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Militärschau auf der Mall: Washington begeht Unabhängigkeitstag
International 6 2 Min. 04.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Militärschau auf der Mall: Washington begeht Unabhängigkeitstag

Arbeiter bauen einen Sicherheitszaun auf der National Mall in Washington auf.

Militärschau auf der Mall: Washington begeht Unabhängigkeitstag

Arbeiter bauen einen Sicherheitszaun auf der National Mall in Washington auf.
Foto: AFP
International 6 2 Min. 04.07.2019 Aus unserem online-Archiv

Militärschau auf der Mall: Washington begeht Unabhängigkeitstag

Die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag in der US-Hauptstadt sind eigentlich unpolitisch. Aber Donald Trump macht eine Militärschau daraus.

(dpa) - Panzer, Soldaten, Feuerwerk: Die US-Hauptstadt Washington hat sich für die umstrittene Feier von Präsident Donald Trump zum Unabhängigkeitstag gewappnet. Vor dem Lincoln Memorial, wo Trump am Donnerstagabend sprechen wollte, wurden Panzer aufgestellt und riesige Bildschirme installiert.


Premierminister Xavier Bettel trifft Buzz Aldrin zur "Independence Day"-Feier in der Philharmonie, am Vorabend des 4. Juli 2019. Links: Der US-Botschafter Randolph Evans.
"Independence Day"-Feier in der Philharmonie
Die Botschaft der Vereinigten Staaten in Luxemburg feierte am Vorabend des Unabhängigkeitstages mit Freunden und außergewöhnlichen Gästen.

Trump wollte die Veranstaltung mit dem Motto "Salute to America" nutzen, um das Militär zu ehren. Kritiker warfen ihm vor, die Feierlichkeiten zu politisieren und dem Steuerzahler die Rechnung dafür aufzudrücken.

Trump zeigte sich davon unbeirrt und pries das Spektakel schon im Vorfeld in den höchsten Tönen. Die Menschen kämen von nah und fern, um an einer der größten Feierlichkeiten in der Geschichte des Landes teilzunehmen, schrieb er am Donnerstagmorgen auf Twitter.

Es werde Überflüge der "modernsten und fortschrittlichsten Flugzeuge der Welt" geben. Möglicherweise werde sogar die "Air Force One" einen niedrigen und lauten Flug über die Menge machen, fügte er hinzu. Es gibt zwei Boeing 747, die zur "Air Force One" werden, wenn der Präsident darin reist.

Die Demokraten hatten in den vergangenen Tagen scharfe Kritik an dem Konzept der Feierlichkeiten geübt. Trumps Ego sei so groß, dass er in einem verzweifelten Schrei nach Aufmerksamkeit eine Wahlkampfveranstaltung zum 4. Juli abhalte, und jeder wisse das, schrieb der demokratische Fraktionschef im Senat, Chuck Schumer, auf Twitter.

Trump hatte Kritik an den Kosten der Schau zuvor zurückgewiesen. Diese seien sehr gering im Vergleich zu dem, was es wert sei, schrieb er am Mittwoch auf Twitter. Die Gesamtkosten sind bislang nicht bekannt.

An der Schau sollten etliche Soldaten teilnehmen. Aus dem Pentagon wollten unter anderem der kommissarische Verteidigungsminister Mark Esper sowie der Generalstabschef Joseph Dunford dabei sein.

Der Sender CNN hatte unter Berufung auf eine nicht näher benannte Quelle berichtet, auch in der militärischen Führung gebe es Sorge über eine Politisierung der Veranstaltung. Im Pentagon habe es auch Bedenken gegeben, gepanzerte Fahrzeuge zur Schau zu stellen. Trump hatte dagegen am Dienstag auf Twitter geschrieben, das Pentagon und die militärische Führung seien "begeistert" davon, den Amerikanern "das stärkste und fortschrittlichste Militär der Welt" vorzuführen.

Nachdem Trump im Jahr 2017 als Ehrengast beim französischen Nationalfeiertag in Paris eine Militärparade beobachtet hatte, wünschte er sich eine solche auch in der US-Hauptstadt. Die „Washington Post“ berichtete, die Kosten dafür seien auf rund 92 Millionen Dollar geschätzt worden. Die Pläne seien gestoppt worden, als die Kosten bekannt geworden seien.

Es ist ungewöhnlich, dass der Präsident sich bei den Feierlichkeiten auf der National Mall in Washington am Unabhängigkeitstag an die Bevölkerung wendet. Die Veranstaltung ist eigentlich unpolitisch. 

Schon im Februar hatte Trump in einer Twitter-Nachricht an seine Anhänger geprahlt, die Feier werde "eine der größten Zusammenkünfte in der Geschichte Washingtons" werden – inklusive "einer Ansprache Ihres Lieblingspräsidenten, mir".


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