Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Merkels Verabschiedung nach 16 Jahren im Amt
International 1 2 Min. 02.12.2021
Großer Zapfenstreich

Merkels Verabschiedung nach 16 Jahren im Amt

Angela Merkel beim "Großen Zapfenstreich", dem Abschiedsritual der Streitkräfte.
Großer Zapfenstreich

Merkels Verabschiedung nach 16 Jahren im Amt

Angela Merkel beim "Großen Zapfenstreich", dem Abschiedsritual der Streitkräfte.
AFP
International 1 2 Min. 02.12.2021
Großer Zapfenstreich

Merkels Verabschiedung nach 16 Jahren im Amt

Nach 16 Jahren im Amt beginnt für Kanzlerin Merkel das Abschiednehmen. Im Sitz des Verteidigungsministeriums in Berlin lässt ihr die Bundeswehr eine besondere Ehre zuteil werden. Ihren Vorgängern kamen dabei schon mal die Tränen. Und ihr?

(dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zur Verteidigung der Demokratie gegen Hass, Gewalt und Falschinformationen aufgerufen. Überall da, wo wissenschaftliche Erkenntnis geleugnet, Verschwörungstheorien und Hetze verbreitet würden, müsse Widerspruch laut werden, sagte sie am Donnerstagabend bei einem Großen Zapfenstreich zu ihren Ehren im Bendler-Block in Berlin. „Unsere Demokratie lebt auch davon, dass überall da, wo Hass und Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen erachtet werden, unsere Toleranz als Demokratinnen und Demokraten ihre Grenze finden muss.“


German Chancellor Angela Merkel welcomes the President of the European Commission Jean-Claude Juncker as he arrives to attend the G20 summit in Hamburg, northern Germany, on July 7, 2017.
Leaders of the world's top economies gather from July 7 to 8, 2017 in Germany for likely the stormiest G20 summit in years, with disagreements ranging from wars to climate change and global trade. / AFP PHOTO / Odd ANDERSEN
Juncker über Angela Merkel: "Fast wie ein altes Ehepaar"
Jean-Claude Juncker über seine 30-jährige politische Freundschaft zu Angela Merkel, ihre wichtigsten Momente und den Humor der Kanzlerin.

Mit dem Großen Zapfenstreich verabschiedete sich die Bundeswehr von der CDU-Politikerin nach 16 Jahren im Amt. Die Zeremonie ist die höchste Würdigung der Streitkräfte und vor allem Bundespräsidenten, Kanzlern und Verteidigungsministern vorbehalten. Zuletzt hatte es vor dem Reichstagsgebäude einen Großen Zapfenstreich zur Beendigung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr gegeben.

Wie alle auf diesem Weg Geehrte durfte sich Merkel drei Musikstücke aussuchen. Sie wünschte sich vom Stabsmusikkorps das Kirchenlied „Großer Gott, wir loben Dich“, den Chanson „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ von Hildegard Knef sowie den Schlager „Du hast den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen. Die Punk-Sängerin hatte damit 1974 einen Hit in der DDR. Merkel studierte damals in Leipzig Physik.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Merkel verfolgte den Großen Zapfenstreich im Sitzen und sichtlich gerührt. Coronabedingt konnten daran wesentlich weniger Gäste teilnehmen als üblich. Unter den Teilnehmern waren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der designierte künftige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Ihm und seiner Regierung wünschte Merkel in ihrer Rede vor Beginn der eigentlichen Zeremonie „alles, alles Gute und eine glückliche Hand und viel Erfolg“.

Die Kanzlerin betonte: „Die 16 Jahre als Bundeskanzlerin waren ereignisreiche und oft sehr herausfordernde Jahre. Sie haben mich politisch und menschlich gefordert. Und zugleich haben sie mich immer auch erfüllt.“

Merkel erinnerte unter anderem an die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 und an die Flüchtlingskrise 2015. Schon diese hätten deutlich gemacht, wie sehr man auf die internationale Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg angewiesen sei. „Wie unverzichtbar internationale Institutionen und multilaterale Instrumente sind, um die großen Herausforderungen unserer Zeit bewältigen zu können - den Klimawandel, die Digitalisierung, Flucht und Migration.“

„Ich möchte dazu ermutigen, auch zukünftig die Welt immer auch mit den Augen des Anderen zu sehen, also auch die manchmal unbequemen und gegensätzlichen Perspektiven des Gegenüber wahrzunehmen, sich für den Ausgleich der Interessen einzusetzen“, sagte Merkel weiter. Zugleich zeigte sie sich „überzeugt, dass wir die Zukunft auch weiterhin dann gut gestalten können, wenn wir uns nicht mit Missmut, mit Missgunst, mit Pessimismus, sondern (...) mit Fröhlichkeit im Herzen an die Arbeit machen.“ So habe sie selbst es immer gehalten.

Merkel dankte auch ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie ihrer Familie für die Unterstützung in den Jahren ihrer Kanzlerschaft. Sie erinnerte zudem an diejenigen, die sich im selben Moment „mit all ihrer Kraft der vierten Welle der Pandemie entgegenstemmen“. Merkel nannte Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Impfteams und Helfer der Bundeswehr und der Hilfsorganisationen. „Ihnen allen gebühren mein und unser aller besonderer Dank und höchste Anerkennung.“ 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Letzte Woche feierte Nina Hagen ihren 61 Geburtstag. Und als Geschenk gab es für die Berlinerin vom LCTO einen Auftritt beim diesjährigen „Printemps Musical“. Nach der Show vertraute sie dem „Luxemburger Wort“ an, warum sie Brecht liebt – und sich überhaupt nicht mit ihrem Punk-Image identifizieren kann.
Am Donnerstag war Nina Hagen zum wiederholten Mal im Atelier. Doch anstelle ihrer punkigen Rocksongs gibt sie „Love and Peace“-Hymnen wie „We Shall Overcome“ zum Besten – zur Enttäuschung des Publikums.
Nina Hage a l'Atelier / Foto: Joaquim VALENTE
Überschattet von lautstarken Protesten hat sich der bisherige deutsche Bundespräsident Christian Wulff endgültig in den Ruhestand verabschiedet. Der traditionelle Große Zapfenstreich im Garten des Präsidialamtes wurde am Donnerstagabend immer wieder durch Wulff-Gegner vor den Toren des Schlosses gestört.
Ex-Bundespräsident Christian Wulff nimmt beim Großen Zapfenstreich ein Geschenk entgegen. Foto: Wolfgang Kumm