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Mehr als 1.000 Menschen bei der ersten Pride-Parade in Sarajevo
International 08.09.2019

Mehr als 1.000 Menschen bei der ersten Pride-Parade in Sarajevo

Mitglieder der LGBT-Community zogen in Sarajevo von der Ewigen Flamme in Stadtzentrum zum knapp zwei Kilometer entfernten Parlamentsgebäude. Sie skandierten Parolen wie „Die Stadt ist unser!“ und „Das ist Stolz!“

Mehr als 1.000 Menschen bei der ersten Pride-Parade in Sarajevo

Mitglieder der LGBT-Community zogen in Sarajevo von der Ewigen Flamme in Stadtzentrum zum knapp zwei Kilometer entfernten Parlamentsgebäude. Sie skandierten Parolen wie „Die Stadt ist unser!“ und „Das ist Stolz!“
Foto: Elvis Barukcic / AFP
International 08.09.2019

Mehr als 1.000 Menschen bei der ersten Pride-Parade in Sarajevo

Sarajevo war bis zum Sonntag die letzte Hauptstadt im ehemaligen Jugoslawien, die noch keine Pride gesehen hatte.

(dpa) - Mehr als 1.000 Menschen haben am Sonntag an der ersten Pride-Parade in der Geschichte Bosnien-Herzegowinas teilgenommen. Mitglieder der LGBT-Community - die Abkürzung steht für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender-Personen - zogen von der Ewigen Flamme im Stadtzentrum zum knapp zwei Kilometer entfernten Parlamentsgebäude. Sie skandierten Parolen wie „Die Stadt ist unser!“ und „Das ist Stolz!“, wie das bosnische Nachrichtenportal „klix.ba“ berichtete.

Im Zuge der LGBT-Kundgebung gab es auch eine Gegendemonstration von Konservativen.
Im Zuge der LGBT-Kundgebung gab es auch eine Gegendemonstration von Konservativen.
Foto: Elvis Barukcic / AFP

Unter den Marschierenden war auch der US-Botschafter in Sarajevo, Eric Nelson, der sich zu seiner Homosexualität bekennt und mit seinem Partner zusammenlebt, sowie weitere westliche Diplomaten. Mit Bozo Vreco reihte sich einer der bekanntesten Sänger Bosniens in die Parade ein. Er betrachtet sich sowohl als Mann als auch als Frau und singt das traditionelle bosnische Liebeslied, die Sevdalinka, in männlicher und weiblicher Stimmlage.

Die Parade verlief ohne Zwischenfälle und größere Störungen. Ein massives Polizeiaufgebot schützte sie. Ultra-konservative Gruppen demonstrierten örtlich oder zeitlich versetzt. Unter den muslimischen Bosniaken, orthodoxen Serben und katholischen Kroaten des Balkanlandes sind traditionelle Wertvorstellungen weit verbreitet. 


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So gab es selbst in dem an sich weltoffenen Sarajevo Stimmen, die im Vorfeld gegen die Abhaltung der Pride polemisiert hatten. Die Stadt war bis zum Sonntag die letzte Hauptstadt im ehemaligen Jugoslawien, die noch keine Pride gesehen hatte. 

Zwischen 1992 und 1995 tobte in Bosnien ein von der damaligen Führung in Serbien angeheizter Bürgerkrieg. 100.000 Menschen, die meisten von ihnen Zivilisten, wurden getötet, Hunderttausende vertrieben. Das weitaus meiste Leid hatten die bosnischen Muslime (Bosniaken) zu ertragen. Bei etlichen von ihnen führten die traumatischen Kriegserlebnisse zu einer religiösen Rückbesinnung.


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