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Menschenhandel und Zwangsprostitution mit Voodoo
Ein klassischer Voodoo-Schrein in Benin.

Menschenhandel und Zwangsprostitution mit Voodoo

Foto: Adam Jones / CC By SA 2.0
Ein klassischer Voodoo-Schrein in Benin.
International 2 Min. 05.07.2018

Menschenhandel und Zwangsprostitution mit Voodoo

Eine aus Afrika stammende Britin ist wegen Menschenhandels und Zwangsprostitution am Mittwoch zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatte Frauen mit Voodoo nach Deutschland gelockt und zur Prostitution im Raum Trier gezwungen.

(dpa/ots) - Das Urteil in dem außergewöhnlichen Gerichtsverfahren gegen eine in England lebende nigerianische Krankenschwester ist gesprochen. Der Birmingham Crown Court hatte die Frau Ende vergangener Woche des Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung für schuldig befunden worden.  

Der entscheidende Tipp auf die Frau als mutmaßliche Chefin eines Menschenhändlerrings kam Ende 2016 von der Kriminalpolizei in Trier und löste eine grenz- und kontinentüberschreitende Zusammenarbeit aus, wie das Polizeipräsidium Trier bereits vergangene Woche nach dem Schuldspruch mitgeteilt hatte. Das Strafmaß wegen moderner Sklaverei erfolgte am Mittwoch.


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Die Trierer Ermittler hatten 2016 eine nigerianische Prostituierte kontrolliert, die sich mit einem gefälschten Reisepass legitimieren wollte. Das brachte die Ermittlungen gegen die jetzt verurteile Frau ins Rollen. Sie habe den afrikanischen Voodoo-Glauben ausgenutzt, um die betroffenen und meist aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Frauen gefügig zu machen. Diese hätten während des Rituals Blut mit Würmern trinken und das Herz eines Huhns essen müssen. Auch sei ihnen mit einer Rasierklinge in die Haut geritzt worden. Abschließend hätten sie schwören müssen, Schulden an die Frau zurückzuzahlen, nicht wegzulaufen und sich nicht der Polizei zu offenbaren, hatte die Trierer Polizei mitgeteilt. Fünf betroffene Frauen hatten gegen die Frau ausgesagt. 

Über 30.000 Euro pro Person

Für die Schleusung von Nigeria nach Deutschland hätten die Frauen zwischen 30.000 und 38.000 Euro zahlen und das Geld als Prostituierte „abarbeiten“ sollen. Auf dem beschwerlichen Weg nach Europa sollen sie britischen Presseberichten zufolge vergewaltigt worden sein. Zudem hätten sie viele Menschen entlang der Fluchtroute sterben sehen. Nach Ankunft in Deutschland mussten sie der jetzt verurteilten Britin mindestens 1.500 Euro monatlich zahlen, so die Trierer Polizei. Dabei habe die Zuhälterin Druck mit den Voodoo-Schwüren ausgeübt, zudem wurden die Angehörigen der Frauen bedroht.

Foto: Vodun (Voodoo) Shrine - Abomey - Benin - 03  / Adam Jones / Flickr / CC BY-SA 2.0