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Merkel und Macron besiegeln Freundschaftspakt
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel unterzeichnen am Dienstag den neuen Freundschaftspakt.

Merkel und Macron besiegeln Freundschaftspakt

Kay Nietfeld/dpa
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel unterzeichnen am Dienstag den neuen Freundschaftspakt.
International 22.01.2019

Merkel und Macron besiegeln Freundschaftspakt

Der Élysée-Vertrag legte 1963 den Grundstein für die Aussöhnung. Jetzt sollen aus Freunden noch bessere Freunde werden. Und es gibt auch ganz konkrete Pläne, wie das gelingen soll.

(dpa) - Genau 56 Jahre nach der Unterzeichnung des Élysée-Vertrages besiegeln Deutschland und Frankreich am Dienstag einen neuen Freundschaftspakt. Im Krönungssaal des historischen Aachener Rathauses wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Emmanuel Macron ihre Unterschriften unter den deutsch-französischen Vertrag setzen.

Unterhändler beider Regierungen hatten sich im Laufe des Montags auf eine Liste von rund 15 Projekten verständigt, deren Umsetzung sofort angegangen werden soll. Sie enthält nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur unter anderem das Vorhaben, das als Sicherheitsrisiko kritisierte Atomkraftwerk Fessenheim - das älteste in Frankreich - in direkter Nähe zur deutschen Grenze endgültig abzuschalten. Auf der Liste der Projekte mit hoher Dringlichkeit stehen demnach auch grenzüberschreitende Bahnprojekte, der gemeinsame Einsatz für EU-Standards zur Regulierung von Finanzdienstleistungen und die Einrichtung einer hochrangigen Arbeitsgruppe zur Energiepolitik.


27.02.2018, Frankreich, Fessenheim:  Über dem Atomkraftwerk Fessenheim geht die Sonne unter. (zu dpa:"Das Dorf, das die Atomkraft liebt" vom 02.03.2018) Foto: Violettta Kuhn/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Das Dorf, das die Atomkraft liebt
Dass Atomkraftwerke warme Gefühle auslösen können, ist nahezu unvorstellbar. In Frankreich jedoch kämpft ein ganzes Dorf für den Erhalt seiner beiden Kernreaktoren.

Am 22. Januar 1963 hatten in Paris der damalige Kanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulle nach jahrhundertelanger Feindschaft den ersten deutsch-französischen Freundschaftsvertrag unterzeichnet - den sogenannten Élysée-Vertrag. Der neue „Vertrag von Aachen“ legt nun fest, dass beide Länder ihre Zusammenarbeit unter anderem in der Europapolitik und bei Rüstungsprojekten verstärken und sich für eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik einsetzen wollen. Außerdem soll die Integration der beiden Volkswirtschaften vertieft und der öffentliche Nahverkehr besser koordiniert werden. Schulabschlüsse sollen gegenseitig anerkannt, deutsch-französische Studiengänge und gemeinsame Kindertagesstätten geschaffen werden.

Im Élysée-Vertrag von 1963 hatten beide Seiten unter anderem regelmäßige Konsultationen zwischen Präsident und Kanzler und auf Ministerebene vereinbart. Die Regierungen sollten sich in allen wichtigen Fragen der Außen-, Europa- und Verteidigungspolitik absprechen. Das wenig später gegründete deutsch-französische Jugendwerk erfüllte seitdem für Millionen Jugendliche die Freundschaft der beiden europäischen Kernländer mit Leben.