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Mehr als 190 Tonnen toter Fische in der Oder
International 2 Min. 20.08.2022
Fischsterben

Mehr als 190 Tonnen toter Fische in der Oder

Seit mehren Tagen beschäftigt das massive Fischsterben im Fluss Oder die Behörden und Anwohner des Flusses in Deutschland und Polen.
Fischsterben

Mehr als 190 Tonnen toter Fische in der Oder

Seit mehren Tagen beschäftigt das massive Fischsterben im Fluss Oder die Behörden und Anwohner des Flusses in Deutschland und Polen.
Foto: Patrick Pleul/dpa
International 2 Min. 20.08.2022
Fischsterben

Mehr als 190 Tonnen toter Fische in der Oder

Noch immer wird nach der Ursache für das Fischsterben in der Oder gesucht. Experten in Brandenburg stellten überhöhte Pestizid-Werte fest.

(dpa) - Anderthalb Wochen nach Bekanntwerden des Fischsterbens in der Oder wird das Ausmaß der Umweltkatastrophe immer deutlicher. Die Feuerwehr in Polen barg nach Angaben vom Samstag bislang fast 160 Tonnen toter Fische aus der Oder und einem kleineren Fluss. In Brandenburg waren es nach einer früheren Mitteilung des Umweltministeriums mindestens 36 Tonnen. Bei der Suche nach der Ursache haben die Behörden überhöhte Pestizid-Werte bewiesen. Weshalb die Fische verendeten, ist aber noch unklar.

Bei Proben, die an der Messstelle Frankfurt (Oder) in der Zeit vom 7. bis 9. August entnommen wurden, seien hohe Konzentrationen eines Pestizids mit dem Wirkstoff 2,4-Dichlorphenoxyessigsäure gefunden worden, teilte Brandenburgs Umweltministerium mit. Es sei aber davon auszugehen, dass die nachgewiesene Dosis nicht unmittelbar tödlich für Fische gewesen sei. Der Wirkstoff wird etwa zur Bekämpfung von Unkraut eingesetzt. Der „Tagesspiegel“ berichtete zuerst darüber.

Suche nach der Ursache gestaltet sich schwierig

Das Ministerium geht weiter davon aus, dass die Umweltkatastrophe mehrere Ursachen gehabt habe. Die überhöhte Konzentration des Pestizids über mehrere Tage habe sicherlich Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen und Mikroorganismen gehabt. Möglicherweise sei das Pestizid am Oberlauf der Oder in noch höheren Konzentrationen vorhanden und am Messpunkt Frankfurt (Oder) bereits stark verdünnt gewesen.


18.08.2022, Brandenburg, Lebus: Ein toter Blei liegt am frühen Morgen im flachen Wasser vom deutsch-polnischen Grenzfluss Oder. Seit mehren Tagen beschäftigt das massive Fischsterben im Fluss Oder die Behörden und Anwohner des Flusses in Deutschland und Polen. Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Fischsterben in der Oder: Auch giftige Algen im Verdacht
Die Gründe für das Fischsterben in der Oder sind weiterhin ungeklärt. Polen und Deutschland untersuchen nun giftige Algen als Ursache.

Das massenhafte Fischsterben im Grenzfluss Oder wurde auf deutscher Seite am 9. August bekannt. Die Behörden in Deutschland warfen Polen zuletzt vor, zu spät informiert zu haben. Helfer in beiden Ländern haben in den vergangenen Tagen tonnenweise verendeten Fisch geborgen. Die Suche nach der Ursache gestaltet sich schwierig. Wissenschaftlern zufolge könnte eine giftige Algenart ein Faktor für das Fischsterben sein. Darüber hinaus werden verschiedene andere Stoffe untersucht.

Wie eine Sprecherin der Feuerwehr-Hauptverwaltung in Polen am Samstag der Deutschen Presse-Agentur sagte, sind insgesamt 158 Tonnen Fisch eingesammelt worden. Der Großteil entfalle dabei auf die Oder. Bei dem kleinen Fluss, in dem ebenfalls tote Tiere entdeckt wurden, handelt es sich um den Ner, der bei Lodz entspringt und in die Warthe mündet. Er hat keine Verbindung zur Oder.


dpatopbilder - 12.08.2022, Brandenburg, Schwedt: Viele tote Fische treiben im Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder im Nationalpark Unteres Odertal nördlich der Stadt Schwedt. Am selben Tag informierte sich Brandenburgs Umweltminister Vogel (Bündnis 90/Die Grünen) bei einem Vor-Ort-Besuch über die Lage am Fluss Oder. Das Fischsterben in der Oder ist nach Angaben der polnischen Umweltschutzbehörde wahrscheinlich von einer Wasserverschmutzung durch die Industrie ausgelöst worden. Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
„Überall tote Fische": Polen und Deutschland fürchten Umweltkatastrophe
An den Ufern der Oder bergen Helfer viele tote Fische. Tonnen sollen es sein. Polen setzt zur Aufklärung nun auch eine hohe Belohnung.

Zur Verbrennung angemeldet wurden laut Brandenburger Umweltministerium bis zum vergangenen Donnerstag sogar 67 Tonnen Fischabfälle. Diese Angaben machte Sprecherin Frauke Zelt am Samstag auf Anfrage. Die Zahl bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass bereits so viele Fische eingesammelt wurden.

Neue Bürgerinitiative soll auf Fischsterben aufmerksam machen

Mecklenburg-Vorpommern hatte am Freitag mitgeteilt, dass bei Untersuchungen von Proben im deutschen Teil des Stettiner Haffs, in das die Oder mündet, keine Auffälligkeiten festgestellt worden seien.


13.08.2022, Brandenburg, Lebus: Ein freiwilliger Helfer holt mit einem Kescher tote Fische aus dem Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses Oder. Seit mehren Tagen beschäftigt das massive Fischsterben im Fluss Oder Anwohner des Flusses. Die Untersuchungen zur Aufklärung des massenhaften Fischsterbens in der Oder dauern an. Foto: Patrick Pleul/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Tausende Fische sind im Grenzfluss zwischen Deutschland und Polen verendet. Aber woran? Klar scheint: Quecksilber war nicht die Todesursache.

Indes will in Brandenburg eine neue Bürgerinitiative auf das Fischsterben aufmerksam machen. Am Samstagabend werde der Fluss am Ufer des Dorfes Kienitz als Warnzeichen mit Scheinwerfern rot angestrahlt, sagte Sprecherin Steffi Bartel. „Wir wollen den Menschen an der Oder damit auch ein Forum geben, ihre Ängste und Sorgen angesichts dieser Umweltkatastrophe auszusprechen.“ Für den 4. September rief die Initiative zu einer Menschenkette an der Oder auf.

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