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Mehrheit der Briten für einen EU-Verbleib
International 17.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Umfrage zum Brexit

Mehrheit der Briten für einen EU-Verbleib

In Großbritannien gewinnen die Brexit-Gegner laut einer Umfrage die Oberhand.
Umfrage zum Brexit

Mehrheit der Briten für einen EU-Verbleib

In Großbritannien gewinnen die Brexit-Gegner laut einer Umfrage die Oberhand.
Foto: AFP
International 17.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Umfrage zum Brexit

Mehrheit der Briten für einen EU-Verbleib

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Die Briten wollen nun doch in der EU bleiben. In einer Umfrage haben sich mehr als die Hälfte der Befragten für einen Verbleib in der EU ausgesprochen.

(dpa) - Der Brexit verliert in Großbritannien immer mehr an Zustimmung: Einer neuen Umfrage zufolge hat sich nun mehr als die Hälfte der Briten für einen Verbleib in der Europäischen Union ausgesprochen.

In der von der britischen Zeitung „Independent“ am Samstagabend veröffentlichten Untersuchung des Instituts BMG Research waren 51 Prozent der Befragten gegen den Brexit und nur noch 41 Prozent dafür.

Die zehn Prozentpunkte Differenz sind der Zeitung zufolge der größte Abstand zwischen Brexit-Gegnern und -Befürwortern seit dem Referendum im Juni 2016. Die Frage, ob Großbritannien Mitglied der EU bleiben sollte oder nicht, beantworteten sieben Prozent mit „weiß nicht“, ein Prozent antwortete gar nicht.

Nicht-Wähler entscheidend

Verantwortlich für den immer größer werdenden Abstand zwischen Brexit-Gegnern und -Befürwortern sind vor allem diejenigen Briten, die sich nicht an dem Referendum im Juni 2016 beteiligt hatten. Die damaligen Nichtwähler würden nun mit überwältigender Mehrheit im Verhältnis 4:1 für den EU-Verbleib stimmen, während die damaligen Befürworter und Gegner eines EU-Austritts überwiegend (zu rund 90 Prozent) bei ihrer Meinung geblieben seien.

Zuletzt hätten die Brexit-Befürworter im Februar in Umfragen geführt, seitdem habe es eine langsame Verschiebung in der öffentlichen Meinung in Richtung der Brexit-Gegner gegeben.

Die Briten hatten am 23. Juni 2016 mit knapper Mehrheit von 52 zu 48 Prozent für einen Austritt aus der EU gestimmt. Die EU hatte am vergangenen Freitag in Brüssel das Startsignal für die zweite Phase der Brexit-Gespräche gegeben. Die britische Premierministerin Theresa May hatte erhebliche Zugeständnisse - unter anderem bei finanziellen Fragen - gemacht, um die zweite Verhandlungsphase starten zu können.

Befragt wurden vom 5. bis 8. Dezember 1.508 in Großbritannien lebende Erwachsene.


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