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Menschenrechtslage in Corona-Krise deutlich verschlechtert
International 2 Min. 07.04.2021

Menschenrechtslage in Corona-Krise deutlich verschlechtert

Amnesty prangert die Ungerechtigkeit bei der Impfstoffverteilung an. In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi demonstrieren Menschen gegen den mittlerweile gestoppten massenhaften Export von Corona-Vakzinen aus dem Land.

Menschenrechtslage in Corona-Krise deutlich verschlechtert

Amnesty prangert die Ungerechtigkeit bei der Impfstoffverteilung an. In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi demonstrieren Menschen gegen den mittlerweile gestoppten massenhaften Export von Corona-Vakzinen aus dem Land.
Foto: AFP
International 2 Min. 07.04.2021

Menschenrechtslage in Corona-Krise deutlich verschlechtert

Diskriminierung, Repression: Durch Corona kommen die Menschenrechte unter die Räder. Amnesty prangert aber noch einen Missstand an.

(dpa) Amnesty International beklagt eine deutliche Verschlechterung der Menschenrechtslage für Millionen Menschen weltweit im Zuge der Corona-Krise. In vielen Regionen habe die Pandemie Ungleichheit, Diskriminierung und Unterdrückung verstärkt, erklärte die Organisation anlässlich der Veröffentlichung ihres Jahresberichts. Die Krise sei von zahlreichen Staaten missbraucht worden, um Rechtsstaatlichkeit und Meinungsfreiheit weiter einzuschränken.

Amnesty kritisiert aber vor allem das Agieren der reichen Länder im Kampf gegen das Virus scharf. „Die Pandemie hat auch die Mittelmäßigkeit und Verlogenheit, den Egoismus und den Betrug unter den Machthabenden dieser Welt verstärkt“, schreibt die neue Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard im Vorwort zu dem Bericht, der an diesem Mittwoch offiziell vorgestellt wird.

Der Bericht prangert vor allem die Benachteiligung ärmerer Länder bei der Verteilung vom Impfstoff an. Die für eine gerechte Versorgung gegründete Covax-Initiative der Weltgesundheitsorganisation sei von Russland, den USA und anderen Ländern unterminiert worden. Auch hätten mehr als 90 Länder Exportbeschränkungen für medizinisches Gerät, Schutzausrüstung, Arznei- und Nahrungsmittel verhängt. „Die Pandemie hat die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, dass die Welt derzeit unfähig ist, bei einem globalen Ereignis mit großen Auswirkungen effektiv und gerecht zusammenzuarbeiten“, bilanziert Callamard den bisherigen weltweiten Kampf gegen die Pandemie.

Die neue Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard kritisiert das Verhalten der reichen Länder in der Corona-Krise.
Die neue Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard kritisiert das Verhalten der reichen Länder in der Corona-Krise.
Foto: AFP

Die Pandemie hat auch die Mittelmäßigkeit und Verlogenheit, den Egoismus und den Betrug unter den Machthabenden dieser Welt verstärkt  

Amnesty-Generalsekretärin Agnès Callamard

Amnesty nennt im Jahresbericht mehrere Bereiche, in denen die Missstände infolge der Corona-Pandemie besonders groß seien:

BESCHÄFTIGTE IM GESUNDHEITSWESEN:

Sie würden nicht ausreichend vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt. Statistisch betrachtet ist nach Angaben der Menschenrechtsorganisation 2020 alle 30 Minuten eine im Gesundheitswesen arbeitende Person mit Covid-19 gestorben. Kritik an den Arbeitsbedingungen habe zu Festnahmen, Entlassungen oder anderen Strafmaßnahmen geführt. In 42 von 149 untersuchten Ländern hätten staatliche Stellen Gesundheitspersonal in Zusammenhang mit der Pandemie drangsaliert oder eingeschüchtert.


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FLÜCHTLINGE UND MIGRANTEN:

Ihre Situation hat sich laut Amnesty während der Pandemie deutlich verschlechtert. In ebenfalls 42 Staaten habe es Berichte über Abschiebungen von Flüchtlingen und Migranten in Länder gegeben, in denen ihnen Menschenrechtsverletzungen drohten. Grenzschließungen hätten Menschen ohne Grundversorgung stranden lassen, viele seien in Lagern ohne sanitäre Grundausstattung festgesetzt worden, oft fehlten sauberes Wasser und wichtige Hygieneartikel.

REPRESSION:

Gewalt in politischen Konflikten habe ebenso zugenommen wie Einschränkungen von Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit. Kritiker der Corona-Politik ihrer Regierungen seien vielerorts gezielt verfolgt und unterdrückt worden. Zahlreiche Staaten missbrauchten laut Amnesty die Gesundheitskrise, um weiter rechtsstaatliche Prinzipien aufzulösen und Rechte einzuschränken.


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DISKRIMINIERUNG:

In vielen Weltregionen sei ein erheblicher Anstieg von häuslicher Gewalt festgestellt worden. Für viele Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intersexuelle (LGBTI) Menschen seien in der Pandemie Schutz- und Hilfsangebote nicht mehr verfügbar. In mindestens 24 Länder dokumentierte Amnesty „glaubwürdige Vorwürfe“, dass Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität festgenommen worden seien - ein Anstieg von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


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