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Mali: Mindestens 47 Tote bei Anschlag
Militärpolizei untersucht den Anschlagsort.

Mali: Mindestens 47 Tote bei Anschlag

Foto: AFP
Militärpolizei untersucht den Anschlagsort.
International 18.01.2017

Mali: Mindestens 47 Tote bei Anschlag

Teddy JAANS
Teddy JAANS
In Mali sind Medienberichten zufolge mindestens 37 Menschen bei der Explosion einer Autobombe ums Leben gekommen. Der Anschlag soll sich in der Stadt Gao im Norden des Landes ereignet haben.

(KNA) - In Mali sind Medienberichten zufolge mindestens 47 Menschen bei der Explosion einer Autobombe ums Leben gekommen. Der Anschlag soll sich in der Stadt Gao im Norden des Landes ereignet haben, berichteten die BBC und malische Medien am Mittwochmittag.

Demnach soll ein mit Sprengstoff beladenes Auto vor einer Soldatenunterkunft geparkt haben. Dann sei es zur Explosion gekommen. In Gao sind Soldaten der UN-Mission Minusma stationiert. Derzeit umfasst die Stabilisierungsmission rund 11.000 Blauhelmsoldaten.

Mali war nach dem Beginn eines Tuareg-Aufstandes Ende 2011 immer tiefer in die Krise geraten. Nach dem Staatsstreich im März 2012 gelang es mehreren islamistischen Gruppierungen, den Norden zu besetzen. Sie wurden ab Januar 2013 durch den Einsatz von französischen Soldaten zwar vorerst vertrieben.

Dennoch werden weiterhin Anschläge verübt. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warf der Regierung von Mali am Mittwochmorgen vor, Zivilisten nicht ausreichend vor islamistischen Übergriffen zu schützen.

Zuletzt seien in Nord- und Zentralmali mehrere Menschen von islamistischen Gruppierungen hingerichtet worden, betonte Corinne Dufka, stellvertretende Afrika-Direktorin der Organisation, in Nairobi. Zur gleichen Zeit soll demnach auch die Armee mindestens zehn Menschen hingerichtet und mehrere gefoltert haben. "Die Lage ist im vergangenen Jahr immer brenzliger geworden", so Dufka. Die Einschüchterungen durch Islamisten und blutigen Ausschreitungen nähmen zu.

Das "Versagen" der Regierung in Bamako, die Lage zu kontrollieren, verschärfe die Situation weiter. Nach dem bewaffneten Konflikt 2012 und 2013 im Norden des Landes hatte es im August 2013 Wahlen gegeben. Knapp zwei Jahre später wurde ein Friedensvertrag geschlossen. Dennoch spitzte sich die Lage weiter zu. Augenzeugen berichten, dass sich die Gewalt sowohl in Richtung Zentralmali als auch in das Nachbarland Burkina Faso ausweite.


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