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London will Corona-Maßnahmen wegen Variante verlängern
International 2 Min. 14.06.2021
Medienberichte

London will Corona-Maßnahmen wegen Variante verlängern

Einige Menschen genießen am Strand von Hastings die Sonne und das warme Wetter. Der "Tag der Freitheit" könnte um vier Wochen nach hinten verlegt werden.
Medienberichte

London will Corona-Maßnahmen wegen Variante verlängern

Einige Menschen genießen am Strand von Hastings die Sonne und das warme Wetter. Der "Tag der Freitheit" könnte um vier Wochen nach hinten verlegt werden.
Foto: Andrew Matthews/PA Wire/dpa
International 2 Min. 14.06.2021
Medienberichte

London will Corona-Maßnahmen wegen Variante verlängern

Lange war Großbritannien auf dem besten Weg. Nun macht die hochansteckende Delta-Variante weitere Lockerungen kaum möglich.

(dpa/SC) - Der britische Premierminister Boris Johnson will Medienberichten zufolge die Corona-Maßnahmen in England verlängern. Hintergrund ist die Ausbreitung der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante. Der bislang für den 21. Juni geplante „Tag der Freiheit“ solle um bis zu vier Wochen aufgeschoben werden, meldeten mehrere britische Medien am Montag. Mit einer offiziellen Ankündigung des Regierungschefs wird am Abend gerechnet.

Geplant war bislang, dass am Montag kommender Woche alle noch geltenden Kontaktbeschränkungen aufgehoben werden. Geschäfte und Gastronomie haben bereits seit Wochen wieder geöffnet. Die anderen Landesteile Schottland, Wales und Nordirland haben eigene Corona-Regeln, die sich jedoch nur geringfügig von denen in England unterscheiden.


Commuters, some wearing face coverings due to Covid-19, walk outside Victoria Station in central London on June 7, 2021. - The Delta variant of the coronavirus, first discovered in India, is estimated to be 40 percent more transmissible than the Alpha variant that caused the last wave of infections in the UK, Britain's health minister said Sunday. (Photo by Tolga Akmen / AFP)
In Großbritannien geht die Angst vor der dritten Welle um
In Großbritannien beginnen die Fallzahlen wieder zu steigen. Die hochansteckende Delta-Variante droht eine dritte Covid-Welle anzustoßen.

Obwohl die britische Impfkampagne weit vorangeschritten ist und bereits mehr als 56 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft sind, hat die Delta-Variante die Infektionszahlen im Land wieder in die Höhe schnellen lassen. Nachdem wochenlang nur sehr wenig Neuinfektionen gezählt wurden, liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz nun wieder bei knapp 65. Der Wert spiegelt die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche wieder.

Laut wissenschaftlichen Experten könnte eine Verschiebung der weiteren Lockerungen um vier Wochen Tausende Einlieferungen in Krankenhäuser verhindern, berichtete der „Guardian“. Die Strategie ist demnach, Zeit zu gewinnen, um mehr Menschen den vollständigen Impfschutz geben zu können. Bei der Delta-Variante gilt die zweite Dosis als extrem wichtig, da der Schutz nach nur einer Impfdosis deutlich niedriger sein soll als bei den zuvor bekannten Corona-Varianten.

Kritik an der möglichen Verlängerung

In Branchen, die von den weiteren Beschränkungen besonders betroffen sind, regte sich heftiger Widerstand. Der Singer-Songwriter Frank Turner schrieb am Montag auf Twitter, die Verzögerung werde für einige Betriebe in der Branche den „endgültigen Kollaps“ bedeuten. Der Komponist Andrew Lloyd Webber hatte bereits zuvor gegen eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen, die für Theater eine nur halbvolle Auslastung ihrer Häuser bedeuten, gewettert. „Kommt zum Theater und nehmt uns fest“, sagte der 73-Jährige vergangene Woche im Interview mit dem „Telegraph“ auf die Frage, was er tun werde, wenn die Regierung die geplanten Lockerungen verschieben würde.

In Luxemburg gelten seit dem 7. Juni strengere Regeln für die Einreise aus Großbritannien. Einreisende müssen nach ihrer Ankunft einen Corona-Test durchführen und sich mindestens sieben Tage in Quarantäne begeben. Ab dem sechsten Tag kann ein erneuter Test durchgeführt werden, um die Quarantäne zu beenden. Die Maßnahme gilt noch bis zum 30. Juni.


Britain's Prime Minister Boris Johnson and German Chancellor Angela Merkel attend a plenary session during the G7 summit in Carbis Bay, Cornwall on June 13, 2021. (Photo by PHIL NOBLE / POOL / AFP)
London erhebt schwere Vorwürfe gegen EU
Hat Frankreichs Präsident Macron den Status von Nordirland als Teil Großbritanniens in Frage gestellt? Die britische Regierung gibt sich empört.

Die deutsche Bundesregierung hat das Vereinigte Königreich wegen der Ausbreitung der Delta-Variante erneut als Virusvariantengebiet eingestuft. Das bedeutet, dass lediglich deutsche Staatsbürger und wenige andere Ausnahmefälle überhaupt einreisen dürfen, sich aber für 14 Tage in Quarantäne begeben müssen. Auch die britische Regierung setzt für die meisten Länder weiterhin auf strikte Quarantäneregeln.


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