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Mehrere Tote durch schwere Unwetter in Europa
International 1 3 Min. 22.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Mehrere Tote durch schwere Unwetter in Europa

In Ourense im Nordwesten Spaniens wurde ein Fußballfeld überflutet, als der Fluß Rio Miño über die Ufer trat.

Mehrere Tote durch schwere Unwetter in Europa

In Ourense im Nordwesten Spaniens wurde ein Fußballfeld überflutet, als der Fluß Rio Miño über die Ufer trat.
Foto: AFP/Miguel Riopa
International 1 3 Min. 22.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Mehrere Tote durch schwere Unwetter in Europa

Ein Wintersturm hat in Teilen Europas zu Überschwemmungen, Stromausfällen und Verkehrsbehinderungen geführt.

(AFP/dpa/jt) - Die Sturmtiefs "Elsa" und "Fabien" haben am Wochenende für Chaos in vielen Regionen in Europa gesorgt. Mindestens elf Menschen kamen infolge der Wetterkapriolen ums Leben, eine Person in Frankreich gilt noch als vermisst. 

In Frankreich fegte Sturm "Fabien" am Sonntagmorgen mit Windspitzen von bis zu 150 km/h über die französische Atlantikküste hinweg. Auf Korsika kämpfen die Behörden indes gegen Rekord-Überschwemmungen. Der Flughafen von Ajaccio auf der Insel musste wegen Überflutung geschlossen werden, wie die Nachrichtenagentur AFP meldete. Im Straßenverkehr auf Korsika kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.


In der Region Nouvelle-Aquitaine waren unwetterbedingt 95.000 Haushalte ohne Strom, wie der Radiosender "France Info" am Sonntagmorgen meldete. 

In der Nacht auf Sonntag erreichten die Böen in Bordeaux und am Cap Ferret im Département Gironde 141 Kilometer beziehungsweise 148 Kilometer pro Stunde. Im Gebiet Haute-Corse wurden sogar knapp 200 Kilometer pro Stunde gemessen. 

Bereits am Freitag war der Südosten Frankreichs von starken Regenfällen und Sturmböen getroffen worden. Am Sonntag galt laut Météo France in vier Départements weiterhin eine Warnung vor Starkwind, darunter Charente-Maritime, Alpes-Maritimes und in zwei Départements in Korsika. 

Wellen knallen gegen das felsige Ufer in Nizza.
Wellen knallen gegen das felsige Ufer in Nizza.
Foto: AFP

Bei Fos-sur-Mer nordwestlich von Marseille war am Freitagabend ein Segelboot gekentert. Ein Segler werde vermisst, zwei Besatzungsmitglieder wurden gerettet, teilte die Seepräfektur mit.     

Wegen schweren Unwettern mit Hochwasser und Überschwemmungen waren an der Côte d'Azur, der Provence und auf Korsika in den vergangenen Wochen bereits 14 Menschen ums Leben gekommen. 

Die wilde Brandung an der Küste von A Guarda im Nordwesten Spaniens.
Die wilde Brandung an der Küste von A Guarda im Nordwesten Spaniens.
Foto: AFP/Miguel Riopa

In Italien haben heftige Schnee- und Regenfälle drei Menschen das Leben gekostet. Ein Autofahrer in der Region Friaul-Julisch Venetien im Nordosten des Landes wurde getötet, als er mit seinem Wagen auf eine überflutete, für den Verkehr gesperrte Straße fuhr, wie die Nachrichtenagentur Ansa am Samstag berichtete. In Firenzuola starb laut DPA nahe Florenz ein Mann, der mit seinem Motorrad in einen Fluss gestürzt war. In Neapel im Südwesten des Landes wurde ein Mann von einem umkippenden Baum getötet.

In Venedig stand das Hochwasser am Samstagmorgen 120 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Damit waren rund 30 Prozent der Stadt unter Wasser. Die Lagunenstadt leidet noch immer unter den Folgen des katastrophalen Hochwassers, das am 12. November fast das ganze historische Zentrum überflutet und enorme Schäden angerichtet hatte. Damals war das Wasser auf 187 Zentimeter über den normalen Meeresspiegel gestiegen.

Sturm fordert Tote in Spanien

Auch in Spanien gingen am Wochenende Unwetter nieder. Dort starben laut der Nachrichtenagentur AFP mindestens sieben Menschen. So kam laut AFP ein Angler am Sonntagmorgen in Katalonien ums Leben, nachdem er wegen der heftigen Winde ins Wasser gefallen war. 

Laut der Nachrichtenagentur DPA starb in der nordspanischen Provinz León ein 59-jähriger Landwirt, als sein Traktor in Vegas del Condado in einen über die Ufer getretenen Fluss stürzte. Ein 77-Jähriger kam bei einem Erdrutsch in Aller in der Region Asturien ums Leben, ein anderer Rentner im galicischen Santiago de Compostela beim Einsturz einer Mauer. Ein weiterer Mann starb am Samstag in Huéscar bei Granada, als sein Wagen von Wassermassen überflutet wurde. 

Möglicherweise infolge des Sturms wurde am Samstag im Zentrum von Madrid eine 32-jährige Touristin aus Südkorea von herabfallenden Fassadenstücken erschlagen. Vor der Küste von Punta Umbría bei Huelva im Südwesten des Landes war am Freitag ein 67 Jahre alter Surfer aus den Niederlanden bei starkem Wellengang ertrunken. Auch im Nachbarland Portugal kamen zwei Menschen ums Leben.

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In Großbritannien haben kurz vor Weihnachten Überschwemmungen die Reisepläne von Millionen Menschen durcheinander gebracht. Betroffen waren unter anderem der Süden und Osten Englands, wo nach tagelangen starken Regenfällen Flüsse über die Ufer traten. 

Bewohner des "Little Venice Caravan Parks" im englischen Yalding, einer Ortschaft etwa 50 Kilometer südöstlich von London, werden nach heftigen Regenfällen per Boot vor dem Hochwasser gerettet.
Bewohner des "Little Venice Caravan Parks" im englischen Yalding, einer Ortschaft etwa 50 Kilometer südöstlich von London, werden nach heftigen Regenfällen per Boot vor dem Hochwasser gerettet.
Foto: Gareth Fuller/PA Wire/dpa

Viele Straßen und Bahnstrecken wurden am Samstag gesperrt. In der Stadt Chertsey bei London beschädigte ein Tornado Häuser und Autos. Angaben über Verletzte gab es zunächst nicht.  

Ski-Abfahrtsrennen der Herren abgesagt

Wegen heftiger Schnee- und Regenfälle im Val Gardena oder Grödnertal in Südtirol musste unterdessen das Ski-Abfahrtsrennen der Herren abgesagt werden, wie die Organisatoren mitteilten. 

Nebel und Schneefall über der Ski-Weltcupstrecke in Gröden.
Nebel und Schneefall über der Ski-Weltcupstrecke in Gröden.
Foto: AFP/Alberto Pizzoli

Der Zivilschutz gab am Samstag mehrere Regen- und Erdrutsch-Warnungen heraus. Sie betrafen Teile der Lombardei, Friaul-Julisch Venetien, Ligurien, die Toskana, Umbrien, Lazio, Kampanien und Sardinien.    


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