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Mehr Besucher in KZ-Gedenkstätte Hinzert
Eine Baracke des SS-Sonderlagers Hinzert im Hunsrück.

Mehr Besucher in KZ-Gedenkstätte Hinzert

Archivbild: Conseil National de la Résistance Luxembourg
Eine Baracke des SS-Sonderlagers Hinzert im Hunsrück.
International 16.01.2019

Mehr Besucher in KZ-Gedenkstätte Hinzert

Die Zahl der Besucher im ehemaligen SS-Sonderlager Hinzert im Hunsrück ist im vergangenen Jahr stark gestiegen.

(KNA) - Die Besucherzahlen in den rheinland-pfälzischen KZ-Gedenkstätten Osthofen und Hinzert sind im vergangenen Jahr teilweise deutlich angestiegen. Das teilte die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz am Mittwoch in Mainz mit. In der Gedenkstätte KZ Osthofen stieg demnach die Gesamtzahl aller Besucher von 12.927 im Jahr 2017 auf 15.448 im Jahr 2018 und die Zahl der Gruppen von 426 auf 566. In der Gedenkstätte KZ Hinzert wuchs die Gesamtzahl der Besucher im gleichen Zeitraum von 9.934 auf 10.728 und die Zahl der Gruppen von 223 auf 225.

 


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 Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale, sagte, die Arbeit der Gedenkstätten finde immer mehr Aufmerksamkeit in der Bevölkerung. Nicht zuletzt die vielen jungen Menschen, die sich für Gedenkarbeit interessierten, zeigten, dass das Erinnern an die grausamen Menschenrechtsverletzungen der Nazizeit wichtig bleibe. Nur durch Erinnern könne man die Erkenntnis fördern, "dass man schon den Anfängen menschenverachtender Sprache und Handlungen entgegentreten muss".


1933 wurde in Osthofen, das im rheinland-pfälzischen Landkreis Alzey-Worms liegt, das erste Konzentrationslager im damaligen Volksstaat Hessen errichtet. Gegner der Hitlerdiktatur wurden hier in sogenannte Schutzhaft genommen. Gefangene waren Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter, Parteilose, Juden, Christen, Atheisten, Sinti und Roma, so die Landeszentrale. Für viele habe das KZ Osthofen am Anfang ihres Weges in andere Konzentrationslager wie Dachau, Papenburg, Auschwitz oder Majdanek gestanden.

 

1939 wurde in Hinzert bei Trier ein Polizeihaftlager für straffällig gewordene Westwall-Arbeiter eingerichtet – mit der Bezeichnung "SS-Sonderlager Hinzert". Es diente als "Durchgangslager" insbesondere der luxemburgischen, belgischen, französischen und niederländischen Häftlinge auf ihrem Leidensweg nach Buchenwald, Natzweiler oder Dachau, so die Landeszentrale.


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