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Milchbauern verursachen Verkehrschaos
International 07.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Vor EU-Agrarministertreffen in Brüssel

Milchbauern verursachen Verkehrschaos

Die Milchbauern protestieren gegen den Preisverfall ihrer Produkte.
Vor EU-Agrarministertreffen in Brüssel

Milchbauern verursachen Verkehrschaos

Die Milchbauern protestieren gegen den Preisverfall ihrer Produkte.
Foto: AFP
International 07.09.2015 Aus unserem online-Archiv
Vor EU-Agrarministertreffen in Brüssel

Milchbauern verursachen Verkehrschaos

Auf dem Weg ins Brüsseler EU-Viertel haben Milchbauern mit ihren Traktoren erhebliche Verkehrsbehinderungen auf belgischen Autobahnen und Nationalstraßen verursacht.

(dpa) - Auf dem Weg ins Brüsseler EU-Viertel haben Milchbauern mit ihren Traktoren erhebliche Verkehrsbehinderungen auf belgischen Autobahnen und Nationalstraßen verursacht. Mittlerweile sind die Bauern vor den Gebäuden der EU-Institutionen eingetroffen.

Der belgischen Nachrichtenagentur Belga zufolge wurden am Montagmorgen Staus mit einer Gesamtlänge von rund 140 Kilometern registriert. Allein auf der Autobahn A3/E40 waren nach Polizeiangaben 200 Traktoren unterwegs. 

Forderung nach Ausgleich für Preisverfall der Milchprodukte

Die Milchbauern demonstrieren in Brüssel bei einem Sondertreffen der EU-Agrarminister für Hilfen. Sie leiden seit längerem unter einem starken Preisverfall für ihre Produkte. Auch deutsche Landwirte habe ihre Beteiligung an der Protestaktion angekündigt. Die EU will den Milchbauern mit einem Bündel aus Sofortmaßnahmen und längeren Hilfen unter die Arme greifen.

„Das Ziel lautet, ein Programm mit kurzfristigen und mittelfristigen Maßnahmen zu erarbeiten, das unseren Landwirten neue Perspektiven gibt“, sagte der luxemburgische Landwirtschaftsminister Fernand Etgen am Montag vor Beginn des Krisentreffens der EU-Agrarminister in Brüssel. Viele Milchbauern könnten nicht mehr rentabel produzieren und machten Verluste.

Bei dem Treffen unter luxemburgischem Vorsitz (14.30 Uhr) beraten die Minister über den Verfall der Milchpreise sowie Hilfen für die Bauern. Dazu zählen etwa Subventionen, um Magermilchpulver und Butter einzulagern oder die vorgezogene Auszahlung von Einkommenshilfen der EU. Zudem soll der Export angekurbelt werden. Umstritten sind nach wie vor Eingriffe in den Milchmarkt.

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Foto: AFP



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