL
Nigel Farage ist in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Brexit-Partei einer der umstrittensten Politiker Großbritanniens. Das zeigte sich auch bei einer Wahlkampfveranstaltung in Newcastle.

Der britische Politiker Nigel Farage (Brexit-Partei) ist vor einer Wahlkampfveranstaltung in Newcastle im Nordosten Englands mit einem Milkshake beworfen worden. Farage war zu Fuß unterwegs, umringt von seinem Sicherheitspersonal. Auf einem Video ist zu sehen, wie er mit Passanten spricht, Hände schüttelt und Nettigkeiten austauscht. Dann kommt ein junger Mann ins Bild, der Farage von vorne ein Milchgetränk überschüttet. 

Der Politiker wird nach der ersten Schrecksekunde von seinen Bodyguards in eine Sicherheitszone geführt. Auf dem Weg dorthin stellt er die Sicherheitsleute in den Senkel: "it’s a complete failure, you could have spotted that a mile off", "... total versagt, das konnte man ja kilometerweit vorher sehen". 

Farage machte proeuropäische Politiker für den Vorfall verantwortlich. „Damit eine zivilisierte Demokratie funktioniert, braucht man die Zustimmung der Verlierer. Politiker, die das Ergebnis des Referendums nicht akzeptieren, haben uns hier hergeführt.“ Ein normaler Wahlkampf ist aus seiner Sicht wegen radikalisierter EU-Befürworter inzwischen kaum noch möglich.  

Der Angreifer wurde festgenommen. Laut der Tageszeitung "Guardian" handelt es sich um einen 32-Jährigen, der die Tat als gerechtfertigten Protest gegen "Leute wie Farage" ansieht. Der Guardian kennt auch die genaue Zusammensetzung des Wurfgeschosses: Es soll sich um einen Bananen-Caramel-Shake einer amerikanischen Schnellrestaurantkette handeln. Der Angreifer habe sich nach eigener Aussage "sehr darauf gefreut", habe dann aber "eine bessere Verwendung dafür gefunden".

"Milkshaking" als Protest-Trend

Die Polizei hatte bei einem früheren Wahlkampfstop Farages im schottischen Edinburgh die Fast-Food-Kette McDonald's angewiesen, den Verkauf von Milchmischgetränken vorübergehend einzustellen. Das in Newcastle verwendete Getränk war aber laut "Guardian" kein McDonald's-Shake. 

Die Anweisung der Polizei kommt nicht von ungefähr: Verschiedene Rechtsaußen-Politiker haben in den vergangenen Wochen Milkshakes abbekommen. Der Gründer der Neonazi-Organisation "English Defence League" (EDL), Tommy Robinson, wurde Anfang Mai innerhalb von zwei Tagen zweimal getroffen, einmal in Warrington, einmal in Bury.

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Carl Benjamin, ein Kandidat für Farages Ex-Partei Ukip wurde innerhalb einer Woche ganze viermal von einem Milchgetränk getroffen. Die jüngste Attacke ereignete sich am Montagmorgen in Salisbury.


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