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Mallorca: Deutsche Hausbesitzer fordern Ende des Lockdowns
International 1 23.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Mallorca: Deutsche Hausbesitzer fordern Ende des Lockdowns

Freizeitboote und Fischerboote bleiben während der Corona-Krise in Port Andratx auf der Insel Mallorca vertäut. Wegen der Corona-Pandemie steht Mallorca praktisch still.

Mallorca: Deutsche Hausbesitzer fordern Ende des Lockdowns

Freizeitboote und Fischerboote bleiben während der Corona-Krise in Port Andratx auf der Insel Mallorca vertäut. Wegen der Corona-Pandemie steht Mallorca praktisch still.
Foto: Clara Margais/dpa
International 1 23.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Mallorca: Deutsche Hausbesitzer fordern Ende des Lockdowns

Wegen der Corona-Einreisesperre gehen einige Ferienhaus-Besitzer auf die Barrikaden. Die Regionalregierung der Balearen versucht zu kalmieren.

(dpa) - Eine Protestaktion einiger deutscher Immobilienbesitzer gegen den Corona-Lockdown auf Mallorca schlägt auf der spanischen Urlaubsinsel immer höhere Wellen. In rund 200 Briefen an die Regionalregierung der Balearen hatten die Schreiber gefordert, trotz der Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie auf die Insel gelassen zu werden und Zugang zu ihren Urlaubswohnsitzen zu bekommen. Der einflussreiche Verband Internationaler Makler (ABINI) rechtfertigte nun die strengen Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus und distanzierte sich von den Protesten.

Bei unzähligen Gesprächen mit den Kunden habe man festgestellt, dass es bei den internationalen Residenten andere Stimmen gebe. Die Liebe zu den Balearen sei „intakt“, heißt es in einem offenen Brief. „Die große Mehrheit der befragten Personen unterstützt das Engagement zum Schutz der Gesundheit als absolute Priorität und sie respektiert die geltenden europäischen und spanischen Gesetze, um die Covid-19-Erkrankung zu stoppen“, so der Verband, der den Deutschen Hans Lenz als Vorsitzenden hat.

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Kritik an "Brandbriefen"

Zuvor hatte Regionalpräsidentin Francina Armengol den Protest der Briefeschreiber zurückgewiesen. Die derzeit in Spanien geltenden Regeln, die unter anderem das Aufsuchen des Zweitwohnsitzes untersagen, müssten für alle Bürger unabhängig von ihrer Nationalität gelten.


A closed beach remains empty in Arona, one of the most touristic municipalities in Tenerife on the Canary Islands, on April 13, 2020 amid a national lockdown to stop the spread of the COVID-19 coronavirus. - The death toll from the coronavirus pandemic has slowed in some of the worst-hit countries, with Spain readying to reopen parts of its economy as governments grapple with a once-in-a-century recession. (Photo by DESIREE MARTIN / AFP)
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Die Briefe trafen innerhalb weniger Tage ein und hatten alle einen identischen oder sehr ähnlichen Inhalt, wie die Regionalregierung bestätigte. Darin heißt es, man habe „ernste Zweifel an der Rechtssicherheit in Spanien“. Armengol wurde aufgerufen, das „Vertrauen der Investoren nicht zu zerstören“ und bei der Zentralregierung in Madrid darauf hinzuwirken, dass die Balearen von der strikten Ausgangssperre ausgenommen werden.

In Spanien löste die unter anderem als arrogant empfundene Beschwerdeaktion Unmut aus. Die „Mallorca Zeitung“ sprach von „Brandbriefen“, das Blatt „El País“ von „Drohungen“. Armengol reagierte diplomatisch: Sie verwies auf die engen Beziehungen zwischen Mallorca und Deutschland und schrieb, man bemühe sich um eine allmähliche und sichere Rückkehr zur Normalität.


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