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Malta setzt Rettungsschiff „Lifeline“ fest
International 27.06.2018

Malta setzt Rettungsschiff „Lifeline“ fest

An Bord des Schiffes warten 234 gerettete Flüchtlinge auf ein ungewisses Schicksal.

Malta setzt Rettungsschiff „Lifeline“ fest

An Bord des Schiffes warten 234 gerettete Flüchtlinge auf ein ungewisses Schicksal.
AFP
International 27.06.2018

Malta setzt Rettungsschiff „Lifeline“ fest

Das deutsche Rettungsschiff „Lifeline“ mit etwa 230 aus Seenot geretteten Migranten an Bord darf einen maltesischen Hafen anlaufen, wird danach aber festgesetzt - auf Drängen des deutschen Innenministers Horst Seehofer.

(dpa) -  Das seit Donnerstag im Mittelmeer blockierte Rettungsschiff „Lifeline“ mit etwa 230 Migranten an Bord darf nun zwar auf der Insel Malta anlegen, wird dann aber beschlagnahmt. Das sagte Maltas Ministerpräsident Joseph Muscat am Mittwoch auf einer Pressekonferenz. Gegen die Besatzung der deutschen Hilfsorganisation werde zudem ermittelt. 


This handout picture taken and released June 25, 2018 by German NGO "Mission Lifeline" off the coast of Malta shows migrants resting on board the Lifeline ship.  
Lifeline, a ship belonging to a German NGO of the same name, is moored about 30 nautical miles off Malta with 234 migrants who were rescued on June 20, including 14 women and four children younger than three. Italy's far-right Interior Minister Matteo Salvini said the ship won't go to Italy.  / AFP PHOTO / Mission Lifeline e. V. / Felix Weiss / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / Mission Lifeline e. V. / Felix Weiss- NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
„Lifeline“ wartet weiter
Eine Lösung zeichnet sich zwar ab, aber noch harrt das Rettungsschiff „Lifeline“ weiter der Erlaubnis zum Anlegen.

„Dieses Schiff war staatenlos, es wird festgesetzt“, so Muscat. „Das ist keine Blaupause für die Rettung von Migranten.“ Vielmehr sei ein System notwendig, um Wirtschaftsflüchtlinge so schnell wie möglich zurückschicken zu können. Wenn Malta in rechtlichen Kategorien entscheiden würde, müsste das Anlegen des Schiffes abgelehnt werden.

Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) hatte als Bedingung für eine mögliche Aufnahme von Flüchtlingen der „Lifeline“ in Deutschland gesagt, eine Voraussetzung sei, dass das Schiff festgesetzt werde.  Zwischen Libyen und Südeuropa dürfe es kein „Shuttle“ geben, sagte Seehofer. Nach Angaben von Mitgliedern des Innenausschusses sagte Seehofer außerdem in der nicht-öffentlichen Ausschusssitzung, die deutsche Crew müsse zur Rechenschaft gezogen werden. 


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Das Schiff fährt nach Angaben der Dresdener Hilfsorganisation Mission Lifeline unter niederländischer Flagge, was die dortigen Behörden aber bestreiten. Der italienische Innenminister Matteo Salvini hatte die „Lifeline“ als „gesetzloses Schiff“ bezeichnet.

Neben Malta haben bisher sieben weitere EU-Länder zugesagt, die aus Seenot im Mittelmeer geretteten Migranten an Bord aufzunehmen, wie Muscat weiter sagte. Darunter befänden sich Frankreich, Italien, Irland, Luxemburg, Portugal, die Niederlande und Belgien.

Irrfahrt

Mission Lifeline hatte am Mittwochmorgen Horst Seehofer in einem Facebook-Posting direkt angegriffen: „Warum können wir nicht einlaufen, nachdem die Nachrichten das gestern schon gemeldet haben? Horst Seehofer gibt anscheinend als einziger nicht sein ok... Er ist letztlich verantwortlich, wenn es Tote gibt. “

Das Boot hatte am Donnerstag rund 230 Migranten vor Libyen gerettet. Die italienischen und maltesischen Behörden werfen dem Kapitän vor, entgegen der Anweisungen aus Italien die Rettung übernommen zu haben. Der Besatzung drohen daher juristische Ermittlungen.


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Lifeline, a ship belonging to a German NGO of the same name, is moored about 30 nautical miles off Malta with 234 migrants who were rescued on June 20, including 14 women and four children younger than three. Italy's far-right Interior Minister Matteo Salvini said the ship won't go to Italy.  / AFP PHOTO / Mission Lifeline e. V. / Felix Weiss / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / Mission Lifeline e. V. / Felix Weiss- NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
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