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"March for Science": Weltweit demonstrieren Wissenschaftler für Forschungsfreiheit
International 2 Min. 22.04.2017 Aus unserem online-Archiv

"March for Science": Weltweit demonstrieren Wissenschaftler für Forschungsfreiheit

Wie hier in Australien gehen Unterstützer der Wissenschaft in vielen Ländern auf die Straße.

"March for Science": Weltweit demonstrieren Wissenschaftler für Forschungsfreiheit

Wie hier in Australien gehen Unterstützer der Wissenschaft in vielen Ländern auf die Straße.
Foto: AFP
International 2 Min. 22.04.2017 Aus unserem online-Archiv

"March for Science": Weltweit demonstrieren Wissenschaftler für Forschungsfreiheit

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Solide Wissenschaft statt alternativer Fakten: Beim internationalen „March of Science“ gehen dafür weltweit Tausende von Menschen auf die Straße. Ihr Appell richtet sich an Trump.

(dpa) - Mit Protestmärschen auf der ganzen Welt haben Tausende von Menschen für die Bedeutung der Wissenschaft und gegen US-Präsident Donald Trump demonstriert. Zu den ersten Demonstranten beim „March for Science“ gehörten am Samstag Hunderte Wissenschaftler und ihre Unterstützer in Neuseeland.

Vor allem der Klimaschutz war ein großes Thema bei den Teilnehmern in Wellington, Dunedin, Queenstown, Christchurch, Palmerston North und Auckland. „Der Klimawandel ist seit vielen Jahren das Zentrum für alternative Fakten“, sagte der Klimaforscher James Renwick bei einem Protestmarsch in der Hauptstadt Wellington. „Gute Politik muss von guter Wissenschaft beeinflusst werden.“

Die Kursänderung beim Klimaschutz in den USA und anderswo habe die Wissenschaftlergemeinde in Unruhe versetzt, sagten die Organisatoren des „March for Science“ in Neuseeland.

Auch in Australien demonstrierten Tausende auf den Straßen von Sydney, Melbourne, Hobart, Perth, Brisbane und Townsville, wie der Sender ABC berichtete. Slogans wie „Die Wissenschaft hat keine Agenda“ und „Schützt die Stimme der unabhängigen Forschung“ waren auf den Postern von Demonstranten in Perth zu lesen.

„Wir rufen die Politiker dazu auf, Gesetze zu machen, die auf wissenschaftlichen Beweisen basieren“, zitierte der Sender den Wissenschaftler Stuart Khan, der die Demonstration in Sydney mitorganisiert hatte.

Der Hauptprotestzug des „March for Science“ sollte direkt am Weißen Haus in Washington vorbeiziehen. Weltweit wollen sich mehr als 600 Städte an der Aktion beteiligen. Dem Netz von Aktivisten geht es darum, die Freiheit von Wissenschaft und Forschung zu erhalten. Der Protest wurde absichtlich auf den Termin des alljährlichen „Earth Day“ (Tag der Erde) zur Stärkung der Wertschätzung von Umwelt und Natur gelegt.

Proteste rund um den Globus

Unter anderem sind in Argentinien, Brasilien, Kanada, Kolumbien, Costa Rica, Dänemark, Island, Indien, Japan, Mexiko, Neuseeland, Panama, Norwegen, Portugal, Südafrika, Südkorea, Uganda und der Schweiz Proteste geplant. In Deutschland soll es Aktionen in Berlin und mindestens 17 weiteren Städten geben sowie auf der Nordseeinsel Helgoland.

Der Geophysikprofessor Peter Schlosser von der New Yorker Columbia Universität äußerte die Hoffnung, dass der „March for Science“ ein Bewusstsein für die Bedeutung der Forschung für die Gesellschaft schaffe. Die von der US-Regierung geplanten Budgetkürzungen würden die Klima-, Umwelt- und Gesundheitsforschung gravierend treffen, warnte der Leiter der Umweltfakultät am Samstag im Deutschlandradio Kultur. So sollten die Mittel für die Umweltbehörde um 31 Prozent sinken. „Man kann in sehr kurzer Zeit recht lang anhaltende Schwächungen durchsetzen“, erklärte der Geophysiker, der zur Rolle der Ozeane für das Klima forscht.

Bereits im Vorfeld der geplanten Massendemonstrationen für die Freiheit der Wissenschaft hatten die Grünen in Deutschland von der Bundesregierung politische Rückendeckung für Forscher gefordert. „Es reicht nicht aus, die weltweit massiven Gängelungen in Forschung und Lehre nur zu beobachten und allenfalls Sorge zu äußern“, sagte Kai Gehring, Wissenschaftsexperte der Grünen, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Nötig seien „aktiver Einsatz“ und „deutlicher diplomatischer wie politischer Druck“ zum Schutz einer freien Wissenschaft.


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