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Messer-Anschlag in Finnland: Ermittler prüfen IS-Verbindungen
Am Sonntag wurde den Opfern bei einer Schweigeminute gedacht.

Messer-Anschlag in Finnland: Ermittler prüfen IS-Verbindungen

Foto: AFP
Am Sonntag wurde den Opfern bei einer Schweigeminute gedacht.
International 20.08.2017

Messer-Anschlag in Finnland: Ermittler prüfen IS-Verbindungen

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Nach dem Terrorangriff in Turku gedenkt Finnland der Opfer mit einer Schweigeminute. Die genauen Hintergründe der Tat sind noch unklar. Allerdings dürfte der Angreifer gezielt Frauen attackiert haben.

(dpa) - Nach der Messerattacke in der finnischen Stadt Turku prüfen die Ermittler, ob der Tatverdächtige in Verbindung zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) stand. Der 18 Jahre alte Marokkaner wurde am Freitag von der Polizei angeschossen und liegt im Krankenhaus. Bei dem Angriff wurden zwei Finninen erstochen und acht weitere Menschen verletzt. Die Polizei geht von einem terroristischen Hintergrund aus - und glaubt, dass der Attentäter gezielt Frauen attackieren wollte. Sie ermittelt wegen zweifachen Mordes und achtfachen Mordversuchs mit „terroristischem Vorsatz“.

Die Polizei nahm vier weitere Marokkaner fest, die „eine Verbindung“ zu dem 18-Jährigen hätten, und nach Polizeiangaben kooperierten. Gegen einen fünften Verdächtigen wurde ein internationaler Haftbefehl ausgestellt. Unklar ist, ob der 18 Jahre alte Verdächtige Komplizen oder gar ein weitverzweigtes Terrornetzwerk hinter sich hatte. An diesem Montag ist ein Haftprüfungstermin geplant. Nach Polizeiangaben ähnelt der Fall dem anderer islamistischer Attentäter in Europa.

Mit einem Messer hatte der Attentäter in der Innenstadt Turkus auf Passanten eingestochen. Zwei Finninnen wurden getötet, sechs weitere Frauen und zwei Männer verletzt. Die Ermittler hätten Grund zur Annahme, dass der Verdächtige „absichtlich Frauen angreifen wollte“, sagte Crista Granroth von der nationalen Polizeibehörde KRP am Samstag.

Männer eilten Frauen zu Hilfe

Der Täter habe die Opfer willkürlich ausgesucht, teilte die Polizei am Samstag mit. Unter den acht Verletzten im Alter von 15 bis 67 Jahre seien ein Opfer aus Schweden, eines aus Großbritannien und eines aus Italien, sagte die Polizei. Die Männer seien verletzt worden, als sie den Frauen zu Hilfe eilten.

Nach Polizeiangaben handelt es sich bei dem Marokkaner um einen Asylbewerber. Der Verdächtige, der zunächst die Aussage verweigerte, war 2016 nach Finnland gekommen. Einen Medienbericht, dass sein Asylgesuch abgelehnt worden sei, bestätigten die Behörden nicht.

Ministerpräsident Juha Sipilä verurteilte die Attacke am Samstag als „feige und verabscheuungswürdige Tat“. Der Terror habe Finnland erreicht: „Wir sind keine Insel mehr.“ Das nordeuropäische Land mit seinen 5,4 Millionen Einwohnern bleibe aber eines der sichersten weltweit.

Die Polizeipräsenz auf öffentlichen Plätzen in Finnland wurde nach dem Anschlag hochgefahren. Zudem wurden auch die Sicherheitskontrollen an den Grenzen verstärkt. Am Sonntagmorgen gab es eine landesweite Schweigeminute für die Opfer.

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